st über die Verzögerung der Abrissarbeiten am Glauburgbunker verärgert: Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne).
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st über die Verzögerung der Abrissarbeiten am Glauburgbunker verärgert: Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne).

Nordend: Bauprojekt

Am Glauburgplatz herrscht Stillstand

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Bunkerabriss hätte Anfang des Jahres beginnen sollen. Gerüchte kursieren.

Der Abriss des Bunkers am Rande des Glauburgplatzes hätte ursprünglich bereits im Januar 2020 starten sollen. Der Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg soll einem Wohngebäude weichen. Doch noch immer steht das massive Gebäude, abgeschirmt durch einen Bauzaun wie eine Trutzburg im Herzen des Nord-ends.

Dominic Reinemer, der Geschäftsführer der Delom Wohnbau GmbH, könnte ein für alle Mal für Klarheit sorgen und kursierenden Gerüchten entgegentreten. Doch er schweigt. Anfragen, auch dieser Zeitung, beantwortet er nicht.

Keinen Einfluss auf den Bauherrn

Und so wird weiter wild spekuliert im Stadtteil. Dass sich der Bauherr übernommen hat. Dass sich das im Stadtteil umstrittene Bauprojekt verzögert. Von drei Jahren ist die Rede. "Das kann ich nicht bestätigen", sagt Simone Zapke, Leiterin der städtischen Bauaufsicht. Es gebe zwar eine Abrissgenehmigung, aber noch keine Baubeginnanzeige. Wann der Bauherr loslege, darauf habe die Bauaufsicht derzeit keinen Einfluss.

Dafür darf der Ortsbeirat bei der künftigen Nutzung des Erdgeschosses im Neubau mitreden. Der Investor muss die Räume zehn Jahre für einen verbilligten Preis an einen sozialen Träger vermieten. Eine Vereinbarung mit der Stadt verpflichtet ihn dazu.

Laut Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) gibt es acht Bewerbungen. Für Ende Oktober seien im Kulturdezernat - das Amt führt das Auswahlverfahren federführend - erste Gespräche geplant gewesen, dann Corona-bedingt auf März 2021 vertagt worden. Aber: "Weil das Projekt nicht vorwärtskommt, haben die Bewerber lange keine Planungssicherheit", sagt die Ortsvorsteherin. Auch deshalb wünscht sie sich eine schnelle Lösung.

Darauf hofft auch Claudia Ehrhardt, CDU-Vorsitzende im Ortsbeirat 3. "Es ist nicht sinnvoll, wenn das Gebäude leer steht. Und wir möchten nicht, dass das Projekt nochmals ausgeschrieben werden muss", sagt sie. Vom Investor verlangt sie eine "offene Kommunikation". Grundsätzlich habe sie nämlich erwartet, dass das umstrittene Abrisskonzept nochmals im Ortsbeirat präsentiert worden wäre.

Die Bürgerinitiative gegen den Abriss des Glauburgbunkers hatte vehement mehr Lärmschutz eingefordert. Die BI hatte sich im Anschluss an eine Infoveranstaltung im Juni 2019 gegründet, bei der Reinemer seine Pläne vorgestellt hatte. Während der Abbruchphase sollen laut Abbruchunternehmen Zeller aus Offenbach bis zu sechs Lastwagen täglich durch die Lortzing- und Schwarzburgstraße; 6000 Kubikmeter Bauschutt mit einem Gewicht von 12 000 Tonnen sind abzutransportieren.

Sprengungen geplant

Dass sogar kleinere Sprengungen, etwa zum Abtragen der Decken, erforderlich sind, schockte die Nachbarn. Das sei vor allem der benachbarten Schwarzburgschule und Kita nicht zuzumuten. Eine sieben Meter hohe Lärmschutzwand aus übereinander gestapelten Seecontainern sowie spezielle Layher-Lärmschutz-Wände seien nicht ausreichend. Die BI und besorgte Eltern der Grundschüler verlangten deshalb, dass die Schwarzburgschule während der Abrissarbeiten ausgelagert werden müsste. Dem widersprach der TÜV Süd, der das von der Delom Wohnbau vorgelegte Lärmgutachten geprüft hatte.

Der Ortsbeirat hatte stets den bestmöglichen Schutz für Anwohner und Grundschüler gefordert und dazu auch entsprechende Anträge gestellt. Dass das Projekt jetzt nicht richtig vorwärtskommt, bedauert der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Koch. Das Stadtteilparlament habe sich seit vielen Jahren für Versammlungsräume im Nordend eingesetzt, weil ein Bürgerhaus im Stadtteil fehle. So kurz vor der Ziellinie jetzt ausgebremst zu werden, sei bitter.

Raum für Spekulationen

Allerdings will Koch die Hoffnung nicht aufgeben. Vielleicht habe der Investor ebenso wie viele andere mit den Folgen von Corona zu kämpfen.

Das mag durchaus sein, aber solange Reinemer über die Gründe für die Verzögerung schweigt, schürt er nur unnötig die Spekulationen. Matthias Bittner

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