Als Jurymitglied der Visionale bringt Angela Freiberg das Festival nun in ?ihr? Preungesheim.
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Als Jurymitglied der Visionale bringt Angela Freiberg das Festival nun in ?ihr? Preungesheim.

Größtes hessisches Filmfestival

Angelika Freiberg holt die Visionale nach Preungesheim

  • Andreas Haupt
    VonAndreas Haupt
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Die Visionale, das dreitägige Festival mit Filmen, die von Kinder und Jugendlichen gemacht wurden, wird nun auch in Stadtteilen aktiv. Das Pilotprojekt der „Visionale im Quartier“ startete jetzt in Preungesheim.

Jedem Kind, das den kleinen Saal im Jugendclub betritt, verpasst AWO--Mitarbeiter Carsten einen Stempel. „Wie im richtigen Kino“, sagt er zu zwei Mädchen. Den ganzen Tag läuft hier, im Untergeschoss des Alfred-Marchand-Haus in der Wegscheidstraße, die stadtweit erste „Visionale im Quartier“. Jetzt um 14 Uhr beginnt das Programm für Sechs- bis Zwölfjährige. Mit Filmen, die Kinder und Jugendliche gedreht haben – und die bei der Visionale im vergangenen November Preise gewonnen haben.

Angela Freiberg, Preungesheimer Quartiersmanagerin des Programms Aktive Nachbarschaft und Jurymitglied der Visionale 2016, hat das Filmfest in den Stadtteil geholt, zusammen mit den Machern des Festivals. „Wir wollten wieder zurück zu den Anfängen der Visionale“, sagt Roland Sautner vom Jugend- und Sozialamt, der das drei Tage dauernde Festival 1985 mit begründete. Nicht nur im Gallus Theater wollen sie die besten von Kindern und Jugendlichen produzierten Filme zeigen, sondern auch dort, wo die Kinder leben. Zunächst in Preungesheim, aber auch in Rödelheim, Fechenheim und anderen Vierteln, in denen das Programm Aktive Nachbarschaft gibt.

Dabei ist das Filmfest mit seinen 250 jungen Besuchern nur der Beginn, erklärt Johanna Nieter vom Jugendbildungswerk der Stadt. In den Sommer- und Herbstferien gibt es zwei Filmworkshops im Stadtteil. „Zur Visionale gehört auch, dass die Kinder an verschiedenen Themen arbeiten, ihre eigenen Filme produzieren und öffentlich zeigen. Das schafft Anerkennung“, sagt Sautner.

Erstmal reinschnuppern

Quartiersmanagerin Freiberg lernte das Filmemachen und dessen Einsatz in der Jugend- und Stadtteilarbeit im Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach kennen. „In die Filmklasse geriet ich durch Zufall. Ein Professor suchte Leute für einen Film und ich meldete mich, um reinzuschnuppern.“ Gleichzeitig arbeitete sie in einem offenen Kinder- und Jugendzentrum. „Dort merkte ich, dass nicht nur ich, sondern auch Kinder und Jugendliche Spaß am Film haben.“

Für die Stadtteilarbeit biete das Filmemachen sich an, weil man dabei gemeinsam tätig wird, sagt Freiberg. „Es ist immer Teamarbeit. Und es fördere die Kommunikation.“ Etwa beim jährlichen Open-Air-Kino in der Mitte der Karl-Kirchner-Siedlung, das ein wichtiger Teil des Stadtteillebens sei. „Und die Kinder reden über die Themen, mit denen sich die Filme ihrer Altersgenossen befassen, mit den Erwachsenen.“ Beim Filmen gebe es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. „Es gibt grafische Prozesse, Komposition, Schnitt, Ton. Die Geschichten müssen entwickelt werden.“ Alles Dinge, die auch Kindern Spaß machen.

In den vergangenen Jahren initiierte Freiberg drei Filmprojekte mit Kindern, deren Werke auch bei der Visionale im Quartier zu sehen waren. Zuletzt holte sie „Lucas“, das „internationale Festival für junge Filmfans“ im Deutschen Filmmuseum nach Preungesheim. Eine Woche lang stellte eine Kinder-Jury aus den Sieger-Filmen eine eigenes Programm zusammen, dass bei einem Open-Air-Kinoabend in der Karl-Kirchner-Siedlung gezeigt wird.

Jeder kann Filme machen

„Die Visionale zeigt, dass nicht nur Profis Filme machen können, sondern jedermann, auch Kinder“, sagt Freiberg. Einen eigenen Film zu produzieren, stärke auch die Medienkompetenz der Kinder. „Sie lernen, einen Film auseinander zu nehmen, ihn in seine Bestandteile zu zerlegen - und dann mit den unterschiedlichsten Mitteln selbst einen zu drehen.“

Daher ruft Freiberg die Kinder im Stadtteil auf, sich für die beiden Ferien-Workshops zu bewerben. Das geht entweder bei ihr im Quartiersmanagement, Wegscheidestraße 34a, im Internet unter oder bei den beiden AWO Jugendclubs, Wegscheidestraße 58 und Boskoopstraße 2.

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