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Eckhard Gathof will sich vor allem den vielen Baustellen widmen.

Schulbaustellen

Amtsleiter stellt sich den Eltern

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Auf dem Neuen ruhen große Hoffnungen: Erstmals hat der Leiter des Amts für Bau und Immobilien direkt mit Eltern über die vielen Schulbaustellen diskutiert.

Wo er auch hingeht, die Arbeit springt ihn quasi an. Auch in der Aula der IGS Herder fällt der Blick von Michael Simon sogleich auf den braunen Fleck an der Decke, der von einem nie ganz reparierten Wasserschaden übriggeblieben ist. Er weiß, dass auf ihm große Hoffnungen ruhen, dass Makel wie diese und vor allem weitaus größere Schäden endlich aus den Schulgebäuden verschwinden. Simon nimmt diese Verantwortung an: „Ich bin der Oberhausmeister und der Oberbauleiter.“

Erstmals hat sich der Leiter des im November gegründeten Amtes für Bau und Immobilien (ABI) den Fragen der Frankfurter Eltern gestellt. Der Stadtelternbeirat hatte ihn und die Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) für Samstag zur Podiumsdiskussion eingeladen.

Die hätte mindestens einen Tag lang gehen müssen, um all die Probleme zu erörtern, die den rund 180 versammelten Elternvertretern unter den Nägeln brennen. Simon gab so präzise wie möglich Auskunft und ließ erkennen, wohin er sein Amt führen möchte: In nächster Zukunft sollen alle 167 Gebäude der öffentlichen Schulen unter bautechnischen Gesichtspunkten begutachtet und in einem digitalen Verzeichnis erfasst werden. Auf dieser Grundlage könne dann die Bauunterhaltung gesteuert werden. Zudem, so kündigte der Amtsleiter an, müsste die Verwaltung gemeinsam mit der Politik Kriterien erarbeiten, welche Maßnahmen als besonders dringlich gelten sollen, nach welcher Reihenfolge die vielen Schulbaustellen also abgearbeitet werden. Bislang ist dafür der „Aktionsplan Schule“ die verbindlichste Grundlage.

Manche Schulen warten seit Jahrzehnten auf den Start längst geplanter Bauarbeiten. Ganz plötzlich werden die trotz Amtsgründung nicht beginnen. „Ich schätze, dass es ein bis eineinhalb Jahre dauert, bis die neuen Strukturen wirklich tief greifen“, dämpfte der Amtsleiter zu hohe Erwartungen. Denn noch kämpfe er mit technischen Problemen: Rund 100 Stellen sind noch nicht besetzt, so fehlt es vor allem an Facility-Managern, also Schulhausverwaltern. Schwierig sei der Neustart auch, weil die Mitarbeiter auf drei Standorte verteilt sind. „Das sind logistische Herausforderungen und natürlich gibt es Reibungsverluste“, gab Simon zu.

Eines versprach er trotzdem: „Viele Sachen kann man nicht von heute auf morgen ändern. Was man aber sofort verbessern kann, ist die Kommunikation.“ Er traf damit einen für die Eltern entscheidenden Punkt. Denn ihr Frust ist umso größer, weil viele Fragen an die zuständigen Ämter bislang unbeantwortet geblieben sind. Simon will das verbessern, auf eine Beschwerde vier Wochen lang keine Reaktion zu erhalten, das hält auch er für ein Unding.

Allerdings: „Die Mitarbeiter meines Amtes brauchen bislang viel Zeit dafür, um die Anfragen aus verschiedenen Richtungen zu bearbeiten. Das müssen wir bündeln“, kündigte Simon an und schlug vor, den Informationsaustausch zwischen Amt und Eltern künftig verstärkt über die Schulleitungen laufen zu lassen. Da werden die Eltern wohl nicht alle mitgehen. „Ich möchte lieber eine direkte Antwort“, sagte ein Vater stellvertretend für viele. Nach Jahren der Missstände und Proteste haben sich die Eltern daran gewöhnt, ihre Anliegen gegenüber der Stadt und dem Land selbstbewusst zu vertreten.

Das stellen sie mit der aktuell laufenden Kampagne für saubere Schulklos gerade wieder unter Beweis. Noch bis zum 13. Februar läuft eine Online-Petition, die baulich intakte und regelmäßig gereinigte Toiletten für die Frankfurter Schüler fordert. Neuerdings ist auch ein Video zum Thema online. Simon schlug den Eltern vor, das Thema in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe anzugehen. Weber kündigte an, dass der Magistrat in den nächsten Wochen endlich beschließen werde, mehr Geld für die Reinigung der Schulklos bereitzustellen.

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