Patrick (Mitte) freut sich, dass er im Terminal Entertainment von Sara und Stefanie die Comichefte bekommt, die beim Gratis-Comic-Tag verteilt werden. Die Nachfrage war groß.
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Patrick (Mitte) freut sich, dass er im Terminal Entertainment von Sara und Stefanie die Comichefte bekommt, die beim Gratis-Comic-Tag verteilt werden. Die Nachfrage war groß.

Gratis-Comic-Tag

Anstehen für gezeichnete Helden

  • VonAlexandra Flieth
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400 000 Comic-Hefte sind beim bundesweiten Gratis-Comic-Tag verteilt worden. Auch in Frankfurt standen die Leute Schlange, um sie zu bekommen.

„An Comics mag ich die Kompromisslosigkeit. Hollywood stellt beim Film die Geschichten nur sehr eingeschränkt dar, im Comic dürfen hingegen alle Themen angesprochen und ganz direkt erzählt werden“, sagt Patrick (29). Er ist Stammkunde im T3 Terminal Entertainment in der Großen Eschenheimer Straße 41a. Patrick kommt oft in das Geschäft, um neue und spannende gezeichnete Geschichten zu entdecken.

Dieses Mal nutzt er die Gelegenheit des bundesweit bereits zum siebten Mal initiierten Gratis-Comic-Tags für einen Besuch im Laden. Und trifft dort auf Bekannte mit der gleichen Leidenschaft. Insgesamt 34 Titel stehen zur Auswahl, darunter Klassiker wie Lucky Luke, Garfield, die Schlümpfe, Batman oder Marvels Superhelden. Daneben gibt es Kurzgeschichten des Japaners Jiro Taniguchi, eine Geschichte um die Figur Corto Maltese von Hugo Pratt oder das Endzeitcomic „Die Überlebende“, das Paul Gillon in den 80er Jahren zeichnete.

Große Vielfalt

An dem Gratis-Comic-Tag, der von zahlreichen Buch- und Comicverlagen getragen wird, beteiligen sich bundesweit fast 300 Händler, rund 400 000 Hefte werden verteilt. Die Aktion soll den Spaß am Comic-Lesen wecken, aber auch zeigen, wie groß die Vielfalt der gezeichneten Geschichten ist. Die Auswahl spiegelt einen Ausschnitt der Comic-Landschaft wider. „Einen besonderen Trend gibt es nicht, ganz im Gegenteil. Es gab noch nie so viele unterschiedliche Comics auf dem Markt wie heute“, sagt Ekki Helbig, Mitinhaber des T3 Terminal Entertainment, der 1995 eröffnet wurde. „Comics decken heute so viele verschiedene Themen ab, gesellschaftliche, politische oder unterhaltsame Themen“, sagt Helbig.

„Ich suche mir die Comics, die ich lesen möchten, nach den Geschichten aus“, verrät Patrick. Die Art und Weise, wie der Comic gezeichnet sei, spiele für ihn nur eine Nebenrolle. Am Gratis-Comic-Tag entscheidet er sich aus der Auswahl unter anderem für die Klassiker wie Marvels Superhelden oder „Die Überlebende“. Fünf Hefte dürfen Besucher maximal aussuchen. Während sich immer wieder kleinere Schlangen vor dem Tresen im Laden bilden, hat das Team den großen Andrang des Morgens bereits hinter sich gebracht.

Eine nette Gemeinschaft

„Schon bevor der Laden geöfnet wurde, zog sich eine Schlange die Straße runter Richtung Hauptwache. Wir haben die Leute in Gruppen reingelassen“, erzählt Helbig. Doch auch zweieinhalb Stunden später gibt es, wenn auch von manchen nur noch wenige Exemplare, noch alle 34 Comics, die kostenlos verteilt werden. Marlies Reinhardt freut sich, dass sie den Comic von Jiro Taniguchi bekommen hat. „Es ist ein toller Zeichner und die Geschichten sind sehr ruhig“, beschreibt sie ihre Eindrücke. „Ich bin über meine Kinder, die 22 und 27 Jahre alt sind, zu den japanischen Comics gekommen und begeistert.“ Im Laden treffe man viele Leute, die ähnlich denken. „Es ist eine nette Gemeinschaft und man kommt ins Gespräch“, betont Reinhardt.

Eine Schlange bildete sich auch bereits vor Eröffnung des Comic-Ladens X-Tra-Boox in der Berliner Straße 20. Auch hier hat sich das Team auf den Andrang gut vorbereitet und ebenfalls die Wartenden in Gruppen in den Laden hineingelassen. Das Comic-Geschäft gibt es am längsten in der Stadt, es wurde bereits 1982 gegründet und ist bei den Fans der gezeichneten Geschichten sehr beliebt. Wolfgang Strzyz arbeitet bereits 1988 dort. Neben den Gratis-Exemplaren bietet der Laden an diesem besonderen Tag zusätzlich rund 2000 Comics an, die er für einen kleinen Betrag zwischen einem und fünf Euro abgibt. Auch hiervon machen viele Comic-Fans Gebrauch. Sie stöbern in Kisten oder schauen sich die Hefte an, die auf Tischen vor dem Geschäft ausgelegt sind.

Auch für Strzyz ist derzeit kein klarer Trend auszumachen. „Der Trend ist, dass es einfach unglaublich viel gibt“, sagt auch er. Bereits am Nachmittag ist die Auswahl der Gratis-Comics bis auf wenige Exemplare geschrumpft. Dieser Rest wird an der Kasse ausgelegt und findet ganz schnell seine Abnehmer.

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