Bürger sammeln Unterschriften

Aldi soll in Bockenheim bleiben

Der Aldi-Supermarkt in der Leipziger Straße macht Ende Juni 2016 zu. Anwohner versuchen mithilfe einer Petition den Supermarkt zum Verbleib im Stadtteil zu bewegen. Und Ortsvorsteher Axel Kaufmann hat einige Ideen, wo Aldi in Bockenheim eine größere Bleibe finden könnte.

Im Aldi in der Bockenheimer Juliusstraße findet man alles für den täglichen Bedarf – aber leider nicht viel mehr. Vielen Anwohnern reicht die kleine Produktpalette jedoch. Vor allem den vielen älteren Menschen in der Nachbarschaft, die den Aldi-Supermarkt dem nur einen Steinwurf entfernten Penny vorziehen.

Aldi Süd jedoch hat mit seiner Filiale in der Juliusstraße abgeschlossen. Das Unternehmen möchte den Supermarkt im kommenden Sommer schließen. „Die Filiale ist zu klein und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an die Sortimentsentwicklung“, erklärt Aldi-Sprecherin Lina Unterbörsch die Entscheidung.

Die Mitarbeiter stehen aber nicht auf der Straße. Sie sollen dann auf andere Frankfurter Filialen verteilt werden. Vielleicht nehmen dann einige Bockenheimer längere Wege zum Einkaufen auf sich, um die von ihnen geschätzten Aldi-Mitarbeiter wieder zu treffen. Denn gerade deren Freundlichkeit lässt die Bockenheimer derzeit am meisten über die Aldi-Schließung trauern.

Nachzulesen ist das in einer Petition, die Anwohnerin Melanie Hingott ins Internet gestellt hat, und mit der sie verhindern möchte, dass der Aldi in der Juliusstraße dicht macht. Mehr als 1100 Menschen haben bereits unterzeichnet. 2000 Unterschriften sind das Ziel der Initiative.

„Das ist doch unser Aldi. Da gehen wir jede Woche mehrfach hin. Alle anderen Geschäfte sind keine Alternative“, lautet der Kommentar eines anonymen Anwohners unter der Petition. Weiter unten in der Petition lobt dann Kundin Beatrice ausdrücklich das Team der Bockenheimer Aldi-Filiale sowie die Sauberkeit und das gute Sortiment.

Für viele ältere Anwohner würde eine Schließung größere Einschnitte bringen: Ein 75-jähriger Kunde schreibt, dass seine Rente nicht üppig und er auf die günstigen Artikel im Aldi angewiesen sei. Ein Auto habe er nicht. Weil er aber noch besser laufen könne als andere ältere Menschen in der Gegend, bringe er einigen davon Artikel aus der Juliusstraße mit. Einig sind sich viele Kommentatoren darin, dass andere Bockenheimer Discounter keine Alternative zum Aldi in der Juliustraße seien.

Nach Alternativen im Stadtteil hat sich auch Aldi Süd umgeschaut. Wie Unternehmenssprecherin Lina Unterbörsch erklärt, prüfe der Konzern bereits seit Jahren Räumlichkeiten in Bockenheim, um den Supermarkt aus der Juliusstraße dorthin zu verlagern. Bislang sei die Suche vergeblich verlaufen, man sei allerdings immer noch für alternative Standortvorschläge offen.

Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU) hat der Regionalleitung von Aldi daher nun eine Liste mit potenziellen Standorten zukommen lassen. „Die Regionalleitung teilte mir mit, diese prüfen zu wollen“, berichtet Kaufmann. Der Ortsvorsteher schlägt unter anderem das Erdgeschoss im Woolworth-Gebäude vor. Der ehemalige Rewe-Standort steht seit Jahren leer. Aldi hätte den Vorteil, dass die Kunden nach wie vor den Parkplatz nutzen können, den sie sich jetzt schon mit Woolworth-Kunden teilen.

Etwas weiter entfernt wäre das Piaggio-Center Sondergeld am Schönhof in der Rödelheimer Straße 32, das Kaufmann ebenfalls ins Spiel bringt. „Das Center schließt und hat noch keinen Nachfolger“, berichtet der Ortsvorsteher und verweist zudem auf vorhandene Parkplätze. Aus Sicht des Ortsvorstehers ist allerdings auch der jetzige Standort von Woolworth in der Leipziger Straße ein potenzieller Standort für einen neuen Aldi-Supermarkt. Kaufmann erinnert daran, dass Woolworth seit Jahren über einen Auszug nachdenke.

Vielleicht zieht die Supermarkt-Filiale aber auch einfach die Leipziger Straße hinab in Richtung Bockenheimer Warte. Dort halten sich Gerüchte, dass der Basic-Markt schließen soll. Bestätigen lassen sich diese jedoch nicht, da Basic trotz mehrfacher Anfragen nicht zu erreichen ist.

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