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Hat allen Grund zu lächeln: Für Annette Christoph ist es eine Traumaufgabe, ?an eine Schule zu kommen, die man neu gestalten kann?.

Schule in Frankfurt

Annette Christoph ist neue Leiterin der Gruneliusschule in Oberrad

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Nach der Verabschiedung von Margit Krämer hat die Gruneliusschule eine neue Leiterin: Annette Christoph. Sie hat sich bewusst für die Oberräder Grundschule entschieden, weil die Leitung aus drei Leuten besteht. Und genau das ist der 49-Jährigen wichtig: Teamarbeit.

Annette Christoph zaubert mit ihrer offenen, freundlichen Art anderen Menschen oft ein Lächeln auf die Lippen. Davon profitieren nun die Lehrer und Schüler der Gruneliusschule. Denn Annette Christoph ist die neue Leiterin der Oberräder Grundschule. Seit 1. August ist sie im Amt.

„Ich freue mich so, in Frankfurt zu arbeiten, dass ist eine unfassbar tolle Stadt“, sagt Annette Christoph. Auch Oberrad und ihre Bürger hat sie sofort in ihr Herz geschlossen. „Es ist wunderbar, dass alle Kinder, die in dem Stadtteil wohnen, auch in die Gruneliusschule gehen“, sagt sie. „Hier kennen sich alle. Das ist wie eine Großfamilie.“ Annette Christoph selbst lebt im benachbarten Neu-Isenburg, ist das Wetter schön, fährt sie durch den Wald mit dem Fahrrad zur Arbeit. „Das genieße ich. Nach Mühlheim konnte ich nur mit dem Auto fahren.“ Dort, im Kreis Offenbach, war Annette Christoph zuvor an einer Grundschule als Leiterin tätig. Studiert hat die 49-Jährige an der Goethe-Universität in Frankfurt Mathe, Deutsch und Religion, war zehn Jahre als Lehrerin an einer Grundschule in Neu-Isenburg beschäftigt, war dort auch Konrektorin, bevor sie an einer Fortbildungsakademie künftige Schulleiter ausbildete. Das machte sie fünfeinhalb Jahre. „Dann hatte ich aber das Bedürfnis, wieder Kinder um mich herum zu haben“, sagt Annette Christoph. So landete sie in Mühlheim, an einer kleinen Schule mit einem kleinen Kollegium. Dort war sie zwei Jahre tätig, hat in dieser Zeit dafür gesorgt, dass die Schule ein Gebäude für die Nachmittagsbetreuung bekommt. Nun war sie auf der Suche nach einer neuer Herausforderung.

„Ich wollte gerne in einem Schulleitungsteam arbeiten“, sagt Annette Christoph. Sie brauche viele Menschen um sich herum, habe gezielt nach einer Schule mit zwei Konrektoren gesucht. „Erst dann ist es für mich ein Team“, sagt die Leiterin. Schon der erste Tag in Oberrad sei für sie ein „Glückserlebnis“ gewesen. „Da war endlich jemand, mit dem ich reden, mich austauschen konnte, der denkt wie ich.“ Aber nicht nur die Führungsspitze betrachtet Annette Christoph als Team, sondern auch das Kollegium an sich.

Deshalb hat sie sich für die Zukunft vorgenommen, die ganze Schule als Team weiterzuentwickeln. „Die Kollegen müssen die Kraft der anderen nutzen“, sagt sie. Soll heißen: Nicht jeder Lehrer müsse den Unterricht für jedes einzelne Fach vorbereiten. Das könne man aufteilen. „Nicht ohne Grund kommt es bei den Kollegen vermehrt zu Überlastungsanzeigen, weil sie ihre Aufgaben alleine nicht mehr bewältigen können“, sagt die Schulleiterin. „Das stimmt ja auch.“

25 Lehrer arbeiten an der Gruneliusschule, 420 Kinder besuchen sie. Darunter sind auch einige Schüler mit einem Handicap, egal welcher Art. Die Grundschule gehört in Frankfurt zu den Vorreitern in Sachen Inklusion. Seit mehr als fünf Jahren werden dort Kinder mit und ohne Förderbedarf unterrichtet. Für Annette Christoph ist dies eine Selbstverständlichkeit. „Vor Jahren, als ich noch Lehrerin war, fragte mich die Schulleiterin, ob ich mir vorstellen könne, ein Kind mit Hörgerät in meiner Klasse aufzunehmen“, erzählt sie. „Das war für mich keine Frage.“ Als Bereicherung empfand sie die Zusammenarbeit mit diesem Schüler: „Für die anderen Kinder und für mich.“ Es erfordere ein Miteinander und Rücksichtnahme, alle hätten deutlicher reden müssen, damit der Junge sie verstehen konnte.

Allerdings musste Annette Christoph in der Vergangenheit immer wieder feststellen, dass die Schulen baulich nicht auf die Inklusion eingestellt sind. Das gelte auch für die Gruneliusschule. „Wir würden auch gerne noch mehr Kinder im Rollstuhl unterrichten, aber dafür sind wird nicht ausgestattet.“ Nur ein Klassenraum sei barrierefrei. Deshalb hofft die Schulleiterin – ebenso wie ihre Vorgängerin – auf einen baldigen Umbau des Gebäudes.

Doch bis die Bauarbeiter anrücken, kann es noch dauern. Pläne, die Schule schon im kommenden Jahr zu sanieren und zu erweitern, wurden wieder auf Eis gelegt. Die Stadt hat festgestellt, dass die ursprüngliche Planung längst überholt sei, die Schülerzahlen, mit denen gerechnet wurde, veraltet. Deshalb soll jetzt im Herbst ein Beteiligungsverfahren gemeinsam mit der Schulgemeinde und dem Stadtteil beginnen. Die Ergebnisse dieser aktuellen Bedarfsermittlung sollen dann Grundlage der neuen Planung sein.

„Es ist eine Traumaufgabe, an eine Schule zu kommen, die man neu gestalten kann. Eine Schule muss ein Ort sein, wo man jeden Tag gerne hingeht.“ Geduld sei aber nicht ihre Stärke, auch wenn sie diese anbringen will, um die Schule jetzt erst einmal richtig kennenzulernen. „Ich bin ja nicht auf der Flucht“, sagt sie und lächelt.

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