Der "Rote Block" an der Eckenheimer Landstraße bekam seinen Namen von den einst roten, unverputzten Ziegelsteinen. 1988 sanierte die ABG den denkmalgeschützten Bau. FOTO: Heimatverein Eckenheim
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Der "Rote Block" an der Eckenheimer Landstraße bekam seinen Namen von den einst roten, unverputzten Ziegelsteinen. 1988 sanierte die ABG den denkmalgeschützten Bau.

Stadtteilgeschichte

Frankfurt: Als sich der Rote Block mit Leben füllte

  • Friedrich Reinhardt
    VonFriedrich Reinhardt
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Seit 75 Jahren gibt es die FNP - viel hat sich seitdem verändert. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021? Heute blicken wir nach Eckenheim auf den Roten Block.

Frankfurt/Eckenheim - Als 1910 die ersten Mieter die Wohnungen den Roten Block an der Eckenheimer Landstraße Ecke Porthstraße bezogen haben, muss es wie eine Befreiung gewesen sein. Raus aus den stickigen, engen, dunklen Arbeiterwohnungen.

Noch wenige Jahre, bevor 1910 die ersten Mieter in den Roten Block einzogen, galten Wohnungen erst dann als überbelegt, wenn mehr als sechs Personen in einem Zimmer lebten oder mehr als elf Personen in zwei Zimmern. Diesem Elend auf dem Wohnungsmarkt wollte die "Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen" (heute ABG Frankfurt Holding) etwas entgegensetzen. Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, "Wohnungen an Unbemittelte zu billigen Preisen" zu vermieten, wie es im Gesellschaftsvertrag der ABG hieß. Auch sollten die Mieter nicht fürchten müssen, von heute auf morgen aus ihrer Wohnung geschmissen zu werden. In Eckenheim war der Rote Block das erste Vorzeige-Projekt dieser Idee des sozialen Wohnungsbaus.

Frankfurt im Wandel der Zeit: Familienleben im Roten Block in Eckenheim

276 Wohnungen entstanden dort bis 1913. Vor allem Familien mit Kindern lebten hier. Zwischen 20 und 40 Mark zahlten sie für eine Küche mit einem Zugang zur Toilette, einen kleinen Abstellraum und ein bis drei Schlafzimmern. Die Bade- und Duschräume nutzen die Bewohner gemeinschaftlich. Sie waren im Keller des Vereinshauses, das in der Mitte des Wohnblocks stand. Dort gab es auch einen Versammlungsraum, eine Lesestube. Sogar die Stadtbibliothek eröffnete in dem Vereinshaus eine kleine Zweigstelle für die Bewohner.

Der "Rote Block" an der Eckenheimer Landstraße bekam seinen Namen von den einst roten, unverputzten Ziegelsteinen. 1988 sanierte die ABG den denkmalgeschützten Bau.

Im Jahre 1946 stand der Rote Block, so genannt wegen der unverputzten Backsteinfassade, noch unverändert. Von den Bombardements während des Zweiten Weltkrieges blieb er - wie der größte Teil Eckenheims - weitgehend verschont. So konnten darin viele Frankfurter Familien unterkommen, deren Wohnungen der Krieg vernichtet hatte.

1988 wurde der Rote Block, der mittlerweile unter Denkmalschutz stand, umfassend modernisiert. Aus den 274 kleinen Wohnungen wurden 198 größere Wohnungen. diesmal mit einem eigenen Bad. (msr)

Die Serie

Auch in der Nordweststadt in Frankfurt hat sich einiges geändert. Alle bereits erschienenen Folgen finden Sie im Internet auf www.fnp.de/stadtteilgeschichte

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