Portrait der Leiterin des Tierheims in Frankfurt

"Die Arbeit nimmt man mit nach Hause"

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Wenn man das Büro von Sabine Urbainsky im Fechenheimer Tierheim betritt, erkennt man sofort, dass das Leben der 42-jährigen ganz im Zeichen der Tiere steht. Die Leiterin des Tierheims beherbergt in ihrem kleinen Büro in mehreren Terrarien Reptilien, die zuvor ausgesetzt worden waren. Zurzeit teilt sie sich ihr Zimmer mit einer Baby-Schildkröte, die, so herzlos es klingt, in einer kleinen blauen Plastiktüte vor dem Tierheim ausgesetzt wurde. Dies sei leider kein Einzelfall bestätigt Urbainsky.

Ihr Motto  „Wir arbeiten allein für die Tiere und ihr Wohl“ macht deutlich, was die engagierte Frau antreibt.

Nachdem Sie der Liebe wegen von Bayern nach Hessen umgezogen war, arbeitete die gelernte Pferdewirtin zunächst in der Animal Lounge am Frankfurter Flughafen. Dort betreute sie Tiere, die auf Reise gingen. Schnell merkte die Tierpflegerin aber, dass sie lieber Tieren in Not helfen möchte  und wechselte ihren Arbeitsplatz.

Seit vier Jahren kümmert sich Urbainsky nun um zu vermittelnde Tiere in Frankfurt. Die Leitung des Tierheims hat sie seit zwei Jahren inne und damit auch die Verantwortung. So ist sie nicht nur für die Mitarbeiter des Tierheims erste Anlaufstelle, sondern auch für die Öffentlichkeit. „Die Arbeit nimmt man mit nach Hause“ sagt Urbainsky. So kümmert sich die Tierliebhaberin nach ihrem Feierabend um ihre eigenen vier Hunde und Katzen. Des Öfteren nimmt sie auch Welpen und pflegebedürftige Hunde mit nach Hause oder beantwortet E-Mails, die während der Arbeitszeit liegen geblieben sind.

Da ihr Ehemann von zu Hause aus arbeitet, kann er das Haus und die Tiere hüten, während sie im Frankfurter Tierheim die Fäden zieht. Sabine Urbainsky arbeitet sechs Tage die Woche. Nur am Sonntag hat sie frei. Schließlich benötigen die Tiere viel Zuwendung. Neben der reinen Vermittlung kümmert sich die Leiterin auch um Anfragen, die auf schlechte Tierhaltung schließen lassen. Diese Hinweise werden an das Veterinäramt weitergeben, da das Tierheim in solchen Fällen auf die Entscheidung des Amtstierarztes angewiesen ist. Nur das Veterinäramt kann Tierhaltern ihre Tiere bei einem schlechten Zustand abnehmen. Das Tierheim kommt erst danach ins Spiel, wenn die Tiere ein neues Zuhause benötigen.

Daneben kümmert sich Urbainsky um die Koordination und Organisation des Gnadenhofs in Nieder-Mockstadt, der ebenfalls zum Tierheim gehört. Die Aktualisierung der Homepage mit Bildern und Texten fällt ebenfalls in ihr Aufgabengebiet. In sozialen Netzwerken wie Facebook meldet Urbainsky die neuesten Fundtiere und bittet um Spendenaufrufe.

Obwohl sie bei ihrer Arbeit mit schrecklichen Tierschicksalen konfrontiert wird, macht Urbainsky die Arbeit Spaß. Sobald wieder ein Tier glücklich vermittelt wurde, zeigt sich worin der Sinn ihrer Arbeit liegt, freut sich die Tierheimleiterin. Lisa Kreis

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