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Nicole Fallert und Borris Schwerkolt freuen sich über Unterstützung der Helferfreunde Frankfurt. Diese hat Daniel André (re.) gegründet.

Ailinas Eltern ziehen das große Los

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Der Erlös des Spendenfestes am Niederräder Ufer ist unter anderem für die kleine Ailina (3) bestimmt, die mit einem Gendefekt zur Welt kam.

Alles sieht aus, wie ein ganz normales Fest. Würstchen liegen auf dem Grill, es gibt eine Tombola und einen Bücherflohmarkt. Doch der Einsatz von Helferfreunden und des Jugendrotkreuzes (JRK) Niederrad hat einen ernsten Hintergrund: Der Erlös des Festes ist unter anderem für Ailina (3) aus Frankfurt bestimmt. Die Initiative geht zurück auf André Daniel.

Bei Ailina, die mit ihren Eltern am Riedberg lebt, wurde im September 2014 das Rett-Syndrom diagnostiziert (wir berichteten). Dabei handelt es sich um einen Gendefekt, der schwerwiegende Folgen für die körperliche Entwicklung und die kognitiven Fähigkeiten mit sich bringt. Ailina kann weder sprechen noch laufen. Typische Syndrome des Rett-Syndoms sind zudem auch Epilepsie, Skoliose, Autismus, zerebrale Lähmung und Parkinson. Bisher ist es noch nicht heilbar.

„Wir haben schon früh gemerkt, dass bei unserer Tochter etwas anders ist als bei Kindern ihres Alters. Und sind von Arzt zu Arzt gegangen, aber keiner hat etwas gefunden“, erzählt Nicole Fallert. „Erst als wir ans Sozialpädiatrische Zentrum verwiesen wurden, fühlten wir uns mit unseren Sorgen ernst genommen.“

Seitdem die Diagnose steht, kämpfen Nicole Fallert und Borris Schwerkolt dafür, ihrer Tochter eine Delfintherapie zu ermöglichen. „Diese kostet etwa 12 000 Euro“, schildert Schwerkolt. Ein Betrag, den die Eltern nicht alleine aufbringen können. „Es gibt Kinder, die nach einer solchen Therapie damit begonnen haben, einzelne Wörter zu sprechen oder sogar anfingen zu laufen“, sagt er weiter.

Die Hoffnung, dass auch bei Ailina nach einer Delfintherapie spürbare Verbesserungen ihrer kognitiven Fähigkeiten und der körperlichen Wahrnehmung eintreten werden, ist bei den beiden daher sehr groß. „Jeder kann für sein Kind kämpfen. Das machen wir und haben in dem kurzen Zeitraum seit der Diagnose viel Unterstützung erfahren“, freut sich Ailinas Papa. Rund

2000 Euro fehlen noch

für die Delfintherapie auf Curacao. Dort leben die Delfine in einer Meeresbucht, nicht wie in Europa in einem Pool. Organisiert wird die Therapie über den Verein „dolphin aid“ in Düsseldorf.

Über Facebook kam Ailinas Mama mit André Daniel und den Helferfreunden Frankfurt in Kontakt. Hinter der Gründung der Gruppe steckt die Idee, Menschen, die in Notlagen geraten sind, unbürokratisch und schnell zu helfen. Daniel, der 2012 beruflich an den Main kam, stammt aus dem Kreis Neuss. Bei der Hochwasserkatastrophe in Ostdeutschland engagierte er sich, noch als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, als Helfer in betroffenen Gebieten. „Über diesen Einsatz hat sich ein privates Helfernetzwerk gegründet“, sagt er. Aufgrund dieser Erfahrungen sei die Idee entstanden, die Helferfreunde Frankfurt zu gründen.

„Dass dieses Fest überhaupt realisiert werden konnte, ist einigen Helfern und Unterstützern zu verdanken“, betont Scherkolt. „Hier sind vor allem Diana und Ingo Thornagel zu nennen, die „Alles klar!“ Veranstaltungs-Service GmbH, die Biergarnituren und Pavillons für das Fest kostenlos zur Verfügung stellt, DJ Lil Rag, Stefanie Kleinevoß, Nicole Bader und der Koch Joe Riha, der einen Gutschein für ein Gala-Diner für zehn Personen im Wert von 1800 Euro als Hauptpreis für die Tombola spendet.“

Wie viel bei dem Fest zusammengekommen ist, wird erst noch gezählt: Ein Drittel wird für die Delfintherapie von Ailina gespendet, ein Drittel kommt dem 13-jährigen Johannes zugute, der nach einem Verkehrsunfall lange im Wachkoma lag und ein Therapiefahrrad benötigt. Der Rest ist für Hilfsaktionen der Helferfreunde eingeplant.

Weitere Informationen gibt es unter .

(alf)

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