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Derzeit staut es sich täglich auf der Kleyerstraße im Gallus. Mit den aktuellen Stau-Infos auf dem Handy können Autofahrer dieses Hindernis umfahren.

Stadt bietet neuen Service

Aktuelle Stau-Infos aufs Handy

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Die aktuelle Verkehrslage in Frankfurt auf einen Blick: Seit Montag informiert die Stadt auf ihrer Internet-seite über Staus und Verzögerungen. Nach Angaben des Straßenverkehrsamtes ist dieser Service bisher einmalig unter den deutschen Großstädten.

Nein, ein Zaubermittel gegen Staus hat das Straßenverkehrsamt noch nicht gefunden. Auch künftig wird es Verkehrsbehinderungen geben – allein schon wegen der zahlreichen Baustellen. Aber immerhin werden Autofahrer jetzt schnell und zuverlässig informiert, wenn es auf bestimmten Strecken nur noch zäh oder gar nicht mehr vorangeht. Auf der Internetseite kann man sich künftig die aktuelle Verkehrslage anzeigen lassen. Dabei wird das gesamte Straßennetz in vier Kategorien eingeordnet: Grün bedeutet „freie Fahrt“, gelb und orange dichter Verkehr oder Staugefahr, rot zeigt einen Stau an. Die Darstellung bezieht sich immer auf eine Fahrtrichtung.

Für diesen Service greift die Stadt auf Daten aus Navigationsgeräten und Mobiltelefonen zurück, die sie vom Gerätehersteller „TomTom“ bezieht. Dieser ermittelt anhand der Satellitenpositionen (GPS) die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autos und übermittelt diesen Wert an die Integrierte Verkehrsleitzentrale der Stadt im Westhafen. Dort werden die Daten auf Plausibilität überprüft, zum Beispiel mit Hilfe der Verkehrszahlen, die über Detektoren in der Straße ermittelt werden. Bildet sich ein Stau, soll das auf innerhalb von zwei Minuten zu erkennen sein.

Die Verkehrslage lässt sich nicht nur auf dem heimischen Computer, sondern auch unterwegs auf dem Mobiltelefon abrufen. „Die Fahrten werden für den Verkehrsteilnehmer wesentlich besser planbar“, sagt Gert Stahnke, der Leiter des Straßenverkehrsamtes. Über das „Open Data“-Portal der Stadt stünden die Informationen allen zur Verfügung, die sie für eigene Angebote nutzen wollen.

Außerdem bietet die Stadt einen weiteren Service an: Auf 14 Infotafeln, die seit einigen Jahren am Straßenrand stehen, wird künftig die zu erwartende Verzögerung angezeigt. Wer zum Beispiel auf der Kennedyallee stadteinwärts fährt, könnte dann den Hinweis „Hauptbahnhof + 9 Minuten“ lesen. Ähnliche Tafeln gibt es bereits auf Autobahnen. „Wir hoffen, dass die Autofahrer dadurch entspannter unterwegs sind“, sagte Joachim Bielefeld vom Straßenverkehrsamt bei der Vorstellung des neuen Service. Und vielleicht entscheide sich ja manch einer, früher oder später zu fahren, wenn er jeden Tag zur gleichen Uhrzeit nur langsam vorankommt. Oder er steigt gleich auf den öffentlichen Nahverkehr um.

Wertvoll sind die Daten aber auch für die Mitarbeiter der Verkehrsleitzentrale. Wenn sie sehen, dass sich ein Stau bildet, können sie zum Beispiel Ampelschaltungen so ändern, dass der Verkehr wieder besser fließt. Informieren werden sie künftig auch über den Kurznachrichtendienst Twitter. Dieser Service habe sich gerade bei Großveranstaltungen bewährt, sagte Bielefeld.

Ebenfalls verbessert wurden die Informationen über Baustellen. Sie wurden bisher bereits im Internet dargestellt, allerdings nicht sehr detailliert. Jetzt lässt sich eine maßstabsgetreue Karte abrufen, auf der eingezeichnet ist, welcher Straßenabschnitt genau gesperrt ist. Neu aufgenommen in den städtischen Service wurde auch ein Überblick über die Auslastung der 24 Parkhäuser in der Innenstadt.

Die Kosten für das Angebot kann Amtsleiter Stahnke nicht genau beziffern, es gebe keine eigene Kostenstelle dafür. Nur so viel sagt er: „Es ist nicht billig.“ Andere Städte würden sich den Service nicht leisten. Nicht veröffentlichen will Stahnke auch den Betrag, den die Stadt an „TomTom“ für die Daten bezahlt. Der Vertrag läuft vorerst für zwei Jahre, danach will die Stadt die Leistung neu ausschreiben. Es gebe mehrere Anbieter. „Wir setzen auf den Wettbewerb“, so Stahnke.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) denkt schon einen Schritt weiter: Er kann sich vorstellen, künftig auch Daten zum Radverkehr auszuwerten. Es gebe bereits einen Fahrradverleih, der seine Räder mit GPS-Empfängern ausgestattet hat. Um daraus aussagekräftige Informationen zu erhalten, seien aber höhere Nutzerzahlen nötig. Dann könnte auch ein Stau auf dem Radweg gemeldet werden . . .

Die aktuelle Verkehrslage ist zu finden unter .

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