+
Wirtschaftsdezernent Markus Frank (li.) bezeichnet Immobilienentwickler Ardi Goldman als Visionär, von dessen Projekten die Stadt profitiert. Foto: Christes

Bestechungsskandal

Ardi Goldman: Frank scheut Nähe nicht

Männerfreundschaft ist eine feine Sache. Zwischen den Wirtschaftsdezernenten Markus Frank und den Immobilenentwickler Ardi Goldman passt offensichtlich kein Blatt. Nur so ist zu erklären, dass Frank einen offiziellen Termin mit dem Geschäftsmann macht, obwohl die Staatsanwaltschaft gegen diesen wegen Bestechung in Millionenhöhe ermittelt.

Als einer der letzten betritt Immobilienentwickler Ardi Goldman das „Wohnzimmer“ seines 25hours Hotels in der Hanauer Landstraße. Den Hut tief ins Gesicht gezogenen, schlendert er locker und lässig direkt auf Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) zu. Die beiden treffen sich bei einem offiziellen Termin, zu der die Initiative Eastside.Frankfurt – ein Zusammenschluss von mehr als 50 Anliegern, Projektentwicklern und Investoren, die im Ostend tätig sind – eingeladen hat.

Frank und Goldman schütteln sich euphorisch die Hände, lächeln sich an und wechseln ein paar freundliche Worte. Danach nehmen sie in gemütlichen grünen Lounge-Sesseln Platz, um über die Zukunft der Hanauer Landstraße zu plaudern.

Offensichtlich hat der Wirtschaftsdezernent keine Bedenken, sich öffentlich mit Goldman zu zeigen – dabei ist der Immobilienentwickler in der Korruptionsaffäre „Cargo City Süd“ einer von fünf Männern, die sich ab dem 10. Februar vor dem Frankfurter Gericht wegen Bestechung und Korruption in Millionenhöhe verantworten müssen (wir berichteten).

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Goldmans Cargoport Grundstücks GmbH soll für die Vermittlung eines 18 000 Quadratmeter großen Erbbaugrundstücks auf der ehemaligen US-Air-Base, eines Mieters und eines Käufers dort jeweils Provisionen an einen Makler bezahlt haben. Die Ermittler glauben, dass Goldman von Anfang an von den Absprachen gewusst habe und das illegale Vorgehen akzeptierte. Goldman bestreitet das.

Auch für den Wirtschaftsdezernenten der Stadt, Markus Frank (CDU), ist das offensichtlich kein großes Thema. Er schlägt ganz andere Töne an, stimmt gleich ein Loblied auf Goldman an. Dieser sei ein Mann, der seit vielen Jahren Visionen entwickele. Es sei beeindruckend, wie der Immobilienentwickler mit Mietern umgehe, die andere wahrscheinlich nicht einmal im Traum in ihr Haus ließen. „Ardi Goldman ist jemand, der sich verdient gemacht hat in dieser Stadt“, sagt Frank. Und nicht nur zum Aufschwung des Ostends habe der Geschäftsmann mit seinem Engagement beigetragen, auch im Bahnhofsviertel habe er mit diversen Projekten seinen Beitrag geleistet.

„Ich möchte mich bedanken für die ersten 20 Jahre, wir brauchen Männer der Tat“, erklärte Frank mit Blick auf das Jubiläum der Interessengemeinschaft Hanauer Landstraße und sprach damit auch indirekt Ardi Goldman an, der einer der Mitbegründer der Interessengemeinschaft gewesen ist.

Berührungsängste angesichts der massiven Vorwürfe gegen Goldman von seiten der Staatsanwaltschaft kennt Frank ganz offenbar nicht. Angesprochen auf die Vorwürfe, verweist Frank auf die

Unschuldsvermutung

: Ein Beschuldigter gelte so lange als unschuldig, so lange nicht das Gegenteil bewiesen sei. Und grundsätzlich halte er nichts davon, Leute wie Goldman „plötzlich zu vergessen, wenn etwas Wind gemacht wird“ Eine Stadt bräuchte Leute, die etwas bewegten, meint er abschließend.

Für Ardi Goldman gilt selbstverständlich wie für jeden Angeklagten auch die

Unschuldsvermutung

. Er selbst sagte, angesprochen auf den angesetzten Prozess, gestern lediglich: „Ich darf vor der Gerichtsverhandlung nichts mehr dazu sagen.“

Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) verweist ebenfalls auf die noch ausstehende Gerichtsverhandlung. „Es gilt die

Unschuldsvermutung

– das bedeutet, Herr Goldman ist ein unbescholtener Bürger dieser Stadt“, sagte er. bit

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare