Polizei stellt sich auf Straftaten ein

Antifaschisten mobilisieren für Großdemo in Frankfurt

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Frankfurt steht die brisanteste linksradikale Demonstration seit Monaten bevor: Die Gruppe Antifa United Frankfurt will mit Hunderten von Antifaschisten ein kämpferisches Zeichen gegen Rassismus setzen. Die Polizei wird sie begleiten.

Dutzende Antifaschisten ziehen durch Bornheim, sie tragen schwarze Kapuzen, sind offenbar auch vermummt. Bengalos, wie sie bei Demonstrationen verboten sind, lodern rot in der Winternacht. Das Mobilisierungsvideo, das das Bündnis Antifa United Frankfurt am Dienstagabend aufgenommen und später im Internet veröffentlicht hat, soll der Mobilisierung für die aus polizeilicher Sicht brisanteste linksradikale Demo seit Monaten dienen.

Unter dem Motto „Rechtem Gedankengut entschlossen entgegentreten!“ wollen sich Mitglieder verschiedener antifaschistischer Gruppen aus Frankfurt und der Region morgen, Samstag, um 16 Uhr zu einer Auftaktkundgebung am Südbahnhof (Sachsenhausen) treffen, um gemeinsam zur Abschlusskundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz (Innenstadt) zu ziehen. Der Anmelder der Demo, die bis 20 Uhr dauern soll, ist ein Offenbacher. Er rechnet mit bis zu 500 Teilnehmern, die Polizei geht aber davon aus, dass es mehr werden.

Der Slogan, den die linksradikalen Aktivisten bei ihrer „Aufwärmdemo“ auf einem Transparent vor sich hertrugen, lautet in Anlehnung an das Trump’sche „Make America great again!“:

„Make Racists afraid again!“

(„Macht Rassisten wieder Angst!“) Antifa United Frankfurt schreibt in einer Mitteilung von einem „Aktionsmonat“, der auch nach der Demo morgen fortgeführt werde und eine „Antwort auf wiederholte rechte und rassistische Angriffe in Frankfurt und dem Rhein-Main Gebiet“ sei. Als „Negativ-Höhepunkt“ bezeichnet das Bündnis zum Beispiel die Attacke auf das selbstverwaltete Flüchtlingscafé des „Project Shelter“ (wir berichteten).

Antifa United Frankfurt ruft die Polizei dazu auf, restriktive Maßnahmen wie Personenkontrollen vor oder nach der Kundgebung und das Begleiten der Demonstrierenden im Spalier zu vermeiden. Den Aktionsmonat versteht das Bündnis als „ Aufruf an alle, die sich im antifaschistischen Sinne engagieren wollen“. Antifa United sei dabei „in keinem Fall verantwortlich für bestimmte Aktionen“.

Bei der Frankfurter Polizei führen solche Äußerungen zwangsläufig zu erhöhter Wachsamkeit. Die Demo am Samstag wird, wie bei größeren linksradikalen Kundgebungen üblich, mit einem größeren Aufgebot von Beamten begleitet. Ein Polizeisprecher sagt, dass sich die Einsatzkräfte auf versammlungstypische Straftaten wie Vermummungen, das Entzünden von Pyrotechnik und Würfe zum Beispiel mit Farbbeuteln einstellen. Auch mit „spontanen und kreativen Aktionen“, etwa gegen Akteure aus dem rechten politischen Spektrum, rechneten sie.

Die Polizei verfolgt schon seit geraumer Zeit die Mobilisierung für die Demo. Diese erfolgte nach Behördenangaben „vor allem regional, aber dort intensiv“. Der Ton sei kämpferisch, offen zu Straftaten oder gar Gewalt aufgerufen werde nicht. Die Polizei wird die Kundgebung der Antifaschisten auch auf Twitter begleiten.

(chc)

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