Bei der Therapie von Schilddrüsenknoten mit hochkonzentriertem Ultraschall kommen die Ärzte ganz ohne Skalpell aus.
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Bei der Therapie von Schilddrüsenknoten mit hochkonzentriertem Ultraschall kommen die Ärzte ganz ohne Skalpell aus.

Alternative zur Operation

Ärzte „grillen“ Schilddrüsenknoten

  • Stefanie Liedtke
    VonStefanie Liedtke
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Hochkonzentrierter Ultraschall kann bei Schilddrüsenknoten eine Alternative zur Operation sein. In welchen Fällen das so ist und wann Ärzte lieber zum Skalpell greifen sollten, erforschen Mediziner des Bürgerhospitals aktuell gemeinsam mit Kollegen der Universitätskliniken Freiburg und Gießen/Marburg.

Die Methode ist nicht neu: Mit hochkonzentrierten Ultraschallstrahlen „grillen“ Mediziner seit einigen Jahren Schilddrüsenknoten. Dabei werden die Knoten per Ultraschall so stark erhitzt, dass die Zellen absterben. Eine Operation ist nicht notwendig. Was in der Praxis in vielen Fällen schon gang und gäbe ist, dafür fehlt allerdings noch der wissenschaftliche Beleg. Diesen wollen nun Ärzte des Bürgerhospitals gemeinsam mit Forscher der Unikliniken Freiburg und Gießen/Marburg erbringen.

Nicht für jeden Knoten

So eigne sich nicht jeder Schilddrüsenknoten für das Verfahren, erklärt Chefarzt Dr. Christian Vorländer vom Bürgerhospital beim Symposium der Klinik für Endokrine Chirurgie: „Wir behandeln ausschließlich gutartige Knoten mit diesem Verfahren. Besteht der Verdacht eines bösartigen Tumors ist eine Operation unumgänglich.“ Auch die Lage des Knotens ist entscheidend: Befindet er sich zu nah am Stimmbandnerv, sei Vorsicht geboten, betont Vorländer: „Die Hitze könnte den Nerv beschädigen. Wir entscheiden daher sehr individuell, welche Behandlungsmethode im Einzelfall am besten geeignet ist“, erklärt der Schilddrüsenspezialist. Bei einer Operation betrage das Risiko, den Stimmbandnerv zu verletzen lediglich 0,5 Prozent, betont Vorländer. Erst die Studie werde zeigen, ob der hochkonzentrierte Ultraschall in diesen Fällen eine Alternative sein kann. Erste Ergebnisse der Studie erwartet er im Herbst. Die Methode kommt seit etwa 20 Jahren bei gutartigen Geschwulsten der Gebärmutter sowie bei Brust- und Prostatakrebs zu Einsatz. Seit einigen Jahren ist sie auch zur Behandlung von Schilddrüsenknoten zugelassen.

Unter leichter Narkose

Ein Schnitt ist dabei nicht nötig. Die Ultraschallwellen werden gebündelt und durch die Haut auf den Knoten gerichtet. Dieser erwärmt sich daraufhin so stark, dass die Zellen zerstört und später vom Körper selbst abgebaut werden. Durchgeführt wird die Behandlung unter leichter Narkose. „Dadurch wollen wir verhindern, dass der Patient sich im entscheidenden Moment bewegt und der Ultraschall dann eventuell den falschen Bereich trifft“, so Vorländer.

(stef )

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