Fliegerbomben haben die Kohlenhandlungen im Osthafen getroffen. Das Feuer ist zwar erloschen, auf dem Foto qualmt es aber noch stark. FOTO: Heinrich Stürtz, Institut für Stadtgeschichte
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Fliegerbomben haben die Kohlenhandlungen im Osthafen getroffen. Das Feuer ist zwar erloschen, auf dem Foto qualmt es aber noch stark.

Frankfurter Stadtteilgeschichte

Als die ersten Schiffe anlegten

  • Matthias Bittner
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Seit 75 Jahren gibt es die FNP - viel hat sich seitdem verändert. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021? Heute ist das Ostend an der Reihe.

Wegen seiner großen Bedeutung für Transporte war der Osthafen während des Zweiten Weltkriegs ein Hauptziel für die alliierten Luftangriffe. Und so wurde der größte Teil der Anlagen zerstört.

Das Foto oben links entstand nach dem ersten Großangriff im Oktober 1943 - zu sehen ist die nördliche Kaimauer des Vorbeckens. Im Hintergrund kann sind die Kohlenhandlungen zu erkennen, die in Flammen stehen und qualmen.

Weil der Osthafen eine wichtige Rolle für die Versorgung der Frankfurter mit Brennstoffen spielte, wurde er nach dem Krieg auch relativ zügig wieder aufgebaut. Offiziell eröffnet worden war der Osthafen am 23. Mai 1912. Es gab eine aus 15 Dampfschiffen bestehende Korsofahrt auf dem Main. Und im Ostpark wurde ein Volksfest gefeiert.

Pläne zum Bau der Hafenanlagen im Osten der Stadt gab es relativ zügig nach Eröffnung des Westhafens im Jahr 1886. Schon damals hatte sich abgezeichnet, dass die Kapazitäten im Westhafen, der keine Möglichkeiten zum Ausbau hatte, wahrscheinlich langfristig nicht ausreichen würden. Erste Pläne wurden für einen Hafen im Ostend wurden 1887 vorgelegt, es folgten weitere.

"Im Winter 1908/1909 begann die Firma Philipp Holzmann & Cie GmbH mit den Ausschachtungsarbeiten zu den Becken des Unterhafens. "Bis zu offiziellen Eröffnung des zum ersten Bauabschnitt gehörigen Unterhafens am 1. April 1912 hatte die Firma etwa zwei Millionen Kubikmeter Erde bewegt, wozu neben den Maschinen 500 bis 700 Arbeiter beschäftigt worden waren", schreibt Volker Rödel in "Ingenieurbaukunst in Frankfurt 1806 - 1914, das 1983 im Societäts-Verlag erschienen ist.

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 12. Dezember 2013 die Sicherung des Osthafens in den jetzigen Grenzen über 2050 hinaus. Dies ist auch eine Reaktion darauf, dass im einst als Industriestandort entwickelten Ostend in den vergangenen Jahren immer mehr Wohnungen entstanden sind. Die Stadt wollte mit ihrer Entscheidung immer mehr Begehrlichkeiten den Riegel vorschieben.

Dass der Osthafen keineswegs überflüssig ist, zeigt eine Umfrage, die Prof. Dr. Michael Huth von der Hochschule Fulda im Auftrag der Gemeinschaft Frankfurter Hafenanlieger und der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main durchgeführt hat. Darin heißt es, dass die Menge der umgeschlagenen Güter im Osthafen bei einer vollständigen Verlagerung auf die Straße einem Aufkommen von rund 47 500 Lastwagen monatlich entsprächen. Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt bis 2050 ist der Hafen für Frankfurt daher unverzichtbar", erläutert Christian Eichmeier, Vorstandsvorsitzender der Gemeinschaft Frankfurter Hafenanlieger. Matthias Bittner

Die Serie

Morgen sehen Sie auf der Osten-Seite die Ziegelherstellung auf dem Platz der Trümmerverwertungsgesellschaft.

Alle bisher erschienen Folgen unserer Serie finden Sie gebündelt auf www.fnp.de/stadtteilgeschichte

Der Kran steht bereit. Auch heute noch ist der Osthafen ein wichtiger Umschlagplatz.

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