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Alte Mauer verzögert die neue Brücke

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Von: Judith Dietermann

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Links die alte Brücke, rechts daneben die für die Bauzeit versetzte Fußgängerbrücke, die im Anschluss zurückgebaut wird. FOTO: oscar unger
Links die alte Brücke, rechts daneben die für die Bauzeit versetzte Fußgängerbrücke, die im Anschluss zurückgebaut wird. © Oscar Unger

Bauwerk über die Nidda wird wohl erst im Frühjahr 2023 fertig

Radfahrer und Fußgänger, die die Brücke über die Nidda in der Hausener Obergasse nutzen, müssen sich umstellen. Denn der schmale Steg über den Fluss, der übrigens bis 1988 in Praunheim stand, führt nun nicht mehr rechts, sondern links neben der Brücke ans andere Ufer. Hintergrund der Versetzung ist der Neubau des Überwegs für den Autoverkehr.

Schon fast 100 Jahre alt

Denn das Bauwerk von 1928 ist in einem so schlechten Zustand, dass es weichen muss. Darüber hatte das Amt für Straßenbau- und Erschließung bereits vor einem Jahr informiert und im August die Baustelle eingerichtet. Voraussichtlich im April werde die alte Brücke verschwinden, teilt jetzt Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung mit. Das bedeute, dass zunächst der alte Beton und Asphalt zurückgebaut werde. Anschließend werde der Stahlüberbau mit einem Autokran herausgehoben, dann die alten Widerlager rückgebaut. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, soll mit den Arbeiten zur Gründung der neuen Brücke begonnen werden.

Während der Autoverkehr umgeleitet wird, sollen Fußgänger und Radfahrer auch während der Bauzeit weiterhin trockenen Fußes über die Nidda kommen. Möglich mache dies die bereits erfolgte Versetzung der Brücke, so Kraft. "Diese bleibt geöffnet, bis die neue Brücke fertig ist. Danach wird sie zurückgebaut", erklärt sie.

Dies wird allerdings nicht - wie ursprünglich angedacht - bereits im Juli dieses Jahres der Fall sein. Denn es kam zu Verzögerungen. Realistisch sei nun eine Fertigstellung im Frühjahr 2023, sagt die Amtsleiterin. Dieser zeitliche Verzug sei quasi die Summe mehrere Umstände. So sei im Untergrund eine Mauer gefunden worden, die zunächst entfernt werden musste, damit die Netzdienste Rhein-Main ihre Arbeiten fortsetzen konnten. Diese wiederum habe die Anpassung der bestehende Terminplanung erfordert.

Kommt es bei solch einem Projekt an einer Stelle zu Verzögerung, wirkt sich das freilich auch auf die weiteren Schritte aus. So auch bei der Brücke in der Hausener Obergasse. "Können die am Bau beteiligten Firmen, die ihre personellen Kapazitäten sehr genau an dem vorgesehen Bauablauf ausrichten, nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt starten, müssen sie ihr Personal neu kalkulieren. Was sich ebenfalls nachteilig auf das Baugeschehen auswirken kann", erklärt Michaela Kraft. Und: Ebenfalls zu Verzögerungen geführt hätte freilich die Corona-Pandemie mit Krankheits- und Quarantäne-Fällen.

Mittlerweile hätten die Netzdienst die Trassen umgelegt, diese Arbeiten seien nun abgeschlossen, so dass das Amt für Straßenbau und Erschließung das Baufeld wieder an die bauausführenden Firma Weil übergeben konnte. Dort werde nun die weitere Logistik und die Ausführungsplanung vorangetrieben. "Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten im April weitergeführt werden können", fügt sie hinzu.

Zehn Meter breit und 31 Meter lang wird die neue Brücke über die Nidda sein. Und damit deutlich breiter, als ihre Vorgängerin. Weshalb auch der Fußgängersteg abgebrochen wurde und sich nun Radfahrern und Autos die Fläche teilen. Soll heißen: Die Fußgänger bekommen auf jeder Seite einen zwei Meter breiten Gehweg, dem motorisierten Verkehr und den Radlern steht künftig die 5,50 Meter breite Fahrbahn zur Verfügung.

Mehr Platz für Radler

Für die Radler, die von Hausen in Richtung Rödelheim unterwegs sind, wird dort eine gesicherte Trasse von rund zwei Metern Breite geschaffen. Mittels baulicher Schutzelemente soll diese vom restlichen Teil der Fahrbahn getrennt werden. Damit werde klar verdeutlich, dass nur dem Radverkehr der Zweirichtungsverkehr eingeräumt werde, hatte der Magistrat in einer Stellungnahme erklärt, nachdem der zuständige Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) mehr Platz und Sicherheit für die Radfahrer gefordert hatte.

Damit wird aber auch klar: Auch die neue Hausener Brücke bleibt für den motorisierten Verkehr eine Einbahnstraße, befahren werden kann sie weiterhin nur von Rödelheim in Richtung Hausen. Die Kosten sind derweil bei 1,7 Millionen Euro angesetzt. Ob es dabei bleibt könne erst nach Abschluss des Bauprojektes gesagt werden, sagt Michaela Kraft. judith dietermann

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