75 JAHRE FNP

Als erste Kirche nach dem Krieg wieder eingeweiht

Seit 75 Jahren gibt es die Frankfurter Neue Presse - viel hat sich seitdem verändert: in dieser Zeitung, in der Stadt und in den Stadtteilen, von denen es einige damals noch gar nicht gab. Deshalb drehen wir die Uhren zurück und werfen einen Blick in die Vergangenheit. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021? Den Anfang macht die Auferstehungskirche in Praunheim.

1946 befand sich die Auferstehungskirche im Wiederaufbau.

Frankfurt - Wir schreiben das Jahr 1946, viele Teile Frankfurts sind zerstört und auch an Praunheim ist der Zweite Weltkrieg nicht spurlos vorüber gegangenen. Luftangriffe hatten die Auferstehungskirche im Ortskern völlig zerstört. Bereits ein Jahr später standen große Teile des Gotteshauses wieder, am gleichen Platz, aber in schlichterer Form. Was nur noch fehlte, war das Dach. Wobei die Balken bereits eingezogen waren.

Die Auferstehungskirche in der Graebestraße war die erste Kirche in Frankfurt, die nach dem Krieg am 5. Juni 1948 wieder eingeweiht wurde. Charakteristisch ist bis heute die unverputzte Natursteinfassade mit barock abgestuftem oktogonalem Turm. Wiederaufgebaut wurde die Kirche aus Eigenmitteln der Gemeinde. Daran erinnern eine Gedächtnislinde und ein Stein von 1950. Heute ist die Kirche ein Kulturdenkmal, ebenso wie die neben dem Bau stehende Zehntscheune.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde eine Kirche in Praunheim, damals noch "Brunheim", bereits 1132. Weil ein Schreiner 1748 jedoch in der Kirche nicht nur rauchte, sondern auch noch kochte, brannte der Bau bis auf die Grundmauern ab. 1770 wurde der Grundstein für eine neue Kirche gelegt, wie sie in dieser Zeit häufig in Dörfern um Frankfurt gebaut wurde.

Auf diesen Bau geht die heutige Kirche mit ihrem schlichten Innenraum, dessen bestimmenden Farben Rot und Grün sind, zurück. Mit dem 2,8 Tonnen schweren Altar, der bei der zweiten Innen-Renovierung 2003 aufgestellt wurde. Und den großen Fenstern, von denen nur zwei farbig sind, damit genug Licht in die Kirche fallen kann. Entworfen hat sie übrigens der unvergessene Praunheimer Maler Willi Petri. (Judith Dietermann)

Heute wie damals typisch für die Auferstehungskirche ist der achteckige Turm mit der Uhr.

Rubriklistenbild: © Gemeinde

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