Sie werden gerade händeringend für den Frankfurter Flughafen gesucht: Flugzeugabfertiger, die die Maschinen be- und entladen.
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Sie werden gerade händeringend für den Frankfurter Flughafen gesucht: Flugzeugabfertiger, die die Maschinen be- und entladen.

Luftverkehr

Am Flughafen Frankfurt fehlt Personal: Es gibt Verspätungen und Wartezeiten

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Fraport sucht dringend Mitarbeiter für die Flugzeugabfertigung. Doppelschichten arbeiten das unerwartet hohe Aufkommen am Flughafen Frankfurt ab.

Frankfurt – Allmählich kehrt an den Flughafen Frankfurt wieder so etwas wie Normalität zurück. Die Zahl der Passagiere steigt, wenn auch langsam. Die der Flugbewegungen ebenfalls. Das Terminal 2 ist wieder geöffnet, die Nordwest-Landebahn ist in Betrieb. Und hier und da bilden sich gar Schlangen vor den Check-In-Schaltern und den Sicherheitskontrollen.

"Wir rechnen in den Wintermonaten mit gut 50 Prozent der Fluggäste und bis zu 70 Prozent der Flugbewegungen im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise", sagt Stefan Schulte, Chef des Flughafenbetreibers Fraport. "An den Wochenenden verzeichnen wir wieder mehr als 130.000 Passagiere pro Tag." Das stellt das Unternehmen jedoch vor Probleme. Fraport fehlen schlicht und einfach Mitarbeiter auf dem Vorfeld - und zwar diejenigen, die die Flugzeuge be- und entladen und sich um die Koffer und Reisetaschen der Passagiere kümmern.

Flughafen Frankfurt: 244 Reiseziele in 92 Ländern

"Wir dachten eigentlich, dass die Zahl der Passagiere und Flugbewegungen im Herbst wieder rückläufig ist, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder steigt", sagt Schulte als Begründung. Doch falsch gedacht. Zwar steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Tat rasant an, in Frankfurt lag sie gestern bei einem Wert von 172,8. "Die Menschen wollen aber fliegen", so Schulte.

Das macht auch der Winterflugplan des Flughafens deutlich. Seit Sonntag bieten 83 Fluggesellschaften Passagierflüge zu weltweit 244 Reisezielen in 92 Ländern an. Und ab kommenden Montag richtet sich der Flughafen auf zusätzlichen Andrang ein. Denn ab dem 8. November dürfen geimpfte und zusätzlich getestete EU-Bürger wieder in die USA einreisen. Insgesamt 17 amerikanische Städte werden dann von Frankfurt aus wieder angeflogen. "Wir erwarten schon im November zwischen 300.000 und 400.000 Passagiere auf den USA-Flügen", sagt der Fraport-Chef. Vor der Krise waren es 500.000 Fluggäste im Monat.

Flughafen Frankfurt: Lange Schlangen und Verspätungen drohen

Jetzt wäre Stefan Schulte natürlich nicht ehrlich, wenn er behaupten würde, sich über diese Entwicklung nicht zu freuen. Doch er sagt auch: "Ich erwarte lange Schlangen in den Terminals, verpasste Flieger und Verspätungen." Problematisch sei nämlich, dass sich die Starts und Landungen auf wenige, besonders gefragte Zeitpunkte im Tagesverlauf konzentrieren - und zwar am Morgen und am Abend. Teilweise gebe es etwa am Vormittag fast schon so viele Flugbewegungen wie vor der Corona-Krise. "Wir können für die einzelnen Spitzen aber nicht die komplette Mannschaft über den ganzen Tag vorhalten", sagt der Flughafen-Chef. Deshalb fehle dann Personal, vor allem auf dem Vorfeld. Dort seien bereits wieder rund 75 Prozent der Mitarbeiter, sprich: 5600 Männer und Frauen, im Einsatz. Niemand ist mehr in Kurzarbeit.

Doch das fehlende Personal muss natürlich kompensiert werden. Deshalb müssen die Mitarbeiter auf dem Vorfeld Sonderschichten schuften, die Dienstzeiten wurden verlängert. "Wir haben finanzielle Anreize für diejenigen ausgelobt, die Sonderschichten machen", so Schulte. Auch helfen 70 Beschäftigte aus, die normalerweise am Schreibtisch sitzen und nicht auf dem Vorfeld ackern. Zudem hat Fraport nach eigenen Angaben bereits 400 zusätzliche Mitarbeiter für die Bodenverkehrsdienste eingestellt. Wegen ausstehender Sicherheitsüberprüfungen und Einweisungen seien davon derzeit aber erst 150 auf dem Vorfeld angekommen. "Ich rechne in den kommenden sechs Monaten mit 500 bis 1000 weiteren Einstellungen", so Schulte.

Flughafen Frankfurt: Ein hoher Krankenstand

Diese neuen Mitarbeiter werden auch dringend gebraucht, ist sich der Fraport-Betriebsratsvorsitzende Hakan Bölükmese sicher. "Die Mehrarbeit bleibt nämlich nicht ohne Folgen", sagt er im Gespräch mit der FNP. Das Personal sei spürbar überlastet, der Krankenstand sei mit 30 Prozent der Beschäftigten hoch. Bölükmese weist aber auch auf eine weitere Folge der Personalmisere hin. Denn derzeit sind nur rund 70 Prozent der Starts und Landungen pünktlich.

Das berichtet auch der Flughafen-Chef. Corona habe jeden einzelnen Prozess verkompliziert und verlangsamt. Zudem fehle es an international abgestimmten Verfahren. Das summiere sich im Tagesverlauf zu nicht zufriedenstellenden Pünktlichkeitswerten. Eigentlich strebt Fraport einen Pünktlichkeitswert oberhalb von 80 Prozent an. "Ich bitte die Passagiere um Verständnis, wenn es am Check-In, in der Sicherheitskontrolle oder am Gepäckband mal wieder länger dauert", sagt Schulte und hat sogleich auch noch einen Tipp parat: "Nicht auf den letzten Drücker an den Flughafen kommen."

Flughafen Frankfurt: Jobs auf dem Vorfeld – Einsteiger erhalten knapp 2400 Euro brutto

Gesucht werden deshalb Mitarbeiter für die Bodenverkehrsdienste, genauer gesagt für die Flugzeug- und Gepäckabfertigung. Die Mitarbeiter sorgen auf dem Vorfeld dafür, dass Flugzeuge nach der Landung und vor dem nächsten Start be- und entladen werden, dass die Koffer und Taschen der Reisenden von der Gepäckförderanlage zum richtigen Flieger transportiert werden. Wer einen der beiden Jobs machen will, muss die deutsche Sprache in Wort und Schrift können, muss körperlich belastbar fit sein und darf nichts gegen Schichtarbeit haben. Zudem dürfen die Bewerber keine Vorstrafen haben. Die Mitarbeiter auf dem Vorfeld werden nach einem hauseigenen Tarif bezahlt. Berufseinsteiger bei der Flugzeugabfertigung verdienen im Durchschnitt 14,30 Euro pro Stunde – inklusive der Schichtzulagen für die Arbeit in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen. Bewerben kann man sich online unter www.fraground.de.

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