Das Entzünden der Kerzen in St. Markus gehört zu den besinnlicheren Pflichten von Christof Hodana. Foto: Maik Reuß
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Das Entzünden der Kerzen in St. Markus gehört zu den besinnlicheren Pflichten von Christof Hodana.

Nied: Abschied

Als Küster braucht man viele Talente

  • vonAlexandra Flieth
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Christof Hodana, die Seele von St. Markus, geht in den Ruhestand

Christof Hodana (66) hat sich noch nicht an seinen Ruhestand gewöhnt, wie er verrät. Muss er aber derzeit auch nicht, obwohl er als Küster und Hausmeister der katholischen Pfarrgemeinde Nied bereits offiziell aus dem Arbeitsleben in die Rente verabschiedet worden ist. "Ich vertrete mich sozusagen solange selbst, bis mein Nachfolger die Stelle am 1. Mai übernimmt", sagt er. Wer das sein wird, stehe bereits fest.

Dass er einmal mehr als 40 Jahre für die Gemeinde arbeiten werde, sei nicht von Beginn seines Berufslebens an so geplant gewesen. Ende der 1970er Jahre sei er mit seiner Frau Christine nach Nied gekommen; zwei Kinder hat das Paar, eine Tochter und einen Sohn - die mittlerweile auch schon Anfang 40 sind und eigene Familien haben. "Ich komme gebürtig aus Schlesien", erzählt Hodana. Gelernt habe er ursprünglich das Bäckerhandwerk und in diesem Beruf auch als Geselle gearbeitet, unter anderem in einer Bäckerei in Fechenheim. Eine Mehlstauballergie habe dann das Aus gebracht.

Anfangs auch im "Speisewagen"

Eine Tür ging damals zu, dafür öffnete sich eine andere - der frühere Pfarrer von St. Markus, Friedhelm Mennekes, habe ihn gefragt, ob er als Küster und Hausmeister für die Gemeinde tätig sein möchte. Er wollte - und ist froh, dass er diesen Schritt gegangen ist. Am 1. Oktober 1980 ging es für ihn los. Zu Beginn sei er stark mit in die Jugendarbeit eingebunden gewesen. "An der Gemeinde gab es in 80er Jahren den ,Speisewagen', so hieß der Jugendclub, der weit über den Stadtteil hinaus bekannt war", erinnert sich Hodana.

Neben den täglich anfallenden Aufgaben wie der Vorbereitungen der Gottesdienste sei ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit gewesen, die einst von Pfarrer Mennekes initiierte Ausstellungstätigkeit in der Kirche St. Markus zu unterstützen. Das Engagement der Gemeinde für Kunst und Künstler wird bis heute weitergeführt. Auch der Besuch des früheren Bischofs Franz Kamphaus und des derzeitigen Bischofs Georg Bätzing in St. Markus sind Christof Hodana besonders in Erinnerung geblieben. "In den 80er und 90er Jahren wurde auch Weiberfastnacht in der Gemeinde gefeiert. Dafür habe ich die Kulissen gemalt", erinnert er sich.

Vier Pfarrer hat er in den vier Jahrzehnten kennenlernen dürfen. Aktuell arbeitet er mit Pfarrer Rolf Glaser zusammen. An dem Vormittag, an dem wir mit ihm sprechen, hat es bereits einen Gottesdienst in St. Markus gegeben. Insgesamt drei Gemeinden sind am Kirchort St. Markus ansässig, nämlich auch die italienische und die polnische katholische Gemeinde. Auch für sie hat Hodana alle Gottesdienste vorbereitet. Sonntags oder an Feiertagen frei zu haben, das kennt er daher nicht. Die Gottesdienste vorbereiten, das bedeutete "an Sonntagen um 11 Uhr die deutsche Messe, um 13 Uhr die polnische Messe und um 17 Uhr die italienische Messe", erklärt er. "Dafür habe ich dann an Montagen nicht gearbeitet." Und als gelernter Bäcker habe er auch öfter bei Veranstaltungen im Ofen des Gemeindezentrums Pizza backen dürfen. "Als die Gemeinde dorthin eingezogen ist, hat der Architekt bei der Neugestaltung den Ofen mit eingeplant", berichtet Hodana. Viel backen würde er aber ansonsten nicht mehr.

Der Stadtteil ist Heimat geworden

40 Jahre im Dienste der Gemeinde hat er bereits am 1. Oktober 2020 gefeiert. "Mein Vertrag wurde daraufhin aber noch bis zum 1. März dieses Jahres verlängert", sagt er. An diesem Datum sei auch seine Frau offiziell in den Ruhestand gegangen. Wenn es wieder möglich sei, möchten die beiden verreisen - gerne an die Nordsee nach Holland in ein Ferienhaus. "Dorthin können wir unsere Hündin Lucy mitnehmen", sagt Hodana. "Früher sind wir viel und auch weit verreist innerhalb Europas und in die USA." Mit ihrer Hündin unternehmen sie gerne morgens schöne Spaziergänge im Schwanheimer Wald.

An seinem Beruf habe er in all den Jahren besonders geschätzt, dass er selbstständig arbeiten durfte und seine Ideen mit einbringen konnte. Es hätten sich viele Freundschaften entwickelt. Christof Hodana, der der katholischen Gemeinde auch im Ruhestand verbunden bleiben wird, sagt: "Nied ist für uns zur Heimat geworden." Alexandra Flieth

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