Ärgernis

Den Anwohnern in Fechenheim stinkt’s: Beschwerden über Schwellen und Kläranlage nehmen zu

Viele Anwohner in Fechenheim beschäftigt das Thema bereits seit Jahren. Nun nehmen die Beschwerden über Gestank immer mehr zu.

Fechenheim - Seit Jahren gibt es Klagen (vor allem aus der Leo-Gans-Straße und Umgebung), dass die alten Bahnschwellen, die die Mainova für ihr Biomassekraftwerk auf dem Cassella-Gelände lagert, bei heißem Wetter stinken. Auch gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen führen Anwohner auf die Ausdünstungen zurück: Die Schwellen enthalten Benzopyren, das als krebserregend gilt. Auch von „öligem Schmier“ etwa auf Fensterbänken ist regelmäßig die Rede. Vor allem im heißen Sommer 2018 häuften sich die Klagen. Dabei ging es auch um andere chemische Gerüche und Gestank von der Biokläranlage des Chemie-Areals am Mainufer.

Der Verein „Zukunft Fechenheim“ kämpft im Namen der Anwohner gegen das Mainova-Lager und hinterfragte, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Bereits 2016 lud die Mainova daher zum Besuch ihres Kraftwerks und des Schwellenlagers ein. Testpersonen erschnüffelten, wo es stinkt. Experten untersuchten die Schadstoffwerte in der Luft, sowohl am Schwellenlager und in den angrenzenden Straßen. Selbst direkt auf dem Gelände bestehe keine Gesundheitsgefahr, erklärte damals Kraftwerks-Geschäftsführer Dennis Smith. Damals brachte die Mainova eine Plane an der Seite des Lagers an, um die Belästigung zu reduzieren – es half offenbar nicht viel.

Was andere Geruchsbelästigungen angeht, so finden „nahezu alle Produktionsprozesse in geschlossenen Systemen“ statt, um „dem Entstehen einer Beeinträchtigung entgegenzuwirken“, erklärt die Allessa GmbH auf Anfrage. Würden Stoffe offen bewegt, werde die Abluft abgesaugt und über „Wäscher und Abluftverbrennung“ gereinigt. Wann immer jemand Gerüche inner- oder außerhalb des Werks melde, werde dies vom Notfallmanager der Werksfeuerwehr überprüft, erklärt die Allessa – mit den „eigenen Sinneseindrücken“, aber auch Messgeräten. Ein „deutlicher Anteil der Meldungen“ habe seine Ursache aber nicht auf dem Werksgelände. Im Sommer 2018 habe es „eine Häufung der Beschwerden“ gegeben, die „im Wesentlichen auf die durch hohe Temperaturen intensivierten Gerüche der Biologischen Abwasserreinigung und auf das häusliche Umfeld zurückzuführen“ seien. Daraufhin seien zusätzliche Anlageteile abgedeckt und die Luft mittels Aktivkohlefilter gereinigt worden.

(hau)

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