Die Zukunft der Häuserzeile bleibt ungewiss. Zwar liegt eine Abrissgenehmigung vor, bislang aber kein Bauantrag. Bei einem Rundgang schmiedeten FDP-Mitglieder der Ortsbeiräte 7 und 8 schon einmal Pläne.
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Die Zukunft der Häuserzeile bleibt ungewiss. Zwar liegt eine Abrissgenehmigung vor, bislang aber kein Bauantrag. Bei einem Rundgang schmiedeten FDP-Mitglieder der Ortsbeiräte 7 und 8 schon einmal Pläne.

Geschäfte in Alt-Rödelheim stehen leer

Alt-Rödelheim: Hier wäre Platz für einen richtigen Platz

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Liberale Ortsgemeinschaft macht sich beim Rundgang im Herzen des Stadtteils ein eigenes Bild

Rödelheim -Die meisten Ladenlokale im Erdgeschoss der Zeile aus fünf zweigeschossigen Häusern mit der Adresse Alt-Rödelheim 14 - 20 stehen leer. Der türkische Supermarkt ist mittlerweile geschlossen und auch die kleine Bistro-Bar gibt es nicht mehr. Nur der Vietnamese an der Ecke Assenheimer Straße 1 hat nach wie vor geöffnet. Ansonsten herrscht eher Abbruchstimmung in der Häuserzeile, über deren Sanierung bereits seit mehreren Jahren diskutiert wird. Intensiver wieder seit der Planungswerkstatt Alt-Rödelheim 2016. Passiert ist seitdem allerdings nicht viel. "Es wird Zeit, dass die zahlreichen Ideen endlich angegangen werden", sagt Sebastian Papke, FDP-Fraktionvorsitzender im Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen).

Noch immer kein gemeinsamer Antrag

Die FDP-Ortsgemeinschaft der Bezirke 7 und 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) hatte deswegen zu einem Rundgang geladen. Um Werbung für die Veränderungen zu machen, wie Papke es erklärte. Zwar seien alle Fraktionen gleichermaßen daran interessiert, dass es "endlich vorangehe". Auf einen gemeinsamen Antrag habe man sich aber noch nicht einigen können. Auseinander gingen die Meinungen vor allem, wie hoch die neuen Gebäude sein sollen. Drei-, vier- oder vielleicht sogar doch fünfstöckig? "Die neue Häuserzeile sollte nicht höher sein als die gegenüberliegende Bebauung", sagt der Stadtverordnete Michael Bross (FDP).

Vorschläge aus der Werkstatt

"Im Rahmen der Ideenwerkstatt 2016 wurden zahlreiche Vorschläge aus der Bürgerschaft diskutiert. Viel guter Wille und Zeit wurden investiert und verschiedene Alternativen für die Gestaltung der Straße und der Platzsituation Alt-Rödelheim vorgeschlagen", warnt Papke davor, diese Ideen zu ignorieren. Das wäre nicht nur schade, sondern auch kein gutes Zeichen für die Bürger.

Eine Mischverkehrsfläche, also die gemeinsame Nutzung des Straßenraums durch alle Verkehrsteilnehmer, den Erhalt der Parkplätze sowie den Bau eines Quartiersplatzes fordert die FDP deswegen in einem Antrag, über den in den nächsten Sitzung des Ortsbeirates 7 diskutiert werden soll. Ein Platz als Treffpunkt in Alt-Rödelheim ist übrigens nicht neu, einst gab es dort einen Marktplatz. Das zeigen alte Postkarten.

Die eigentliche Quartiersmitte, sagt Karin Rebenstock, die nur wenige Meter entfern wohnt, habe sich in den vergangenen Jahren immer mehr zum neugestalteten Bahnhof verlagert. Das sei auch gut so, trotzdem fehle in Alt-Rödelheim solch ein Platz. Ein Platz, an dem man sich treffen und gemütlich einen Kaffee trinken könnte, sagt Rebenstock.

Dieser Wunsch könnte tatsächlich erfüllt werden, sagt Edeltraud Papke, Architektin und Mutter des Fraktionsvorsitzenden. Sie greift in ihre Tasche und holte einen Plan heraus. Der zeigt, wie die neue Häuserzeile einmal aussehen könnte. Gastronomie im Erdgeschoss, sagt sie, mit Außenfläche. Denn so etwas gebe es hier nicht. "Alle Rödelheimer haben solch einen Platz verdient und nicht den Zustand der vergangenen Jahre, der eher einer Müllhalde und einem Rattenparadies glich", fügt Papke hinzu.

Wie große die neu zu bebauende Fläche ist, zeigt ein Gang in die Assenheimer Straße. Denn es handelt sich nicht nur um die Häuserzeile, auch der dahinter liegende Hof bietet "noch einiges an Potenzial", wie Michael Bross bemerkt. Wann und wie dieses Potenzial genutzt werden kann, ist jedoch nach wie vor fraglich. Zumindest wurde eine Abbruchgenehmigung erteilt, heißt es aus dem Stadtplanungsamt. Diese sei drei Jahre lang gültig, wann es genau losgeht, könne man deswegen nicht sagen.

Auch ist der Stadt nicht bekannt, was der Eigentümer plant, denn eine Bauanfrage oder gar einen Bauantrag gebe es noch nicht. Da es für Alt-Rödelheim aber eine Erhaltungssatzung gibt, müssten beim Neubau einige Dinge beachtet werden. Denn das Erscheinungsbild, also der optische Eindruck, müsste erhalten bleiben.

"Hier ein fünfgeschossiges, eintöniges Gebäude zu bauen, wäre wirklich kontraproduktiv", sagt auch Sebastian Papke. judith dietermann

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