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Ardi Goldman hat, um an Erbpachtverträge zu kommen, Schmiergeld gezahlt. Er bestreitet das immer noch. Jetzt muss er ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil des Landgerichts vom November 2015.

Kriminalität

Ardi Goldman muss ins Gefängnis

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Der schillernde Investor Ardi Goldman muss ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof hat seine Revision gegen ein entspechendes Urteil abgeschmettert. Goldman ist wegen Bestechung zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, zu viel für eine Bewährungsstrafe.

Nun also doch: Ardi Goldman muss wohl in Haft. Seine Revision gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt ist abgewiesen worden. Dies wurde am Dienstag bekannt. Das Landgericht Frankfurt bestätigte es ebenso wie Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Für Goldman heißt es nun bald antreten zur Haftstrafe. Noch gibt es keinen Termin. „Es hängt davon ab, ob ein Täter weitere Schritte unternimmt oder nicht“, Nadja Niesen. „Es kann so oder so Wochen bis Monate dauern, bis der Haftantritt verlangt wird.“

Goldman selbst wollte sich am Dienstag nicht äußern. Er war im November 2015 schuldig gesprochen und zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden, zu viel für eine Bewährungsstrafe. Goldman hat, wie das Gericht festgestellt hat, einen Manager der Fraport AG bestochen, um in der Cargo-City Süd in den Genuss von Erbbaurechten zu kommen. Als einziger von vier Angeklagten hatte er bis zum Schluss seine Schuld bestritten. Goldman wurde außerdem dazu verurteilt, 14,4 Millionen Euro „Wertersatz“ zu zahlen.

Neben Goldman waren noch vier weitere Männer verurteilt worden, darunter der Projektentwickler Jürgen H., Partner von Franziska van Almsick. Der Hauptangeklagte, ein mutmaßlich korrupter Manager der Fraport AG, starb während der Verhandlung.

Goldman ist eine der schillerndsten Figuren der Stadt. Mitte 50, wirkt er noch immer jugendlich und unangepasst. Er liebt extravagante Kleidung, Schlapphüte, dicke Brillen. Mit seiner Immobiliengesellschaft hat er Frankfurt in den vergangenen Jahrzehnten mitgeprägt. Anfangs war Goldman nur reicher Erbe. Doch dann setzte er sein Geld ein, um neue Häuser zu bauen. Ganze Quartiere hat er entwickelt, so an der Hanauer Landstraße, wo er als „König des Ostends“ galt. Dort erschloss er das Unionsgelände und ließ in der Carl-Benz-Straße ein futuristisches Bürogebäude bauen, das sogenannte U.F.O. Techno-Star Sven Väth betrieb dort seinen „Cocoon Club“.

Weitere Investments sind ein Einkaufs- und Bürogebäude in der Stephanstraße („Neustadt“ nördlich der Zeil), Eigentumswohnungen am Offenbacher Hafen und das Ferdinand-Porsche-Loft im Ostend. Investitionen außerhalb Frankfurts tätigt der extravagante Millionär auch: So lässt er sieben Hotels in fünf Städten errichten.

In der „Cargo-City Süd-Affäre“ hat ein Mittäter Goldmans, der Immobilienmakler Uwe S., drei Jahre Haft erhalten, die Mitangeklagten Jürgen H. und Kai Peter B. jeweils zwei Jahre auf Bewährung. Die Aussetzung der Strafe auf Bewährung ist bei Goldmann und Uwe S. nicht möglich.

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