Attraktiv wie stets, auch im "Blaumann": Die bekannte Frankfurter Schauspielerin Anke Sevenich ist nun auch unter die Regisseure gegangen. Und hat noch vieles vor.
+
Attraktiv wie stets, auch im "Blaumann": Die bekannte Frankfurter Schauspielerin Anke Sevenich ist nun auch unter die Regisseure gegangen. Und hat noch vieles vor.

Schauspielerin

Anke Sevenich geht unter die Regisseure

  • vonEnrico Sauda
    schließen

Mit ihrem Kurzfilm-Projekt "Klabautermann" wechselt die Frankfurter Mimin jetzt die Seiten.

Die Frankfurter Schauspielerin Anke Sevenichist bekannt - sie war unter anderem in vielen "Tatort"-Episoden, den Kommissar Marthaler-Filmen sowie in der Taunuskrimi-Reihe zu sehen. Mit ihrem Kurzfilm-Projekt "Klabautermann" wechselt sie aber jetzt die Seiten. So schrieb sie das Drehbuch und führte auch Regie. "Klabautermann" handelt vom "Leben am Lebensende", so der Untertitel des Projekts - allerdings nicht nur. Denn dank Miranda, der jungen Pflegerin, rückt auch das Dilemma eines Berufsstands in den Blick, dessen Entlohnung in der Corona-Krise für Diskussionen gesorgt hat.

Die Rolle der Miranda wird gespielt von Emma Bading, die übrigens die Wunschbesetzung von Anke Sevenich war. Miranda fällt es schwer sich an die Regeln im Wohn- und Pflegeheim zu halten, gleichzeitig aber widmet sie sich sehr engagiert ihren Patienten. Allen voran dem alten Eugen ( Hans-Heinrich Hardt), dessen Tod immer näher rückt.

"Es war gut", fasst Sevenich die Arbeit mit diesem "wirklich tollen Team" in wenigen Worten prägnant zusammen. "Ich kannte die Schauspieler zum großen Teil und habe auch das Casting selbst gemacht", erzählt sie. "Mit Corona war das aber natürlich eine völlig andere Art zu drehen. Auch wegen der Tests, die alle machen mussten - und die auch ins Geld gingen." Außerdem habe man in "Clustern" gearbeitet. So bildeten die Technik-Leute eine eigene Gruppe, die Regie eine andere und so weiter.

Dennoch ging für Anke Sevenich mit dieser Regiearbeit ein langgehegter Traum in Erfüllung. "Es ist wunderbar, wenn man sich eine Geschichte ausgedacht hat und diese dann sichtbar wird", beschreibt sie ihre Gefühle. Es sei aber auch anstrengend, denn sie hat das gesamte Projekt von A bis Z betreut. "Ich war gefordert." Aber es hat ihr gefallen. "Ideen habe ich noch sehr viele. Ich kann gerade zum Thema Sterben noch viele, viele Geschichten erzählen. Auch weil es für jeden von uns eine persönliche Relevanz hat", sagt sie. "Für mich steht dabei das Inhaltliche im Vordergrund und weniger die Lust, Regisseurin zu sein." Drehbuch und Regie oblagen ihr. Die Produktion auch. Warum hat sie nicht auch gleich mitgespielt? "Es gab keine Rolle für mich."

Eine Rolle hat sie aber am Schauspiel Frankfurt in der kommende Spielzeit. Ein Monolog, der im April Premiere feiern sollte. Doch Corona durchkreuzte alles. "Der Frankfurter Büchner-Preisträger Martin Mosebachhat den Monolog geschrieben und Anselm Weber, Intendant des Schauspiels, hat inszeniert", sagt Anke Sevenich. "Das Ganze läuft im Rahmen der Monolog-Reihe ,Stimmen einer Stadt', die jeweils ungewöhnliche Lebensläufe von Menschen aus der Region Frankfurt auf die Bühne bringt."

Das Projekt läuft erfolgreich am Schauspiel Frankfurt unter dem Motto "Drei Jahre, neun Autorinnen und Autoren, neun Stücke". So wie der Monolog fiel auch der unterhaltsame Abend "Beethoven und die Frauen" im Cantate-Saal der "Volksbühne" der Coronakrise zum Opfer. Hier hätte Anke Sevenich Liebesbriefe von Beethoven an seine zahlreichen Geliebten zum Besten geben, musikalisch umrahmt vom Mainzer Klaviertrio um Erika le Roux. Auch hier gibt es am 8. November den Nachholtermin, so es Corona zulässt. Am Sonntag, 13. September, ist die Premiere des Monologs "Das Leben ist eine Kunst" am Schauspiel. Darauf freut sich Anke Sevenich besonders. Denn, wie schon der Titel verspricht: "Das Leben ist eine Kunst" - mit und trotz Corona. es

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare