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Aus 12 000 Steinen die eigene Schule gebaut

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Von: Sabine Schramek

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Sind alle mächtig stolz (v.l.): Lina Araychi, David Benic, Björn Schaal, Christian Simon, Wolfgang Schubert, Judith Prager und Finn Stenzel. In Zusammenarbeit mit dem Verein Born2Brick haben die Schüler ihr Gymnasium am Römerhof als Lego-Modell nachgebaut. Im Maßstab 1:63.
Sind alle mächtig stolz (v.l.): Lina Araychi, David Benic, Björn Schaal, Christian Simon, Wolfgang Schubert, Judith Prager und Finn Stenzel. In Zusammenarbeit mit dem Verein Born2Brick haben die Schüler ihr Gymnasium am Römerhof als Lego-Modell nachgebaut. Im Maßstab 1:63. © hamerski

14 Schüler bilden im Lego-Projekt ihr Container-Gymnasium am Rebstock nach

Lina, David und Finn aus der 5c sind stolz wie Bolle. "Wir haben alle alles zusammen gemacht", erzählen die drei 11-jährigen mit leuchtenden Augen. Sie stehen in einem Klassenzimmer rund um ihre eigene Schule aus Lego in Mini-Format. Vier Monate lang haben sie gemeinsam mit elf weiteren Schülern der fünften bis siebten Klassen aus 12 000 Einzelteilen jede Woche zwei Stunden lang das Gymnasium am Römerhof im Maßstab 1:63 nachgebaut. Inklusive Bäumen, Fahrradständern und Basketballkörben im Schulhof.

Bis 2015 ein richtiges Haus

"Das hat voll Spaß gemacht", strahlt Lina. Die beiden Jungs nicken begeistert. Das Bauwerk ist insgesamt 1,30 Meter lang, 1,20 Meter breit und 40 Zentimeter hoch und zeigt die vier provisorischen Container- Gebäude, in denen Frankfurts jüngstes Gymnasium, das 2018 eröffnet wurde, noch untergebracht ist. Bis 2025 soll nach den Planungen der Stadt in direkter Nähe ein Neubau in Holzmodulbauweise entstehen.

"Dort soll das Lego-Modell dann in einer Vitrine im Foyer stehen", erzählen die Kinder. Möglich wurde das Projekt durch den noch jungen Frankfurter Lego-Verein "Born2Brick" mit Sitz in Griesheim. Wolfgang Schubert und Christian Simon haben dem Gymnasium den Vorschlag gemacht, ehrenamtlich die AG zu leiten. Der Förderverein des Gymnasiums hat die neuen und gebrauchten Bausteine mit 1200 Euro finanziert. Begeistert sind alle vom Ergebnis. "Ich freue mich sehr, dass die Container so detailliert getroffen sind. ", sagt die Schulleiterin Judith Prager. "Es ist schön und wichtig, dass die Kinder nachmittags nicht nur lernen, sondern auch kreativ können." Die Schüler haben jeden Dienstag in der achten und neunten Stunde die Teilchen zusammengefügt. "Auch das Miteinander ist ein schönes Erlebnis für alle", so Björn Schaal, der Mitglied der Schulleitung ist. Lina, David und Finn sind ganz der Meinung der Schulleitung. "Zuhause bauen wir auch mit Lego-Steinen, aber hier mit den anderen, ist es noch viel toller", finden sie.

Linas Lieblingsfächer im Unterricht sind Geschichte, Deutsch und Kunst. Die von David Mathe und Englisch. Finn mag Sport, Geschichte und Erdkunde am liebsten. Für die AG angemeldet haben sie sich, "weil wir etwas Neues ausprobieren wollten", erzählt Finn. An der Schule gibt es noch eine weitere Lego-AG mit Robotics. Mit einem Lehrer können die Kinder aus Bausteinen und Sensoren Roboter bauen und programmieren lernen. Die AG darf sogar mit ihrem Mathe-Lehrer an der National Robotic Week teilnehmen.

Nächste Idee wartet schon

Finn und David hatten sich auch dort angemeldet. "Das wollten aber so viele machen, dass nachher sogar Listen aushingen, wer nicht mit dabei sein kann", erzählt David lachend. Sie bereuen nicht, dass sie statt Robotern ihre Schule gebaut haben. Ideen für weitere Lego-AGs haben die drei auch schon.

"Herr Simon hat gesagt, dass wir nächstes Schuljahr vielleicht den Bauernhof, den echten historischen Römerhof, nachbauen können", erzählt Finn. "Ich würde auch total gerne die Schule von innen bauen", schlägt Lina vor. "Dann müsste es aber bestimmt größer sein", vermutet sie. Der Vorschlag gefällt auch den Männern vom Verein "Born2Brick" und sie überlegen. "Viel größer muss es gar nicht sein. Das würde schon gehen, wenn man zum Beispiel ein Klassenzimmer baut", sagt Simon. Die Kinderaugen strahlen.

Sie können es gar nicht abwarten, weiterzumachen. Auch der Gedanke, später ihr Kunstwerk in der neuen Holzmodulschule im Foyer ausgestellt zu sehen, finden sie toll. Vorbild für die neue Schule mit Sporthalle, die am Rande des Rebstockparks nördlich des Provisoriums auf dem heutigen Tennenplatz entstehen, soll, ist der Schulcampus Westend an der Miquelallee, mit dem Adorno-Gymnasium und der Holzhausenschule, der 2019 fertiggestellt wurde. Dann können Schüler noch ein Gymnasium am Römerhof maßstabsgetreu mit braunen statt grauen Legosteinen bauen.

SABINE SCHRAMEK

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