Fotoausstellung im Foyer des Filmforums Höchst eröffnet

Afrika auf dem Gaumen

Im Hause des Neuen Theaters, wo das Filmforum Höchst seinen Sitz hat, ist die Fotoausstellung „Kochen und Essen wie in Afrika“ eröffnet worden. Als Teil des Filmfestivals „Africa Alive“ zeigt sie Einwanderer aus ganz Afrika und ihren Bezug zu den Gerichten ihrer Heimat.

Von Ludwig Roth

Im Foyer des Neuen Theaters ist kein freier Platz mehr zu ergattern. Bis in den Nebenraum versuchen Zuhörer, Holger Hentschel und Ghirmay Habton zu folgen, als diese von der Entstehung ihres Buches „Kochen und Essen wie in Afrika“ und der gleichnamigen Fotografie-Ausstellung berichten. Die Vernissage wurde musikalisch untermalt von westafrikanischer Kora-Musik und kulinarisch begleitet von einem Menü aus afrikanischer Linsensuppe, Feigenbrot und Kokosbällchen.

„Wir haben uns Zeit gelassen“, sagt Fotograf Hentschel über zehn Jahre Recherche-Arbeit: Während dieser Zeit trafen er und Gastwirt Ghirmay Habton sich mit afrikanischen Einwanderern aus der Region, um sich von ihnen mitgebrachte Rezepte erklären zu lassen. Ihr Ergebnis, das im vergangenen Herbst erschienene Kochbuch, ist bereichert mit Portraits der Köche selbst, welche zusammen mit einigen Stillleben rund ums Essen auch die Foto-Ausstellung bilden.

Einer der mehr als 50 portraitierten Köche aus „Kochen und Essen wie in Afrika“ ist der guineische Trommel-Bauer Pablo Abdoulaye Sylla M’Bengue. Seine Porträt-Fotografie lässt seine Leidenschaft fürs Kochen erkennen, schließlich esse er „selbst nach 20 Jahren in Deutschland fast nur, was ich aus meiner Heimat kenne“, wie er sagt. So wie dem Trommel-Bauer gehe es vielen Menschen, wenn sie lange Zeit weit von zu Hause weg lebten, meint Fotograf Hentschler:

Essen ist Heimat

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Deshalb geht es in „Kochen und Essen wie in Afrika“ zwar vor allem um Rezepte, aber auch um die Menschen, von denen die Kochanleitungen stammen. „Wir wollen eine Verbindung zwischen den Kulturen unserer Region schaffen“, sagt Klaus-Peter Roth, Chef des Filmforums Höchst. Er spricht zwar über das Film-Festival „Africa Alive“, aber es passt genauso zu „Kochen und Essen wie in Afrika“.

Nicht umsonst ist die Ausstellungseröffnung ein Programmpunkt der 21. Auflage des Festivals, das jährlich Ende Januar im Frankfurter Filmmuseum und im Höchster Filmforum cineastische Leckerbissen aus ganz Afrika auf die Leinwände bringt. Auf die Vernissage folgte im Beisein der Regisseurin Dyana Gaye die Vorführung von „Unterm Sternenhimmel“, ein Film, der von den Wegen dreier Emigranten erzählt.

Das Programm ist abwechslungsreich. Eine Lesung, ein Kinderfest, eine Podiumsdiskussion, eine Party und ein Konzert begleiten in den kommenden Tagen das Festival, das vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, um „mit Hilfe der reichhaltigen Kultur Afrikas ein Gegengewicht zur den von Armut und Kriegen beherrschten Medienberichten zu schaffen“, wie Roth sagt.

Er betont aber, dass politische Konflikte dabei nicht ausgeblendet würden: Zwangsläufig sind sie oft Filmthema. Einen politischen Film, begleitet von einem Gespräch mit dem Mali-Experten Joseph Mbuyi von der KfW-Bankengruppe, zeigt das Höchster Filmforum am Dienstag, 3. Februar: „Bamako“. Es ist die Inszenierung eines fiktiven Prozesses, den Malis Bevölkerung gegen die Weltbank und ihre Maßnahmen, die dem Aufschwung des Landes dienen sollen, führt.

Weitere Ehrengäste im Höchster Filmforum sind am Mittwoch, 4. Februar, Dany Kouyaté und Olivier Delahaye, die Regisseure von „Soleils“. Zur Vorstellung von „Timbuktu“ war gestern Abend die Darstellerin Toulou Kiki zu Gast.

Mehr Informationen zum Festival und zum Programm gibt es unter im Internet.

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