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Ärgerlich für klimafreundliche Autofahrer: Frankfurt macht wenig Tempo bei E-Ladestellen

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Von: Thomas J. Schmidt

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Mal Glück gehabt: In der Bethmannstraße gibt's schon Strom.
Mal Glück gehabt: In der Bethmannstraße gibt's schon Strom. © Peter Jülich

Der Ausbau der Infrastruktur kommt nur langsam voran. Zum Vergleich: Die Stadt Frankfurt hinkt Hamburg vier Jahre hinterher.

Frankfurt – 303 Ladestationen für Elektroautos gibt es laut Bundesnetzagentur derzeit in Frankfurt - öffentlich zugänglich. Dies geht aus einem Magistratsbericht hervor. In den kommenden Monaten werde sich die Ladeinfrastruktur in Frankfurt "dynamisch entwickeln", so der Bericht. Bislang gebe es seitens privater Investoren 1400 Anfragen danach, Ladestellen im öffentlichen Raum zu errichten.

Die Stadt überprüfe die Gestattung unter Berücksichtigung des Baurechts, der Verkehrssicherheit und anderer Kriterien. Zurzeit seien Gestattungsverträge für 69 Lade-Standorte mit 127 Ladeplätzen (AC-Laden) abgeschlossen. AC-Laden ist das langsame Laden. Weitere 60 Standorte mit 110 AC-Ladeplätzen waren zum Zeitpunkt der Abfassung des Magistratsberichts in der abschließenden Prüfung.

Wenig E-Ladestationenn in Frankfurt: Stadt liegt im Vergleich weit hinten

Die Mainova AG errichtet insgesamt sieben Schnelllade-Stationen (DC-Laden) mit einer Leistung von je vier mal 150 Kilowatt (kW). Fünf davon werden auf öffentlichen Flächen errichtet. Weitere Standortanfragen für rund 1400 öffentliche Flächen werden derzeit bearbeitet. Darüber hinaus ist ein Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Innenstadt-Parkhäusern der Parkhausbetriebsgesellschaft vorgesehen. Die öffentlichen 303 Ladestationen, die das statistische Bundesamt gezählt hat, sind schon eine Verdopplung, verglichen mit der Zahl von 2018.

Im Elektromobilitätskonzept von 2019 wird Frankfurt aufgeführt mit weniger als einer Ladestelle pro zwei Quadratkilometern. Frankfurt hat rund 250 Quadratkilometer. Die 303 Ladestationen ergeben rechnerisch also 1,2 Stationen pro Quadratkilometer. So gut oder so schlecht war Hamburg 2018. Stuttgart gar lag damals bereits bei 2,5 Stationen pro Quadratkilometer.

Frankfurt: Magistratsbericht wegen E-Ladestationen eingefordert

Dass in Frankfurt noch eine Aufholjagd ansteht - nicht zuletzt, weil die Zahl der E-Autos seit 2018 ebenfalls zugenommen hat -, hat auch der Ortsbeirat 11 konstatiert, der mit einem Beschluss im Januar den jetzt vorgelegten Magistratsbericht eingefordert hat.

Die überwiegende Mehrzahl der Ladesäulen entstehen privat, rund 85 Prozent, schätzen Fachinstitutionen. Nur im Ausnahmefall sind diese Ladestellen öffentlich zugänglich, etwa auf Supermarkt-Parkplätzen. Wichtig für Verbaucher wäre, dass an öffentlichen Stellen schnell geladen werden kann. Das ist bislang die Ausnahme. Von den 303 derzeit vorhandenen Ladestellen sind nur 29 solche "DC"-Schnellladestationen. (Thomas J. Schmidt)

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