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Dunkel, ungemütlich und beschmiert ist die Unterführung am Rödelheimer Bahnhof. Nun sollen zumindest die grauen Betonwände an der Rampe zum Baruch-Baschwitz-Platz mit Graffiti gestaltet werden.

Rödelheim: Unterführung

Am Ende des Tunnels wird es bunt

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Graffiti soll Bahnhof aufwerten. Wände in der Unterführung bleiben farblos.

Recht dunkel und ungemütlich ist die Unterführung des Rödelheimer Bahnhofes, die die Ost- und Westseite, den Arthur-Stern- und den Baruch-Baschwitz-Platz miteinander verbindet sowie zu den beiden S-Bahn-Gleisen führt. Schnell sind Passanten und Fahrgäste deswegen dort unterwegs, sie huschen rasch hindurch. Inne hält niemand, noch nicht einmal, wenn im Tunnel musiziert wird. Weil es dort schlichtweg viel zu ungemütlich ist.

Trister und grauer Beton

Hinter dem Tunnel, am Aufgang zum Baruch-Baschwitz-Platz, wird es durch die schneckenförmige Rampe und die große Treppe zumindest heller und luftiger. Aber nicht viel schöner. Mehrere Meter hoch sind die Betonwände, trist und grau. Wie auch auf der anderen Seite der Bahngleise, dem Aufgang zum Arthur-Stern-Platz. Daran ändern auch die amateurhaften Graffitis nicht, mit denen die Wände ab und an beschmiert sind.

Um das künftig zu verhindern und den Bahnhof attraktiver zu gestalten, ist der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) bereits vor mehreren Monaten aktiv geworden. Aus ihrem Budget wollen die Stadtteilpolitiker die Betonwände künstlerisch gestalten lassen. Die Suche nach einem Künstler hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Sasse in die Hand genommen. Fündig geworden ist er im Ostend.

Es ist Justus Becker, bekannt als COR, der auch in Rödelheim seinen künstlerischen Fußabdruck hinterlassen wird. Wie er es an vielen anderen Orten in Frankfurt bereits getan hat. Wie in der Unterführung an der Ginnheimer Woogstraße, die er vor einigen Jahren gestaltet hat.

Da es sich um eine gemeinsame Initiative des Ortsbeirates handelt, zeigte sich Sasse in der Sitzung des Ortsbeirates am Dienstagabend doch sehr verwundert über einen Antrag der CDU, der auf der Tagesordnung auftauchte. Dieser forderte den Magistrat auf, einen Fonds für nötige Reparaturen einzurichten, sollte das Kunstwerk zerstört werden.

"Der Antrag ärgert mich ein wenig. Die CDU war bis jetzt nicht die treibende Kraft, bis jetzt waren wir immer interfraktionell unterwegs. Das sollte auch so bleiben", so Sasse. Alexander Zollmann (CDU) versuchte zu beschwichtigen. "Daumen hoch für die SPD und Herrn Sasse. Trotzdem müssen wir damit rechnen, dass auch solch ein Kunstwerk beschädigt wird, dass dann repariert werden soll", lobte der Fraktionsvorsitzende.

Antrag wurde zurückgezogen

Der Antrag sei wohl "gut gemeint von der CDU", meinte Barbara Davide-Wehe (Farbechte/ Linke). Allerdings müsse das Geld für etwaige Reparaturen auch von dem kommen, der das Projekt initiiert habe. Also vom Ortsbeirat. Dafür solle doch ein Teil des jährlichen Budgets zurückhalten werden, schlug sie vor. Miriam Dahlke (Grüne) fand den Antrag derweil zu unkonkret. So bekomme man sicher keine Antwort, meinte sie. Letztlich wurde der Antrag zurückgezogen, die Fraktionen wollen nun Ideen sammeln und dann in einem Antrag zusammenfassen. In einem interfraktionellen Antrag.

Hans-Jürgen Sasse hätte sich derweil gefreut, wenn es bereits einen Termin für die Umsetzung geben würde. Gibt es aber noch nicht. Erst soll die eine, dann die andere Seite gestaltet werden. Am besten noch in diesem Jahr, der zweite Teil im Frühling. "Wie das Wetter es zulässt", so Sasse.

Während Justus Becker an einem Aufgang "frei, aber nicht zu progressiv" arbeiten kann, soll auf der anderen Seite ein künstlerischer Bezug zu Rödelheim hergestellt werden.

Wie der Wasserturm oder das Brentanobad. Die Wände im Tunnel blieben derweil unangetastet. Denn sie gehören in die Zuständigkeit der Deutschen Bahn AG und nicht der Stadt Frankfurt. judith dietermann

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