Stefan Klee, Fraktions-Chef der Linken im Ortsbeirat 11, kritisiert seit Jahren, dass seit Jahren das Mietshaus in der Rümelinstraße 41 leer steht und damit bezahlbarer Wohnraum verschwunden sei.Doch nun will ein Investor hier 20 Eigentumswohnungen bauen.
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Stefan Klee, Fraktions-Chef der Linken im Ortsbeirat 11, kritisiert seit Jahren, dass seit Jahren das Mietshaus in der Rümelinstraße 41 leer steht und damit bezahlbarer Wohnraum verschwunden sei.Doch nun will ein Investor hier 20 Eigentumswohnungen bauen.

Riederwald: Neue Nachbarn

Alte Baulücke soll verschwinden

  • vonFriedrich Reinhardt
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Investor will 20 Wohnungen in Rümelinstraße bauen - Zeitpunkt unklar

Das einzig Schöne an der Ruine Rümelinstraße 41 sind allenfalls die Erinnerungen. An die Jahre zwischen 2009 und 2015, als Familie Frey hier noch einen kleinen Einkaufsmarkt betrieben hat. Die Senioren aus der nahen Wohnanlage konnten gleich um die Ecke einkaufen und über dem Geschäft gab es günstige Wohnungen. "Der Vermieter hat sich zwar um nichts gekümmert, dafür waren die Mieten niedrig", erzählt Stefan Klee, Fraktionsvorsitzender der Linken im Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach). Nichts davon ist geblieben.

"Entmietung wie aus dem Bilderbuch"

Seit 2016 steht der 70-Jahre Bau nun leer und entkernt da. "Es war eine Entmietung wie aus dem Bilderbuch", sagt Klee. Die Mieter hätten einzeln mit dem Vermieter über eine Umzugspauschale verhandelt. Eine arbeitslose Frau, der die Ablösung von der Grundsicherung abgezogen worden wäre, und die nur schwer eine bezahlbare Wohnung gefunden hätte, blieb auf der Strecke. 2018 wurde der kleine Anbau abgerissen. Nur eine zwei Meter tiefe Baugrube blieb und Bauzäune und Baken, die den schmalen Gehweg versperren. Sie stehen bis heute. Es ist eine offene Wunde im Stadtteil, der immerhin durch die Sanierungen des Volks-, Bau- und Sparvereins über die Jahre ansehnlicher geworden ist.

Eigentümer des Grundstücks ist der selbstständige Finanzberater Ludger Quante. Als der Anbau abgerissen wurde, sollte das Haus "revitalisiert werden", sagt er. Der Bau sollte ein Satteldach mit zusätzlichen Wohnungen erhalten. Anstelle des Anbaus sollten zwei Einfamilienhäuser gebaut werden. "Villa Rieder" hieß das Projekt. "Der Entwurf des Architekten war aber völlig unbrauchbar", erklärt Quante. DIN-Normen seien nicht eingehalten worden. Der Brandschutz hätte nicht gepasst. Ergebnis: Die "Villa Rieder" wurde nie gebaut.

"Auch wenn man ein altes Haus revitalisiert, bleibt es ein altes Haus", sagt Quante. Etwa an der Deckenhöhe ändere sich nichts. Darum habe er einen neuen Entwurf in Auftrag gegeben. Der Neubau werde sich an der Umgebung orientieren. 20 Wohnungen sollen entstehen. "Vier-Zimmer-Wohnungen mit 100 Quadratmetern und Wohnungen mit drei, mit zwei Zimmern und einem Zimmer." Quante nennt es "einen schönen Wohnungs-Mix". Die Planung sei fertig, bald könnten Bauanträge gestellt werden.

Und was glaubt der Eigentümer, wann die Bauarbeiten beginnen können? Wann die Wunde geheilt sein wird? Quante will keinen Zeitplan nennen. Das sei Spekulation und unseriös. Wegen der Corona-Pandemie würden sich Bauarbeiten verzögern, weil Baustoffe nicht geliefert werden können. "Und wer weiß, wie lange es dauert bis die Bauanträge genehmigt sind. Drei Monate? Oder ein Jahr?", sagt er. Wenn das Haus steht, möchte er die Wohnungen alle verkaufen.

Stefan Klee sorgt sich, dass es teure Wohnungen sein werden, die in der Rümelinstraße 41 entstehen. Damit würden Familien einziehen, die mehr als ein Auto haben. Der Parkdruck würde steigen, so Klee. Ihn beruhigt offenbar Quantes Ankündigung, dass das neue Haus eine Tiefgarage erhalten soll.

Teuere Wohnungen lassen Mieten steigen

Doch teuere Wohnungen machen auch andere Wohnungen teuerer, sagt Klee. Sie würden den Mietspiegel im Quartier anheben. Dort hat der Volks-, Bau- und Sparverein viele Wohnungen. Ihr Mietpreis orientiere sich am Mietspiegel, erklärt Klee.

Quante antwortet vage auf die Frage nach dem zu erwartenden Wohnungspreisen. "Das entscheidet der Markt." Die Wohnungen könnten nicht so teuer sein wie im Westend, sagt er. Es sei ja der Riederwald. "Aber ein Sack Zement kostet im Westend genauso viel wie im Riederwald." Das dürfte heißen, dass die Wohnungen nicht billig werden können, schon wegen der steigenden Baupreise. Friedrich Reinhardt

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