Bau-Aushub und anderer Müll wird einfach auf die Felder gekippt.
+
Bau-Aushub und anderer Müll wird einfach auf die Felder gekippt.

Oberräder Felder

Auf den Feldern wachsen Müll und Zäune

  • vonStefanie Wehr
    schließen

Ablagerungen auf den Äckern mehren sich. Landwirte sind genervt´. Einiges mehr trägt dazu bei, dass ihnen die Arbeit erschwert wird.

Die Oberräder Felder sind so weitläufig, da fällt ein Haufen Müll nicht auf. Dieser irrigen Annahme ist wohl manch ein Müllsünder, der Sperrmüll, Autoreifen oder auch einfach Bauschutt hier ablagert.

Besonders hässlich sieht es im unteren Feld Richtung Main, nahe der Bahnlinie aus. Seit Monaten schon liegt hier haufenweise Bau-Aushub. Daneben steht im freien Feld ein hunderte Meter langer Bauzaun, dahinter allerlei Baugerät. Auch weiter südlich im Feld gibt es eine Stelle mit Bauaushub, der aber wohl legal zwischengelagert ist.

Absurd findet das Gärtner Rainer Schecker. "Erstens geht wiederum ein Stück Feld verloren, das beackert werden könnte. Und dass hier so viel Schutt herumliegt, ist nicht lustig, weil alles zuwächst."

Schuttberge ziehen Unkraut an

Über Schuttablagerungen in den Feldern regt sich auch Gemüsebauer Thomas Jung auf. Unkraut gebe es genug, und wenn in den Feldern noch mehr Brombeersträucher wachsen, zögen diese noch mehr Unkraut an. Über die vielen Bauzäune wundern sie sich - ist ihnen doch nicht erlaubt, ihre Felder einzuzäunen, um sie vor Hunden und vor Dieben zu beschützen.

Immerhin sei der Sperrmüll, der schon seit Jahren auf den Äckern und Wiesen abgeladen wurde, weniger geworden. "Früher hatten wir Fernseher, Kleiderschränke und den Inhalt ganzer Schuhgeschäfte hier herumliegen", berichtet er. "Das ist zum Glück besser geworden, die Stadt räumt das schnell weg." Trotzdem liegen immer noch Gegenstände herum, etwa E-Roller.

Oben, an der Teller-Siedlung am Waldrand, habe sich aber vor kurzem wieder jemand eines Berges Autoreifen entledigt. "Einfach in den Wald abgeladen", sagt Rainer Schecker. Je näher an der Autobahn, desto mehr Müll finde sich auf den Äckern.

Das Thema Müll und Schutt auf den Feldern geht deshalb aktuell wieder seinen Gang durch die Gremien. Der Ortsbeirat 5 hat im Oktober per Antrag darum gebeten, dass sich die Stadt kümmert. Im Umweltamt ist auf Nachfrage der konkrete Fall nicht bekannt.

Der Respekt vor den Feldern, vor der Landwirtschaft, komme in letzter Zeit immer mehr abhanden, beklagen die Landwirte Schecker und Jung. Wenn sie ihre Felder bestellen wollen, schallen ihnen giftige Worte entgegen, vor allem von Radfahrern auf den Feldwegen, die sich von landwirtschaftlichen Fahrzeugen gestört fühlen, schildern beide Landwirte. "Wenn ich von der Gerbermühlstraße in die Felder einbiege, kriege ich schon Bauchweh", erzählt Thomas Jung. "Jedes Mal ist mindestens einer dabei, der mich anpöbelt."

Ferner seien Feldwege oft so zugeparkt, dass der Landwirt mit seinem Lastwagen nicht mehr durchkomme. "Im Sommer ist es ganz schlimm, dann stellen die Leute im Feld die Autos ab, um von dort zur Gerbermühle oder zum Main zu laufen."

Hundekottüten auf dem Acker

Weil der mittlere der parallel in Ost-West-Richtung verlaufenden Wege meist blockiert sei, und er nicht durchkomme, müsse Jung mit seinem Lastwagen den Weg an den Bahngleisen nehmen. Die Trasse sei aber seitlich so mit Brombeersträuchern zugewachsen, dass er auch dort kaum durchkomme und schon etliche Kratzer im Fahrzeug habe.

Wegen Corona sei das Feld vergangenes Jahr ohnehin stärker von Spaziergängern aufgesucht worden. Viel mehr Passanten als sonst üblich ließen ihre Hunde über Kräuter und Gemüse frei auf den Äckern laufen. Ärgerlich sei auch der Zwischenfall gewesen, als Thomas Jung gerade einen Acker frisch durchgepflügt hatte und sich in den folgenden Wochen etliche weggeworfene Hundekottütchen auf der Erde sammelten. Wenn die Landwirte derart rücksichtslose Menschen zur Raison riefen, motzten diese zurück. Und zwar zunehmend aggressiver. "Wir Gärtner haben das Gefühl, auf unseren Feldern überhaupt nicht mehr erwünscht zu sein", sagt Rainer Schecker resigniert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare