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Auf Wiedersehen, Japan

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Von: Stefanie Wehr

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Keine Japan-Euphorie mehr in Sachsenhausen: Das Main-Matsuri-Kulturfestival zieht diesen Sommer in die Nachbarstadt. FOTO: michael faust
Keine Japan-Euphorie mehr in Sachsenhausen: Das Main-Matsuri-Kulturfestival zieht diesen Sommer in die Nachbarstadt. © Michael Faust

Main-Matsuri-Festival wandert von Frankfurt ab nach Offenbach

Das Festival Main Matsuri, das seit 2018 jedes Jahr an drei Tagen im Sommer Japan-Fans auf den Walther-von-Cronberg-Platz lockte, zieht aus Frankfurt weg - nach Offenbach. In der Nachbarstadt boten die Veranstalter vor kurzem einen Vorgeschmack mit dem „Cherry Blossom Day“ mit 1000 verkauften Tickets. Vom 18. bis 20. August wird dann dieses Jahr vor dem Büsing-Palais und im Büsing-Park das dreitägige Main Matsuri Festival gefeiert.

Der Walther-von-Cronberg-Platz eigne sich aus verschiedenen Gründen nicht mehr für das Festival, das immer größer geworden ist und schon in seinem zweiten Jahr 2019 mehr als 35 000 Besucher aus dem Bundesgebiet und Europa nach Frankfurt zog. „Der Platz wird für uns zu klein,“ sagt der Organisator des Festivals, Norman Seidel von der Main Matsuri GmbH. Veranstalter sind das Japanische Kultur- und Sprachzentrum und die Hojinkai Vereinigung der Japanischen Unternehmen Frankfurt.

„Um unser Angebot aus Musik, Kunst und Workshops halten zu können, müssen wir wachsen“, erklärt Seidel. Vergangenes Jahr sei zudem klar geworden, dass das Festival mit Bühnenprogramm, Essen und Ständen zum Stöbern ohne Eintrittsgeld nicht mehr zu stemmen sei. „Allein die Anreise der Künstler und Musiker aus Japan hat 60 000 Euro gekostet“, so Norman Seidel. Wer aufs Festivalgelände wollte, musste 5 Euro zahlen.

Doch genau das ist in Frankfurt nicht erlaubt: eine öffentliche Fläche einzuzäunen und Eintritt zu nehmen. „Grundlage für die Genehmigung von Veranstaltungen auf Straßen und Plätzen ist ein hohes öffentliches Interesse. Dieses ist bei Veranstaltungen, die nur mit Eintritt zu besuchen sind, nicht der Fall, da sie eben nicht von der Allgemeinheit in Anspruch genommen werden können“, erläutert Michael Jenisch, Sprecher des Ordnungsamts. Vergangenes Jahr ließ die Stadt aus Kulanz diese Praxis zu.

Als Ausweichfläche für dieses Jahr bot die Stadt das Rebstockgelände an. Das lag den Veranstaltern aber zu weit ab vom Schuss. Viel mehr tat die Stadt offenbar nicht, um das Festival zu halten. „Nach einem Gespräch im Wirtschaftsdezernat hat sich von dort niemand mehr gemeldet“, schildert Seidel.

Zudem hatte es jedes Jahr viele Beschwerden von Anwohnern auf Sachsenhäuser und von der Nordseite des Mains wegen Lärms gegeben. „Schon bei den Proben unter der Woche war es den Nachbarn zu laut“, erinnert sich Seidel. Und schließlich platzte noch eine Kooperation mit dem Lindner-Hotel. Im Hotel direkt auf dem Walther-von-Cronberg-Platz waren die Künstler untergebracht, auch viele Gäste quartierten sich dort ein.

Offenbach habe das Main-Matsuri-Festival mit offenen Armen empfangen. Die Stadt pflege ohnehin intensive Verbindungen ins Reich der aufgehenden Sonne. Mit der Partnerstadt Kawagoe gebe es seit 40 Jahren einen regen kulturellen Austausch. Eine bekannte Manga-Zeichnerin lebe zudem in Offenbach. Auf dem Gelände sei auch das Eintrittsgeld kein Problem, so Seidel. Wie hoch es sein wird, steht noch nicht fest. Stefanie Wehr

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