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Strahlen nach dem Richtspruch des Zimmermanns Georg Kiesel: Beatrix Schorr (Stift-Direktorin, links), Annette Snigula (Architektin) und Daniela Birkenfeld (Sozialdezernentin, rechts).

Wiesenhüttenstift

Im Alter selbstbestimmt leben und wohnen

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Voraussichtlich im Frühjahr 2019 ziehen die ersten Bewohner in den Neubau der Stiftung „Versorgungshaus & Wiesenhüttenstift“ im Preungesheimer Wohngebiet Frankfurter Bogen ein. Die Fertigstellung des Rohbaus wurde jetzt mit einem Richtfest gefeiert, bald beginnt der Innenausbau.

Das Interesse an den Wohnungen im Neubau der Stiftung „Versorgungshaus & Wiesenhüttenstift“ auf dem Eckgrundstück Gundelandstraße/An den Drei Hohen ist sehr groß. Es ist die letzte Fläche im Wohngebiet Frankfurter Bogen in Preungesheim, die bebaut wird. Dort entstehen derzeit 38 seniorengerechte Wohnungen sowie ein Verwaltungstrakt für Mitarbeiter des Wiesenhüttenstifts, welches den Neubau errichten lässt. Die Bruttoprojektkosten hierfür belaufen sich auf etwa 13,3 Millionen Euro.

Obwohl es noch rund ein Jahr dauern wird, bis die ersten Bewohner einziehen können, gibt es jetzt schon Wartelisten mit Interessenten für die geplanten Wohnungen. Diese haben zwischen 1,5 und vier Zimmer und sind zwischen 45 und rund 90 Quadratmeter groß. „Der Mietpreis pro Quadratmeter ist noch nicht festgelegt“, sagt Beatrix Schorr. Sie ist seit 2007 als Direktorin der Stiftung tätig.

Der Rohbau ist fertiggestellt, gestern wurde er beim Richtfest durch den Zimmermann Georg Kiesel von der Firma Otto Heil aus Bad Kissingen eingeweiht. Die Wohnungen sind bestimmt für Frauen und Männer ab 60 Jahren, die im Alter selbstständig und selbstbestimmt leben möchten, und zwar in Form des Betreuten Wohnens.

Bereits vor 200 Jahren wurde der Träger dieses Angebots gegründet. Die Stiftung „Versorgungshaus & Wiesenhüttenstift“ ist eine mildtätige Stiftung des öffentlichen Rechts. In ihrer Funktion als Frankfurter Sozialdezernentin ist Daniela Birkenfeld (CDU) Vorsitzende des Vorstands, der in der Stiftung „Pflegamt“ heißt. Sie füllt diese Funktion ebenso wie die restlichen Mitglieder ehrenamtlich aus.

„Hier entsteht sehr schöner, barrierefreier Wohnraum nach modernsten Ansprüchen“, sagte Birkenfeld beim Richtfest. Geboten würden offene Küchen, Bad und Balkon. Zudem gebe es eine Gemeinschaftsküche mit Kaminecke, Bibliothek und Gymnastikraum sowie im Dachgeschoss eine

Sauna mit Dachterrasse

. Birkenfeld weiß, dass viele Senioren von heute auch nicht auf ihre Computer verzichten möchten, ein Internetzugang ergo eine Selbstverständlichkeit ist.

Am Gravensteiner Platz 1–3 betreibt die Stiftung seit 2006 ein Altenpflegeheim mit 149 Pflegeplätzen. Außerdem gibt es dort bereits 24 seniorengerechte Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen, ebenfalls in Form des Betreuten Wohnens. Beatrix Schorr kann sich noch gut an die Anfänge erinnern: „Damals waren wir das einzige Haus am Platz“, erzählt sie.

Mittlerweile hat sich rund um den Gravensteiner Platz viel getan. In den neugebauten Häusern ist Leben eingezogen, Geschäfte ermöglichen eine gute Nahversorgung, genauso wie der Wochenmarkt am Freitag, der überdies ein Treffpunkt ist. Außerdem ist das Wohngebiet Frankfurter Bogen mit der Straßenbahnlinie 18 gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Überall gibt es Möglichkeiten der Begegnung. So kommen auch Schüler der benachbarten Carlo-Mierendorff-Schule regelmäßig zu gemeinsamen Spielenachmittagen in die Einrichtung am Gravensteiner Platz oder können mehr über den Pflegeberuf erfahren.

Künftig soll das Gebäude am Gravensteiner Platz mit dem Neubau über einen unterirdisch verlaufenden Durchgang verbunden werden. Durch diese Verbindung ist es allen Bewohnern möglich, künftig die Gemeinschaftsräume in beiden Gebäuden zu nutzen – egal, bei welchem Wetter. So ist im Erdgeschoss des Neubaus auch eine Cafeteria geplant. Den Innenbereich der beiden Häuser sollen Büsche und Pflanzen verschönern, damit die Bewohner dort gerne verweilen. Die Bepflanzungsarbeiten sollen im Frühjahr 2019 beginnen.

Der genehmigte Entwurf des Neubaus geht zurück auf den Architekten Jörn Pötting vom gleichnamigen Berliner Architekturbüro. Die Ausführungen und Detailplanungen liegen in der Hand des Berliner Büros für Architektur und Innenarchitektur „B-Vier“ mit den beiden Geschäftsführern Lutz Rudolph und Annette Snigula. In dem klar strukturierten Bau finden sich auch spielerische Formen, so etwa die Anordnung der Fenster.

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