Ashok Kulath, den alle nur Akki nennen, und seine Frau Sneha haben sich einen Lebenstraum erfüllt. FOTO: hamerski
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Ashok Kulath, den alle nur Akki nennen, und seine Frau Sneha haben sich einen Lebenstraum erfüllt.

Kalbach: Frankfurter Vereinsgastronomie

Akki packt die Chance beim Zapfhahn

  • Judith Dietermann
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Neuen Pächter im Clubhaus ist ein alter Bekannter. Küche bietet auch Indisches.

"Es ist ein Kindheitstraum, der für mich hier in Erfüllung geht", sagt Ashok Kulath. Er sitzt in dem kleinen Biergarten hinter dem Clubhaus des FC Kalbach (FCK). Seinem Biergarten. Zwischen rosarot blühenden Blumen und der erst vor zwei Jahren angelegten Boulebahn. Der Kunstrasenplatz im Hintergrund wird neu gemacht, vom Rasenplatz klingen die Rufe der dort trainierenden Kicker. Schon immer, sagt der gebürtige Inder, habe er in der Gastronomie arbeiten wollen, am liebsten in seinem eigenen Lokal. Das dies nun, nach einigen Umwegen und auch noch in einem für ihn fremdem Land als Pächter des FCK- Clubhauses Wirklichkeit geworden ist, das kann er immer noch nicht selbst glauben. "Manchmal muss ich mich wirklich kneifen", sagt der 37-Jährige.

An Ideen fehlt es nie

Kulath, der beim FCK und in Kalbach nur als Akki bekannt ist, ist bereits seit fast drei Jahren eng mit dem Fußballverein und der dortigen Gastronomie verbunden. Im Sommer 2018 begann er für den dortigen Pächter zu arbeiten und führte das Lokal. "Es war kein leichter Anfang", sagt Akki. Also tat er das, was er am besten kann: Ideen entwickeln und diese umsetzen. Und so holte er den Weihnachtsmarkt, der bis dahin immer an der Alten Turnhalle stattgefunden hatte, auf das Gelände des FC am Hopfenbrunnen. Um die 300 Leute kamen, es folgten eine Fastnachtsveranstaltung und ein zweiter Weihnachtsmarkt - mit 900 Gästen.

"Es war großartig, alle haben mitgemacht. Alle Kalbacher Vereine haben sich engagiert", sagt Akki und zeigt auf den rechten Ärmel seines schwarzen Poloshirts. Das Logo der Kalbacher Kerbeburschen ist dort abgebildet - weil Akki diesen Verein, neben dem FCK, besonders ins Herz geschlossen hat. "Es sind mehr als nur Freunde, es ist wie meine Familie", sagt er. Seine Familie musste der 37-Jährige, der 2007 zum Abschluss seines Bauingenieur-Studiums nach Deutschland kam, in Indien zurücklassen.

Zumindest seine Frau ist mittlerweile bei ihm. Im Februar 2020 wollte er sie holen, doch dann kam Corona. "Wir saßen in Indien fest, sechs Monate." Und als er zurückkam, war alles anders in Kalbach. Denn sein Chef, der Pächter des Clubhauses und der Verein entschieden sich, getrennte Wege zu gehen. "Es hat einfach nicht mehr funktioniert", sagt der Vorsitzende Reinhard Vanhöfen, der daraufhin beschloss, das Clubhaus zu renovieren. Neue Polster, frische Farbe an den Wänden, neue Stühle im Saal und fesche Lampen unter der Decke - was aktuell noch fehlt sind Bilder .

"Es ist wirklich toll geworden", sagt auch Akki, der nicht lange überlegen musste, als ihm das Angebot gemacht wurde, das Clubhaus zu pachten und seinen Kindheitstraum damit wahrzumachen. Mit der Bedingung, den Biergarten vergrößern zu dürfen. Denn so etwas fehle in dem Stadtteil, in dem er sich mittlerweile heimisch fühlt. So wurden aus 35 Sitzplätzen auf der Terrasse 60 - und das mit Abstand. Im Innenraum finden 48 Gäste Platz, im Saal dahinter noch einmal 30. Neues Pflaster rundet das Ambiente ab, Steine geschleppt und verbaut hat Akki gemeinsam mit dem Kerbeverein.

Die Kerb trifft den Bären

Auffällig sind dabei die schwarzen T-Shirts, die er und seine Mitarbeiter tragen. Mit dem Kerbeverein-Logo auf dem einen, und dem Bären des FC Kalbach auf dem anderen Arm. Das Logo auf der linken Brust hat Akki derweil selbst entworfen: Als Hintergrund das des Kerbevereins, darauf ein Fußball und ein Banner mit den Worten "Entdecken, erleben, zusammenbleiben". Denn dafür sagt der Wirt, stehen beide Vereine, wenn nicht gar der gesamte Stadtteil. "Uns hätte nichts Besseres passieren können, als diesen Mann als Pächter zu gewinnen", sagt Vanhöfen derweil zu diesem Engagement.

Ein Engagement, dass man auch auf der Karte erkennt. Ebenso wie Akkis Experimentierfreudigkeit, der freilich selbst in der Küche steht. Denn dort gibt es neben klassischen Gerichten wie Schnitzel auch indische Speisen. Sowie eine Mischung aus beidem: Schnitzel mit indischer Currysoße. "Das haben sich meine Kunden, die hauptsächlich aus Kalbach kommen gewünscht. Und was meinen Kunden Freude macht, mache ich mit Freude", sagt Akki. Mehr Infos gibt es unter www.fc-kalbach.de. judith dietermann

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