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Hoffnungsträger des TC Palmengarten: Oliver Tobisch, gerade erst Hessischer U18-Meister geworden.

Tennis

Attraktiv und spannend

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Am Samstag startet die Hessenliga, ein in der Region sehr beliebter Wettbewerb. Kurze Anreisen, attraktive Derbys und gutklassiger Sport locken vielerorts Hunderte von Fans an.

Die Frage nach dem Meister stellt sich vor jeder Saison: Der FTC Palmengarten, Eintracht Frankfurt und der TC Bad Vilbel, werden von der Konkurrenz in der Tennis-Hessenliga der Herren als Favoriten bezeichnet. Die sechs anderen Protagonisten haben als Ziel nur den Klassenerhalt angegeben.

Zu seinen Aufstiegsambitionen bekennt sich der FTC Palmengarten . Der Frankfurter Traditionsverein, in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts Bundesligist, von 1987 bis 1997 Regionalligist, will nach einigen sportlich bescheidenen Jahren wieder höher hinaus. „In diesem Jahr möchten wir in die Regionalliga aufsteigen, dann soll es möglichst weiter in die Zweite Bundesliga gehen“, gibt Sportwart Stefan Zielen einen Ausblick. Der Medizin-Professor hat während seines Studiums für den Club in der Bundesliga gespielt, sein Sohn Niklas ist ein Mitglied des aktuellen Teams, wird aber aus gesundheitlichen Gründen wahrscheinlich nicht spielen können.

Die Frage ist, wie oft Hugo Dellien dabei sein kann. In Wimbledon ist die Nummer 113 der ATP-Weltrangliste ausgeschieden, zugesagt habe der einem nationalen Spieler gleichgestellte Bolivianer für sechs der acht Begegnungen. Doch Spieler, die so hoch in der Weltrangliste stehen, müssen oft wegen der Teilnahme an einem Turnier absagen.

An Position zwei spielen soll Hessenmeister Benjamin Hassan, Nummer 28 in Deutschland, dahinter der letztjährige Spitzenspieler Franco Agamenone. Der Argentinier ist vor allem ein exzellenter Doppelspieler (175 der Welt). Dahinter folgen die 18-jährigen Oliver Tobisch und Calvin Müller sowie die langjährigen Team-Stützen Jannis Köke und Constantin Christ. Sollte Trainer Philipp Marx im Doppel selbst zum Schläger greifen, wäre er ein sicherer Punktegarant für seine Mannschaft.

In Bestbesetzung dürfte dieses Team kaum zu schlagen sein. Wenn überhaupt, dann von Eintracht Frankfurt in Bestbesetzung, also mit dem Franzosen Gleb Sakharov (ATP 153) und Sebastian Fanselow, Hessenmeister von 2016 und Nummer 26 in Deutschland. Die mittleren Positionen werden US-College-Spieler Björn Petersen, der vergangene Saison wegen einer Verletzung passen musste, der Pole Piotr Lomacki und der 16-jährige Tscheche Jonas Forejtek besetzten, „hinten“ sollen die Eigengewächse Jan-Sören Hain (19), Lukas Storck (24) und Sebastian Mortier (21) spielen. „Unser Fokus liegt weiterhin darauf, den eigenen Nachwuchs zu integrieren. Dennoch wollen wir bei der Vergabe des Hessenmeistertitels mitreden“, sagt der Sportliche Leiter Carsten Müller.

„Wir wollen oben mitmischen“, gibt Marcello Craca, Sportlicher Leiter beim TC Bad Vilbel , nicht explizit den Aufstieg als Ziel an. Zwei starke Ausländer, vor allem der Brasilianer Daniel Dutra Da Silva (2017 7:1-Bilanz), und dahinter in dieser Liga erprobte Recken (Niklas Schell, Jochen Bertsch, Tim Büttner, der den Deutschen gleichgestellte Brasilaner Caio Claudino und André Stenger) bilden ein Team, das erst einmal geschlagen werden muss.

Der Rest der Liga kämpft zunächst darum, das rettende Ufer zu erreichen. Das wird nicht einfach: Zwei oder gar drei Clubs steigen ab.

Der Vorjahresdritte TK Langen hat seinen Kader nur geringfügig geändert, hat sich aber dennoch verbessert. Der Argentinier Facundo Mena (ATP 368) ist besser als der 2017 nur zweimal siegreiche Brasilianer Fernando Romboli. Der aus Fulda gekommene Caspar Schütze wird wohl kaum ein Match gewinnen, da er aber Ranglistenpunkte hat, ermöglicht er den Teamkollegen, an tieferen Positionen erfolgreicher zu spielen. Dies sind wieder der Chilene Guillermo Rivera-Aranguiz, Andreas Ainalides, der gleichgestellte Slowene Bostjan Osabnik und Alexander Schubert. Die große Überraschung ist Neuzugang Maximilian Abel. Der ehemalige Deutsche Meister hat beim Turnier in Aschaffenburg nur zwei Wochen nach dem Ende seine zehnmonatigen Haftstrafe den Hessischen Vizemeister Kai Wehnelt vom Regionalligisten TC Bad Homburg bezwungen.

Zweimal hat sich der SC SAFO Frankfurt mit größter Mühe gerettet, diesmal will er den Klassenerhalt früh perfekt machen. „Die Mannschaft ist stärker, die Auswahl komfortabler“, meint Club-Trainer und Team-Kapitän Tom Pütz. Hinter dem starken Inder Srirambalaji Narayanaswany (2017 eine 6:1-Siegbilanz) wird der solide Allrounder Amer Naow spielen. Da der Syrer den Deutschen gleichgestellt ist, kann den zweiten Ausländerplatz der Franzose Francois Musitelli (2017 5:1) einnehmen. Ergänzt wird das Team von der Kennedyallee mit Jan Kern, Benjamin Schwizer, Tom Pütz. Konstantin Kutschenko und Rückkehrer David Zimmermann.

Am ersten Wochenende wird SAFO allerdings Srirambalaji Narayanaswany fehlen: Er hat sich in der Wimbledon-Qualifikation mit seinem Landsmann Vishnu Varhan ins Hauptfeld des Doppel-Wettbewerbs durchgespielt.

Die große Unbekannte ist Neuling Rot-Weiß Sprendlingen . „Da ich gute Kontakte in meine Heimat habe, setzen wir voll auf die tschechische Komponente“, sagt Trainer Peter Janda. Die zwei vorderen Positionen wird ein Duo aus dem gemeldeten tschechischen Quartett einnehmen, an Position fünf und sechs werden die den Deutschen gleichgestellten routinierten Tschechen Luká? Mar?oun und Martin Bezdícek antreten. Mar?oun hat in Frankfurt eine Tennisschule. Den deutschen Anteil im Team bilden Can Franke, Lucas Krämer und Jan Meyer. „Es ist das erste Mal, dass der Verein so hoch spielt. Wir wollen nicht nur die Klasse halten, sondern auch die Mitglieder beim Abenteuer Hessenliga begeistern. Als erstes kommen zu uns der TEC Darmstadt und Langen, da erwarten wir 150 bis 200 Fans“, freut sich Peter Janda auf die Premiere.

Von den anderen Teams verfügt Neuling TC Steinbach an der Spitze über zwei gute Ausländer, mit Eric Scherer über einen guten Vierer, ist aber vielleicht nach hinten schwächer besetzt. Der TEC Darmstadt geht mit einem ähnlichen Kader wie 2017 ins Rennen, das gilt auch für Blau-Weiß Wiesbaden.

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