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Drück seinem Teamkollegen Ante Rebic (links) die Daumen: Kevin-Prince Boateng. Archivfoto: Arne Dedert/dpa

Eintracht Frankfurt

Auch die Eintracht schaut nach Russland

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Eigentlich wollte Kevin-Prince Boateng gar kein WM-Spiel schauen, jetzt ist er Dauer-Kommentator. Und die Eintracht auch in Russland erfolgreich.

Natürlich beschäftigt es dann doch auch die Spieler der Frankfurter   , wie in Russland der Ball rollt – und zwar nicht nur diejenigen unter den Adlerträgern, die mit ihren Auswahlen zur WM gereist sind, sondern auch die anderen, die zum Teil noch in alle Welt verstreut die letzte freie Woche vor dem Neustart des Pokalsiegers genießen. „Wenn mich Leute gefragt haben, habe ich gesagt, ich würde nicht mal ein Spiel der Weltmeisterschaft gucken. Um mich cool zu geben“, schrieb Kevin-Prince Boateng am Sonntag beispielsweise augenzwinkernd auf seiner Twitter-Seite im Internet, um dann einzuräumen: „Jetzt schaue ich jedes Spiel und fühle mich wie ein World-Cup-Blogger.“

Während der Frankfurter An- und Wortführer daran arbeitet, fit in die Vorbereitung auf die neue Saison zu starten, gibt er nebenbei in den sogenannten Sozialen Netzwerken tatsächlich fast genauso fleißig Kommentare über die WM ab. Über die Glanztaten des großen Cristiano Ronaldo und auch die seines Eintracht-Kumpels oder über die Freistoßtechnik des deutschen Retters Toni Kroos. So mancher Mitspieler fiebert ebenso mit, und es gibt ja auch genug Anlass zur Frankfurter Freude.

Zum Beispiel, dass die Nationalmannschaften zur WM entsandten Eintracht-Profis mehr Punkte eingefahren haben als alle andere Bundesliga-Vertretungen. Selbst wenn das nüchtern betrachtet doch eher ein schönes Rechenspiel ist: Der Serbe Luka Jovic, der Mexikaner Marco Fabian, der Schweizer Gelson Fernandes und der neue Torwart Frederik Rönnow schließlich haben an den Erfolgen ihrer Länder bislang nur als Zuschauer teilgenommen. Mexikos unerbittlicher Verteidiger Carlos Salcedo aber hat sich durchaus auch auf WM-Niveau schon einen guten Ruf erarbeitet, der in kroatischen Farben gleich weiter durchstartende Pokalheld Rebic noch viel mehr – und Japans Kapitän Makoto Hasebe ist sowieso unverzichtbar in seiner Elf, die gestern den mit einem achtbaren 2:2 gegen den Senegal den 27. WM-Punkt für die Eintracht holte.

Sie alle wird Boateng am nächsten Montag noch nicht wiedersehen, wenn der neue Trainer Adi Hütter zu seinen ersten Übungseinheit in Frankfurt bittet. Ein paar andere auch nicht, möglicherweise. Stürmer Branimir Hrgota etwa sollte zeitnah einen neuen Vertrag bei Hannover 96 unterschrieben. Dass die Vereine sich im Wesentlichen einig seien, hatte 96-Präsident Martin Kind schon vor ein paar Tagen erklärt. Gut für die Eintracht, die angeblich immerhin noch eine Million Euro Ablöse erhalten soll. Und sinnvoll für Hrgota, der in der vergangenen Saison schon kaum eine Rolle spielte und für den es trotz Europa-League-Verpflichtungen gewiss nicht leichter wird.

Omar Mascarell indes könnte bei der Eintracht wohl einen Stammplatz haben, dem Vernehmen nach zieht es ihn aber zu Schalke 04. Laut „Bild“ hat der Champions-League-Teilnehmer den Frankfurter Mittelfeldmann von einem Wechsel überzeugt, der Rest ist Sache der Vereine: Vermutlich wird Real Madrid die Rückkaufklausel ziehen, die darin vereinbarten vier Millionen Euro an die Eintracht überweisen – und dafür rund zwölf bis 15 Millionen aus Gelsenkirchen bekommen. Und wenn der eine oder andere Kollege in Russland so weitermacht, wird Kevin-Prince Boateng noch mehr alte Mitstreiter nicht wieder in Frankfurt begrüßen können. Besonders im Fall von Ante Rebic werden auch seine Chefs in der Führungsetage gespannt nach Russland schauen.

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