1. Startseite
  2. Frankfurt

Aktionsbündnis macht den verdreckten Griesheimer Bahnhof sauber

Erstellt:

Von: Alexandra Flieth

Kommentare

Sie wollen nicht länger auf die Stadt warten, um das Müllproblem am Bahnhof anzupacken: Michael Lönnig, Erika Rech und Ursula Schmidt (v. li.) legten selbst Hand an - hier am Eingang des Fußgängertunnels. FOTO: maik reuss
Sie wollen nicht länger auf die Stadt warten, um das Müllproblem am Bahnhof anzupacken: Michael Lönnig, Erika Rech und Ursula Schmidt (v. li.) legten selbst Hand an - hier am Eingang des Fußgängertunnels. © Maik Reuß

Die Putzaktion des „Aktionsbündnisses Bahnhof Griesheim“ soll von nun an alle zwei Wochen stattfinden.

Erika Rech und Ursula Schmidt vom „Aktionsbündnis Bahnhof Griesheim“ sind am Ende ihrer Geduld angekommen. Täglich schauen sie auf den achtlos weggeworfenen Müll, der sich rund um den Ort türmt. Er wird von tausenden Menschen passiert, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in oder aus dem Stadtteil herausfahren oder die Fußgängertunnel nutzen, um auf die jeweils anderer Seite der Bahngleise zu gelangen.

Frankfurter Stadtteil: Eine Ratte huscht über den Asphalt

Das betrifft besonders die Grundstücke, die seit der Privatisierung des Bahnhofgebäudes und damit auch eines Teils des Außengeländes nun überwiegend nicht mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, aber dennoch einsehbar sind. Dort quellen unter anderem die großen Mülltonnen über. Volle Müllsäcke liegen davor, weil sie nicht mehr hineinpassen. „Wir haben von Anwohnern erfahren, dass dieser Zustand regelmäßig Ratten anlockt“, erzählt Ursula Schmidt. Kaum hat sie das ausgesprochen, huscht tatsächlich ein großes Exemplar über den Asphalt und verschwindet schnell in einem Gebüsch.

Nun sagt das Aktionsbündnis zumindest dem achtlos weggeworfenen Abfall den Kampf an, der auf öffentlich zugänglichen Flächen liegt. Alle zwei Wochen möchten sich die Aktiven treffen und den Müll auf den Gehwegen und im Fußgängertunnel entfernen und Passanten für das Thema sensibilisieren.

Dafür werben die Aktiven auch an diesem Mittag, haben unweit des Eingangs zum Bahnhof einen Tisch aufgestellt, sprechen Menschen auf ihre Initiative an und verteilen Flugblätter. Erika Rech und Michael Lönnig haben sich unter anderem des Fußgängertunnels angenommen und dort gekehrt.

Die Wände der Unterführung sind regelmäßig durch gesprayte Schriftzüge und Parolen beschmiert und vor kurzem wurden dort die Lampen zerstört. Zumindest der Dreck ist nach ihrer Reinigungsaktion erst einmal weitestgehend beseitigt.

Auf dem Parkplatz häuft sich der Müll

Eine Passantin informiert sich am Stand vor dem Bahnhof und sagt, dass man die Menschen, die den Müll nachweislich wegwerfen, wirklich darauf ansprechen sollte. „Vielleicht denken die ja, dass die Leute, die hier heute den Müll aufsammeln, dafür bezahlt werden. Dass dem nicht so ist, sondern es sich hierbei um ehrenamtliches Engagement handelt, darüber sollte man sie aufklären“, findet sie.

Ursula Schmidt, die auch Vorsitzende des Vereinsrings im Stadtteil ist, setzt derweil ihren Rundgang rund um den Bahnhof Griesheim fort. Sie macht auch auf den Müll aufmerksam, der auf dem Parkplatz vor dem Bahnhofsgebäude liegt sowie auf einen eingezäunten Bereich, der sich einige Meter weiter befindet und von einem Gebrauchtwagenhändler genutzt wird. Die Autos scheinen schon seit längerem dort zu stehen. Sie werden von hochgewachsenem Unkraut flankiert. Dazwischen liegt der Müll - vor allem Verpackungsreste und Kaffee-to-Go-Becher.

Jugendliche haben kein Verständnis

Jugendliche stehen in der Nähe und rauchen. Weggeworfene Zigarettenkippen sind ein weiteres Problem. Rech macht sie darauf aufmerksam und drückt ihnen ein Flugblatt in die Hand. Viel Verständnis für das Problem zeigen sie nicht. Sie ziehen weiter.

Erika Müller, die in Griesheim lebt, interessiert sich für die Aktion. „Ich laufe sehr viel und sehe viel illegal abgelegten Sperrmüll. Das Problem ist im gesamten Stadtteil sichtbar“, sagt sie. Sie überlegt, sich an der kommenden Müllsammelaktion, die für Samstag, 5. November, ab 13 Uhr am Bahnhof Griesheim geplant ist, zu beteiligen. Müller sagt: „Man kann es der Stadt nicht mehr alleine überlassen, sondern muss sich mit engagieren. Schließlich ist der öffentliche Raum auch unser Lebensraum.

Auch interessant

Kommentare