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Auf Homburger Landstraße wird weiter gerast

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Anwohner der Homburger Landstraße zwischen Weilbrunn- und Gießener Straße klagen darüber, dass viele Autofahrer schneller als Tempo 30 fahren. FOTO: Reinhardt
Anwohner der Homburger Landstraße zwischen Weilbrunn- und Gießener Straße klagen darüber, dass viele Autofahrer schneller als Tempo 30 fahren. © Friedrich Reinhardt

Stadt Frankfurt lehnt Vorschläge zur Verkehrsberuhigung der Homburger in Preungesheim ab.

Seit langem versuchen die Mitglieder des Ortsbeirats 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) Ruhe in die Homburger Landstraße zwischen Weilbrunnstraße und Gießener Straße zu bringen. Anwohner hatten darüber geklagt, dass das Geschirr in den Schränken klirre, wegen der Erschütterungen durch Lkw und Busse. Vor allem die Geschwindigkeitsüberschreitungen stören. „Wenn sich die Autofahrer an das Tempo 30 halten würden, wäre es schon in Ordnung“, sagt eine Anwohnerin. Die Straße verlocke aber zum Rasen, da Autofahrer von der Weilbrunnstraße bis zur nächsten Ampel an der Weinstraße blicken können.

Die Fraktionen im Ortsbeirat hatten daher der Stadt Vorschläge unterbreitet, wie die Straße beruhigt werden könnte. Der Magistrat hat diese nun abgelehnt. Um die Raser in der Straße auszubremsen und um die Straße sicherer zu machen, hatte Andreas Eggenwirth (FDP) angeregt, einen Fahrradstreifen auf der Homburger einzurichten, wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen wurden. Dies würde die Fahrbahn verengen und Autofahrer wären gezwungen, langsamer zu fahren. Dafür aber sei die Fahrbahn zu schmal, begründete der Magistrat seine Ablehnung.

Radstreifen sollte Autos ausbremsen

„Die Fahrbahn ist rund sechs Meter breit, die angrenzenden Gehwege teilweise nur einen Meter. Dieser Fahrbahnquerschnitt ermöglicht keine Markierung eines Radfahrstreifens oder Fahrradschutzstreifens“, schreibt die Stadt. Nicht einmal Piktogramme, die auf Radfahrer hinweisen und zur Vorsicht aufrufen, seien aus Sicht des Magistrats ratsam. „Diese Aufmerksamkeitssymbole konterkarieren den Regelfall, dass generell mit Radfahrern auf der Fahrbahn zu rechnen ist.“ Lediglich in der Weilbrunnstraße könnte auf der Straßenseite des Netto-Markts ein Fahrradstreifen markiert werden, um das Halteverbot zu verdeutlichen.

Auch für die Homburger sieht der Magistrat eine Möglichkeit: Für einen Radweg wäre Platz, wenn die Stadt die Homburger zu einer Einbahnstraße erklären würde. Der Verkehr in Richtung Frankfurter Berg könnte über die parallel verlaufende Straße „Am Dorfgarten“ geführt werden. Dagegen spreche aber, dass Autofahrer in Einbahnstraßen erfahrungsgemäß schneller fahren. Zudem fährt die Buslinie 39 durch die Straße.

Dabei wäre es dem Ortsbeirat ganz recht, wenn die Linie 39 nicht mehr durch die Homburger geführt würde. „Pro Tag fährt die Linie 39 mit 140 Bussen durch diesen Straßenabschnitt, obwohl es dort überhaupt keine Haltestelle und keine Notwendigkeit gibt, da lang zu fahren“, meint Eggenwirth.

Erst U5-verlängern, dann Buslinie ändern

Tatsächlich gibt es zwischen der Haltestelle Weilbrunnstraße und der U5-Endhaltestelle keinen Stop. Allerdings ist die Fahrt über die Homburger der kürzeste und schnellste Weg. Eggenwirth argumentiert dagegen, dass ein Umweg über den Gravensteiner Platz zwar länger dauert, aber viele Vorteile hätte. Für die Anwohner an der Homburger fielen die Hälfte der Busfahrten weg, weil in Richtung Berkersheim der Bus an der Weilbrunnstraße abbiegen würde. Und: „Die Eckenheimer bekommen einen Anschluss an den Gravensteiner Platz, wo jeden Freitag ein Wochenmarkt stattfindet.“

So sehen es auch die Grünen und forderten den Magistrat auf, nach alternativen Routen für die Buslinie zu suchen. Der Magistrat betonte dagegen, wie wichtig die Buslinie 39 als Verbindung zwischen den U-Bahn-Haltestellen Ginnheim (Linien U1, U9), Hügelstraße (Linien U1, U2, U3 und U8) und Preungesheim (Linie U5) sei. Die Linienführung zum Gravensteiner Platz sieht die Stadt kritisch. Das „würde zur Doppelbedienung des bereits mit der Tramlinie 18 sehr gut angebundenen Neubaugebiets führen.“ Und: Die engen Straßen des Frankfurter Bogens würden zusätzlich stark belastet, „so dass Probleme nur verlagert würden“. Eine Veränderung der Linienführung lasse sich erst einführen, wenn die U5 bis zum Frankfurter Berg verlängert wurde. Dann könnte die Linie 63 entfallen. msr

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