1. Startseite
  2. Frankfurt

Am Stockborn wird schon bald gewohnt: Was geplant ist

Erstellt:

Von: Judith Dietermann

Kommentare

141 Mietwohnungen sind auf dem Areal am Stockborn geplant, inklusive einer Kita sowie Gewerbeeinheiten. visuaLisierung: plan b
141 Mietwohnungen sind auf dem Areal am Stockborn in Frankfurt geplant, inklusive einer Kita sowie Gewerbeeinheiten. © Visualisierung: plan b

Seit fast 20 Jahren liegt das Areal Am Stockborn in Frankfurt brach. Endlich beginnen die Bauarbeiten.

Frankfurt – Knapp zwei Jahre nachdem auf dem 7000 Quadratmeter großen Areal "Am Stockborn 1 - 7"die Bagger anrollten und begannen, das Ensemble aus fünf Häusern, darunter ein 13-stöckiges Hochhaus, abzureißen, folgt nun der nächste Schritt: der Bau des Quartiers "La Vie". Bis Mitte 2024 realisiert der Bauträger Wilma & Bamac 141 Ein- bis Fünf-Zimmer-Mietwohnungen, eine Kindertagesstätte sowie fünf Gewerbeeinheiten. Der Startschuss für den Baubeginn ist zugleich auch das Ende einer schier unendlichen Geschichte. Denn seit der Deutsche Verein das Gelände 2004 in Richtung Berlin verließ, lag das Gelände brach, die Gebäude verfielen.

"Wir freuen uns, dass die Abbruch- und Bodenarbeiten abgeschlossen sind und wir mit dem Erdaushub beginnen konnten", sagt Peter Wittel, Geschäftsführer der Wilma Immobiliengruppe Region Rhein-Main. Mit dem Projekt trage man dazu bei, den Bedarf an so dringend benötigtem Wohnraum in Frankfurt zu lindern. Und zwar für alle Einkommensschichte. So sind 35 der 32 bis 137 Quadratmeter großen Wohnungen im Frankfurter Programm für mittlere Einkommen gefördert.

Baubeginn für Wohnungen in Frankfurt: Erleichterung bei Bevölkerung

Geplant sind ein Gebäuderiegel, der sich aus drei Townhäusern an der Straße "Am Stockborn" zusammensetzt, sowie drei dreigeschossige Gebäude an der "Oberfeldstraße" und "Am Alten Schloss". Der Innenhof soll zur grünen Mitte werden, Autos verschwinden in der Tiefgarage mit 156 Plätzen. Obwohl die Baugenehmigung bereits seit Dezember vorliegt, verzögerte sich der Baubeginn, weil andere Genehmigungen fehlten. Nach den Tiefbauarbeiten soll nun im Mai mit dem Rohbau begonnen werden. Die Fertigstellung des Projektes ist für Mitte 2024 geplant.

Und damit 20 Jahre nachdem erstmalig über die Zukunft des Areals diskutiert wurde. Dementsprechend groß dürfte die Erleichterung im Stadtteil sein, dass es nun einen weiteren wichtigen Schritt vorangeht. Nach zwei zähen Jahrzehnten. Denn aus den ursprünglichen Plänen, dort einen Lidl-Supermarkt zu eröffnen wurde ebenso wenig etwas, wie der Bau eines Seniorenwohnheimes oder eines medizinischen Versorgungszentrums.

Frankfurt: Abriss der alten Gebäude dringend nötig

2011 schließlich kaufte die Bamac GmbH das Grundstück. Mit dem Ziel, dort Wohnungen zu errichten. Nach langwierigen Gesprächen zwischen Stadt und Investor, protestierenden Anwohnern sowie einem kritischen Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt), war es letztlich nur noch die Verabschiedung des neu aufgestellten Bebauungsplanes durch die Stadtverordnetenversammlung, der Abriss und Neubau ausbremste.

Verabschiedet wurde der B-Plan im September 2019 und machte den Weg damit frei für die Bagger. Denn die bereits bestehenden Gebäude in denen Büros, Tagungsräume und Gästezimmer untergebracht waren, weiter zu nutzen, war nie eine Option. Sie waren mit Asbest belastet, der Abriss war deshalb die einzige Möglichkeit.

Frankfurt: Schützenswerte Fledermäuse können bald zurückkehren

Für große Diskussionen sorgte derweil vor dem Abriss der Baumbestand auf dem Areal, gegen dessen dafür nötige Fällung sich einige Anwohner wehrten. Neun der 41 Bäume konnten letztlich erhalten werden, mit den Neupflanzungen sollen künftig 21 Bäume auf dem Grundstück stehen. Und auch vier europarechtlich besonders schützenswerten Fledermausarten mussten weichen. Sie dürfen aber zurückkommen, für sie werden an der Fassade des Neubaus 24 Quartiere geschaffen. (Judith Dietermann)

Auch interessant

Kommentare