Allgaiers – Kombination aus Weinbar und Restaurant

Manchmal gibt es Restaurants, in denen zusammenfindet, was zusammengehört. Und das „Allgaiers“ in Königstein ist ein gutes Beispiel dafür.

Manchmal gibt es Restaurants, in denen zusammenfindet, was zusammengehört. Und das „Allgaiers“ in Königstein ist ein gutes Beispiel dafür. Der Name kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, schließlich hat auch in Frankfurt ein „Allgaiers“ eröffnet. Seither sind aber schon einige Jahre vergangen, in denen sich das Lokal mit Erfolg etablieren konnte.

Daran möchte Betreiber Stefan Allgaier nunmehr in Königstein anknüpfen. Warum er sich ausgerechnet für diese Stadt entschieden hat? Ganz einfach: „Ich bin gebürtiger Königsteiner, hier aufgewachsen und zur Schule gegangen“, so der Gastronom. Sein erstes Lokal war allerdings der „Grüne Wald“ in Kronberg, den er inzwischen an seinen damaligen Küchenchef übergeben hat. Danach eröffnete er die „Grüne Gans“ in derselben Stadt und schließlich das „Allgaiers“ in Frankfurt. Seine Liebe zur Gastronomie wurde ihm übrigens in die Wiege gelegt. „Meine Eltern haben früher den Sonnenhof in Königstein betrieben.“ Und der ist heute unter dem Namen „Villa Rothschild“ bekannt.

Das „Allgaiers“ liegt nur wenige Straßen entfernt und somit in einem Haus, an dem er als Kind oft vorbeigegangen ist. Während hier ein Molteni zur Ausstattung gehört, den Paul Bocuse als Rolls Royce unter den Herden bezeichnet haben soll, steht auf der Theke im Eingangsbereich eine Aufschnittmaschine von Berkel. „Diese benötigen wir für die vielen Schinkensorten, die wir zu unseren Weinen anbieten, entweder einzeln oder als Platte.“

Womit wir beim Konzept des Allgaiers wären. Die Neueröffnung präsentiert sich nämlich als Kombination aus Weinbar und Restaurant. Während es im Erdgeschoss etwas lässiger zugeht (die Gäste sitzen an blanken Holztischen), erwartet das Publikum im Obergeschoss ein eleganteres Ambiente. „Trotzdem haben unsere Gäste überall die freie Auswahl“, so der Betreiber.

Neben mehreren Schinken- und Käsesorten gibt es eine Speisekarte, die Liebhabern deutscher Spezialitäten genauso gefallen dürfte wie Frankreich-Fans. „Schließlich haben wir eine Nähe zur französischen Küche – der Mutter aller Küchen“, sagte Allgaier schon bei Eröffnung seines Frankfurter Restaurants. „Auch in der deutschen Küche wird vieles nach klassischen französischen Grundregeln zubereitet.“

Und diese beherrscht Chefkoch Jens Hirsch aus dem Effeff. Seine Ausbildung hat er im „Grünen Wald“ absolviert. Die Lehr- und Wanderjahre verbrachte er in Köln und London. Wieder auf heimischem Boden, hat er eine Stelle im Frankfurter Restaurant „Emma Metzler“ ergattert – zuerst als Souschef, danach als Chefkoch. Mit der Rückkehr zu „Allgaiers“ schließt sich der Kreis. Bei seinem neuen alten Arbeitgeber bereitet er Klassiker wie Gänseleberterrine mit selbst gebackener Brioche zu. „Ich koche überhaupt alles frisch“, betont Hirsch. „Wer den Job richtig gelernt hat, benötigt weder Pülverchen noch Fertigprodukte.“ Dafür stehen ihm sehr gute Zutaten zur Verfügung, die er ohne Schnickschnack auf den Teller bringt. Fangfrisches Skreifilet beispielsweise, das er mit einem Ragout aus Coco-Bohnen, Wurzelgemüse, getrockneten und confierten Tomaten sowie kräftigem Chorizo-Jus serviert (23 Euro). Für die Fleischfraktion hält er Kalbsbäckchen bereit, die im Ofen so lange vor sich hin schmoren, bis sie zart und mürbe sind (23 Euro). Dazu schmecken die ordentlich reduzierte Sauce, der Flan aus zweierlei Karotten und würzig-sämiges Kartoffel-Selleriepüree. Was will man mehr? Einen Schokokuchen etwa. Noch dazu einen mit schmelzendem Kern sowie Vanillesauce und Himbeersorbet (9 Euro). Exzellent. Nur beim Tempo könnte das Küchenteam einen Gang zulegen.

Das gilt nicht für Nina Hussong, die Restaurantleiterin und Sommelière. Sie hat zuvor für Tim Mälzers „Bullerei“ in Hamburg gearbeitet und ist der Liebe wegen nach Königstein gekommen. Im „Allgaiers“ kann sie aus einer Kollektion von 300 Weinen wählen. Sie stammen ebenso aus der Alten wie aus der Neuen Welt, von kleinen ebenso wie von großen Winzern. „Wir haben ein sehr breites Angebot“, sagt der Gastronom. Wer die Karte nicht bis zur letzten Seite lesen möchte, kann einen der Top-Ten-Weine bestellen – darunter fünf Weiße, vier Rote und ein Rosé. Welche Erzeugnisse auf der Liste wechselnder Empfehlungen landen, entscheiden Allgaier, Hirsch und Hussong gemeinsam. Es gibt halt Restaurants, in denen zusammenfindet, was zusammengehört.

Allgaiers – Restaurant & Weinbar, Königstein, Limburger Straße 5, Tel. (06174) 639 67 20, , Di–So 12–14.30 + 18–1 Uhr (warme Küche bis 22 Uhr), Sitzplätze: 65 innen/40 außen, Küche: deutsch-französisch

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