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Betonsperren stehen am Rand der Hauptwache.

Keine Bemalung

Anti-Terror-Poller bleiben grau - Magistrat gegen farbliche Gestaltung

Seit den Terroranschlägen von Nizza und Berlin gehören graue Betonpoller auch in Frankfurt zum Stadtbild. Sie von Schülern bunt anmalen zu lassen, damit sie nicht mehr so trist wirken, lehnt der Magistrat ab.

Die Betonsperren zur Terrorabwehr in der Frankfurter Innenstadt bleiben grau. Der Magistrat lehnt die Idee ab, die dauerhaft aufgestellten Klötze von Schülern bemalen zu lassen. Ein entsprechender Antrag der Stadtverordneten-Fraktion „Die Frankfurter“ fand innerhalb der Stadtverwaltung keine Unterstützung.

Der Fraktionsvorsitzende Erhard Römer bemängelte, dass die grauen Betonsperren „ästhetisch kein schöner Anblick für die Bürger“ seien. Sie erinnerten zudem stets an die terroristische Gefahrenlage. Er schlug deshalb vor, dass Schulklassen die Betonpoller „farblich verschönern“ sollen.

Der Magistrat vertritt „die Auffassung, dass sich eine künstlerische Gestaltung der Betonsperren auf die Ästhetik eher kontraproduktiv“ auswirke. Dies sei das Ergebnis einer „ämterübergreifenden Beratung und Abwägung“, heißt es in einem aktuellen Magistratsbericht. Man habe sich deshalb „für die Beibehaltung der derzeitigen Ausgestaltung entschieden“.

Die Betonsperren sind eine Reaktion auf Terroranschläge mit Lastwägen. Im Juli 2016 tötete ein Islamist 86 Menschen auf einer Strandpromenade in Nizza. In Berlin schlug der Terrorist Anis Amri Ende 2016 auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche zu. Frankfurt setzte daraufhin Betonsperren im Rahmen der Silvesterparty 2016 am Mainufer ein. Diese sollen auch schwere Lastwagen stoppen.

Nachdem die massiven Klötze bei größeren Veranstaltungen immer wieder vorübergehend aufgestellt wurden, ging die Stadtverwaltung Anfang 2018 zu einer dauerhaften Sperrung der Zufahrt zu vielbesuchten öffentlichen Plätzen wie Opernplatz, Fressgass’ und Hauptwache über.

Mittelfristig sollen die als Übergangslösung gedachten Betonquader durch fest installierte Sperranlagen ersetzt werden. Diese neuen Sicherheitselemente werden „auch gestalterische Ansprüche erfüllen“, verspricht der Magistrat.

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