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Auf Frankfurts Festivals ist alles im Fluss

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Von: Sabine Schramek

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Entspannte Gesichter und gute Laune gab es allenthalben bei der "Sommerwerft" an der Weseler Werft. Neben Musik und Theater gibt es hier eine tolle Aussicht auf den Main und die vielen Wassersportler.
Entspannte Gesichter und gute Laune gab es allenthalben bei der "Sommerwerft" an der Weseler Werft. Neben Musik und Theater gibt es hier eine tolle Aussicht auf den Main und die vielen Wassersportler. © Rüffer

Nach vier Wochen Stoffel im Günthersburgpark und nach gut zwei Wochen Sommerwerft an der Weseler Werft sind schöne Erlebnisse, die für viele zur kurzen Regelmäßigkeit gehören, schon wieder Vergangenheit. Der Rebstockpark hat sich dafür ein Wochenende in Savanne und Regenwald verwandelt.

Wo kann man schöner ein Picknick bei Live-Musik machen als im Günthersburgpark? Diese Frage hat sich vier Wochen lang wohl kaum jemand gestellt. Bunte Decken überall auf der oberen Wiese, Jugendliche, die Frisbee spielen, Kinder, die vergnügt über die große Wiese hüpfen und alle zusammen, die im Takt der Musik wippen, tanzen oder genüsslich lauschen. Der Duft von Bratwurst und Pommes liegt in der Luft, der Biss in die dicke knackige saure Gurke gehören dazu. "Es ist einfach nur schön, dass hier völlig unterschiedliche Leute zusammenkommen, die ohne Hektik und Stress ein paar angenehme Stunden erleben wollen", sagen Bettina und Gerd Schmitz, die "mindestens zweimal in der Woche" zum Stoffel kommen.

In die Sterne gucken

Seit der Stoffel-Premiere 2004 kommen die beiden hierher. Seitdem müssten sie nicht mehr groß überlegen, was sie in der Zeit machen, wenn das Stalburg Theater seine Open-Air-Bühne aufbaut. Für Bettina und Gerd Schmitz gibt es nichts Schöneres, als Musik zu hören, auf den Sonnenuntergang zu warten und auf dem Rücken liegend die ersten Sterne am Himmel zu beobachten.

Ein ähnliches Gefühl beschleicht die Freunde der Sommerwerft, wenn aus dem Beduinenzelt exotische Klänge kommen, man an Bierbänken oder in Liegestühlen chillt - mit Blick über den Main und auf kunterbunte Kunstwerke am Zaun, die das Areal in eine Reise der Phantasie und Utopie voller Theater, Gaukler, Cafés, Bühnen und Bars verwandelt. An diesem letzten Wochenende verfängt sich der Blick sogar noch auf das permanent farblich changierende Riesenrad vom Mainfest - nur wenige Brücken entfernt. Viel zu chillig finden es die Besucher der Sommerwerft, dort, wo sie gerade sind. Zwar mit vielen Leuten, aber deutlich mehr in der Stimmung, Theater und Musik zu erleben, statt Rummel und Gedränge. Außerdem leuchten die Cocktails auf dem Dach der Haifischbar genauso bunt. Der sanfte Flow der Musik überträgt sich auf die völlig entspannte Atmosphäre von Jung und Alt, die vorbeifahrenden Schiffe verwandeln die Sommerabende in Sehnsucht und Träume nach noch mehr Lust auf Innehalten und den Augenblick zu genießen. Noch einmal lockt am Sonntag der Flowmarkt, bei Selbstgemachtes und Gebrauchtes, Nützliches und Witziges getauscht und verkauft wird. Auch das passt in das Motto "Human Rights - Geschichten über das Mögliche".

Wie ein gigantischer Markt wirkt das 25. Afrikanische & Karibische Kulturfest im Rebstockpark. À la Bob Marleys Song "Let's get together and feel alright" verschmelzen Kunsthandwerk und Mode, Musik und Fabeln, Stoffe und heiße Rhythmen in ein Fest voller lachender Gesichter und ausgelassenem Tanz in einer Mischung aus Savanne und Meer, exotischer Düfte und Traumfängern, Reggae, Rap und Rumba. Die Fröhlichkeit und gute Laune sind ansteckend, Frankfurts kühle Wolkenkratzer scheinen Welten entfernt und sind abgelöst von kunterbunten Farben auf Kleidung und Schmuck, von wilden Tieren als Holzschnitzereien und purer Lust auf Urlaub.

Herzliche Gastfreundschaft

Die Atmosphäre von Kenia und Südafrika, Mozambique und Ghana, Kongo, Zaire, Äthiopien, Madagaskar, Kuba und Jamaika zeigt herzliche Gastfreundschaft und bietet an jedem Stand, bei jeder Band und bei jedem Drink das Gefühl, Neues zu entdecken. Ein Fest unter Freunden für Freunde, bei dem sich jeder Besucher willkommen und als Freund fühlt. Ein Wochenende, das am liebsten niemals aufhören soll. Locker und unbefangen das Leben genießen, so wie Bob Marley es besungen hat. Toll.

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