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Auch der Frankfurter Westen will die Fahrradstaffel

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Von: Michael Forst

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Die Fahrradstaffel der Polizei sollte, so ist die Meinung von Bürgern und Stadtteilpolitikern aus dem Frankfurter Westen, nicht nur in der Innenstadt unterwegs sein - auch in Höchst, Unterliederbach, Sossenheim oder Nied gäbe es Arbeit genug. FOTO: Salome Roessler
Die Fahrradstaffel der Polizei sollte, so ist die Meinung von Bürgern und Stadtteilpolitikern aus dem Frankfurter Westen, nicht nur in der Innenstadt unterwegs sein - auch in Höchst, Unterliederbach, Sossenheim oder Nied gäbe es Arbeit genug. © Salome Roessler/FFM

Einsatzradius der radelnden Polizisten deutlich ausdehnen

Mit Unverständnis haben Bürger und Politiker aus dem Frankfurter Westen auf die Ankündigung des Mobilitätsdezernenten Stefan Majer (Grüne) reagiert, den Einsatzradius Fahrradstaffel der städtischen Verkehrspolizei auf die Innenstadt zu begrenzen - mit der Begründung, eine Ausweitung in die Peripherie gefährde den Erfolg in der City. So findet dafür etwa der Höchster Marcus Bonszkowski bittere Worte: "Alle Stadtteile in Frankfurt sind gleich, nur die Innenstadt ist gleicher!" schreibt er auf seiner Facebook-Seite. Majers Aussage, so gegründet Bonszkowski seinen Kommentar, sei ein "starkes Stück" und zeige, wo der Fokus der Stadt liege.

Nur zehn Mitarbeiter sind im Einsatz

Dabei wurde jüngst immer wieder der Wunsch von verschiedenen Seiten laut, die Fahrradstaffel auch außerhalb der Innenstadt einzusetzen - etwa vom Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen). In einem Antrag vom Oktober vergangenen Jahres hatte das Stadtteilparlament den Magistrat gebeten, "den Einsatz der Fahrradstaffel der Stadtpolizei im Frankfurter Westen zu verstärken und eine damit einhergehende Präsenzsteigerung in den westlichen Stadtteilen zu verwirklichen."

Das hat der Magistrat in einer Stellungnahme zum Jahresbeginn abgelehnt - mit einer ähnlichen Begründung, wie sie Dezernent Majer jetzt formulierte: Wegen der geringen Personalstärke von nur zehn Mitarbeitern müsse das Einsatzgebiet auf den Innenstadtbereich innerhalb des Alleenrings begrenzt werden; für mehr gebe es keine Kapazitäten. Das will der CDU-Ortsbeirat Michael Schneider nicht akzeptieren. Für einen Einsatz der radelnden Verkehrspolizisten auch im Westen spreche allein schon die Mobilitätswende: Immer mehr Menschen seien mit Rollern und Fahrrädern unterwegs. Dem müsse sich endlich auch die Sicherheitspolitik anpassen.

"Denn wie will ein Funkstreifenwagen etwa einen Fahrradfahrer stellen, der sich auf einem Radweg verkehrswidrig verhält?", fragt Schneider rhetorisch. Fußgängerzonen, Radwege und Parkanlagen seien effektiv nur von radelnden Streifen zu kontrollieren.

Im übrigen könne er sich eine Fahrradstaffel nicht nur für die städtische Verkehrspolizei, "sondern auch bei der Schutzpolizei, also der hessischen Landespolizei, gut vorstellen", überlegt Schneider weiter. In einigen Städten gebe werde das bereits umgesetzt. Schneider führt hier eine eigene Erfahrung ins Feld: "Letztes Jahr haben mir Unbekannte meinen Roller gestohlen", erzählt er. "Die drehten dann damit nachts im Höchster Stadtpark ihre Runden." Ein Streifenwagen stehe da auf verlorenem Posten, radelnde Schutzpolizisten hingegen hätten der Diebe leicht habhaft werden können. Und schließlich sei es auch mit Blick auf den Klimawandel wichtig, vom Auto wegzukommen.

Auch Petra Scharf, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 6, spricht sich dafür aus, die Fahrradstaffel im Frankfurter Westen einzusetzen. Zwar seien die Probleme in der Innenstadt groß. Doch ein Verkehrsdezernent könne nicht einfach "die 20 Prozent der Fläche und Einwohner der Stadt ignorieren, die den Westen ausmachen", sagt die frühere Stadtverordnete. Jede einzelne Ortsbeiratssitzung zeige, wie permanent das Thema auch die westlichen Stadtteile präge: Falschparker, zugeparkte Busabbiegespuren, blockierte Gehwege: "Es darf nicht sein, dass sich bei uns im Verkehr einfach der Stärkere durchsetzt", mahnt Petra Scharf an. Michael Forst

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