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Die Schauspieler Anouschka Renzi und Marko Pustisek spielen derzeit „Das Blaue vom Himmel“ in der Komödie. Es gehört zur Tradition des Hauses, dass der Jahreswechsel in der Pause gefeiert wird.

Stadtgeflüster

Anouschka Renzi spielte Amor für Marko

Noch bis zum 27. Januar steht die Berlinerin Anoushka Renzi mit Spielpartner Marko Pustisek im Kammerspiel „Das Blaue vom Himmel“ auf der Bühne der Komödie.

Einen Schornsteinfeger zu berühren, noch dazu am Silvestertag, soll ja Glück bringen. Schauspielerin Anouschka Renzi hat keine guten Erinnerungen an eine solche Begegnung: „Einmal lief ich auf einen Schornsteinfeger zu, der mit dem Fahrrad unterwegs war. Er war in traditioneller schwarzer Kleidung und mit Zylinder unterwegs. Vor Schreck stürzte der Herr vom Rad, was er natürlich nicht toll fand und fürchterlich mit mir schimpfte.“

Noch bis zum 27. Januar steht die Berlinerin mit Spielpartner Marko Pustisek im Kammerspiel „Das Blaue vom Himmel“ auf der Bühne der Komödie. Es gehört zur Tradition des Hauses, dass der Jahreswechsel in der Pause gefeiert wird. Dem Feuerwerk zuzuschauen, fällt damit für das Ensemble aus. Ein Trostpflaster war es da für die beiden Schauspieler, sich dieser Tage eine der Suiten hoch oben im Luxushotel Jumeirah Frankfurt anzuschauen, von denen aus man einen grandiosen Blick auf die Stadt hat.

„Massenpartys mag ich gar nicht und Feuerwerk schaue ich mir aus sicherer Entfernung an“, gesteht Anouschka Renzi ihre Angst vor unkontrolliert herumfliegenden Knallkörpern. Die Mutter einer erwachsenen Tochter mag es ruhiger, feiert sonst mit engen Freunden oder ihrem Partner, der ebenfalls Schauspieler ist: „Fleischfondue und Bleigießen, es muss nichts Spektakuläres sein.“ Herzliche Erinnerungen habe sie an die Silvesterfeiern in den Schweizer Bergen mit ihrem Adoptivvater, dem Schauspieler Paul Hubschmid („Die Zürcher Verlobung“): „Er besaß dort ein Chalet, alles sehr gediegen. Es kamen dann immer ein paar sehr gute Freunde, man hörte Jazz oder klassische Musik, wunderschön.“

Verschneite Berge liebt auch Marko Pustisek , vor allem jene in der Steiermark, wo seine 91-jährige Mutter lebt. Aufgewachsen ist der 54-Jährige in Kassel: „Meine Eltern, beide Ärzte, kamen aus Zagreb. Während der letzten Documenta war ich wieder einmal in Kassel, bis heute habe ich Freunde in der Stadt.“ Dass er seine große Liebe fand und vor gut einem Jahr stolzer Vater einer Tochter wurde, habe er Anouschka Renzi zu verdanken, schmunzelt er, denn: „Sie hat uns verkuppelt. Barbara war unsere Regieassistentin, wir mochten uns, trauten uns aber lange nicht, offensiver zu werden. Bis Anouschka mich aufforderte, meine heutige Partnerin endlich anzusprechen.“

Ende gut, alles gut – nur nicht in der aktuellen Komödie von Autor Eric Assous . Darin spielt Marko Pustisek einen französischen Lügenbaron, der seine Ehefrau mal wieder mit einer Affäre hintergeht. Lügen wachsen wie Unkraut, werden zum Dickicht und zur Liane, um mit heiler Haut davonzukommen: „Diese Figur lügt um jeden Preis und Reue ist nur Taktik. Privat wäre mir diese Lügerei zu anstrengend“, sagt Pustisek. Noch nie habe er eine Frau betrogen oder ernsthaft belogen, beteuert der Schauspieler, der viermal verlobt war. Im Gegenteil: „Eine Frau behauptete, sie habe einen Doktortitel, was aber nicht stimmte. Da kippte das Vertrauen“. Anouschka Renzi weiß, wie man in Frankreich, wo sie 2019 drehen wird, das Fremdgehen sieht: „Es wird totgeschwiegen, ist aber völlig salonfähig. Eine kleine Reisetasche mit dem Nötigsten wird dort schlüpfrig ’baise-en-ville‘ genannt, übersetzt, Sex in der Stadt.“ Oh, là, là. fai

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