Die U-Bahn-Linie 5 endet bisher in Preungesheim, soll aber verlängert werden.
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Die U-Bahn-Linie 5 endet bisher in Preungesheim, soll aber verlängert werden.

Verkehrsplanung

Nochmal sechs Jahre Verzögerung: Ausbau der U5 nimmt keine Fahrt auf

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    VonDennis Pfeiffer-Goldmann
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Die Verlängerung der U5 in Frankfurt ist schon seit 2005 geplant. Nach aktuellem Stand fährt vor 2028 allerdings noch keine Bahn zum Frankfurter Berg.

Frankfurt – Die U5-Verlängerung verzögert sich weiter. Nach aktueller Planung der Stadt sollen erst 2028 die ersten Bahnen von Preungesheim weiter in den Nachbarstadtteil rollen. Und mit der aktuellen Planung verbaut sich die Stadt wohl eine spätere, weitere Verlängerung der Strecke.

Es ist eines dieser Projekte, die vollkommen sinnvoll erscheinen und dennoch nicht Fahrt aufnehmen: die Verlängerung der U5 von Preungesheim zum Frankfurter Berg. Im Generalverkehrsplan von 2005 ist sie bereits vorgesehen. Über 1,5 Kilometer soll es schnurgerade die Homburger Landstraße entlang gehen. Neue Haltestellen sollen an der August-Schanz-Straße, am Berkersheimer Weg sowie an der S-Bahn-Station Frankfurter Berg entstehen. Hier sollen die Fahrgäste zwischen S6 und U5 umsteigen können, was viele Fahrten verkürzen und zugleich die S-Bahn entlastet.

Ausbau der U5 in Frankfurt: Kosten halten sich in Grenzen

Großer Vorteil der recht einfachen Strecke: Sie ist verhältnismäßig günstig. Aktuell kalkuliert die Stadt mit 30,8 Millionen Euro Kosten - wovon sie abzüglich Fördergeld wohl nur acht bis zehn Millionen Euro selbst bezahlen müsste. Dennoch hatte die schwarz-grüne Regierung die Planung 2012 im Zuge allgemeiner Sparbemühungen gestoppt - damals noch unter Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Ausgebaut wurden lediglich die neuen Hochbahnsteige in der Eckenheimer Landstraße. Ebenso wurde die bisherige Endstation Preungesheim umgebaut. An den beiden äußeren Gleisen könnte hier die Neubaustrecke anschließen.

Die U5 soll einmal bis zum Frankfurter Berg durchfahrend, statt in Preungesheim zu enden.

2018 gab die Koalition aus CDU, SPD und Grünen dann Grünes Licht, die Planung des U5-Ausbaus wieder aufzunehmen. Doch waren die Pläne offenbar noch nicht weit genug gediehen, um schnell mit ihnen ein Genehmigungsverfahren einleiten zu können. Erst musste die Stadt die Nutzen-Kosten-Untersuchung von 2010 aktualisieren, um bei einem Wert von 1,0 oder besser Fördergeld des Bundes zu erhalten. Das Ergebnis verkündete Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) dann im November 2019: Das Vorhaben ist mit einem Wert von 1,36 förderfähig.

Frankfurt: Planung zum Ausbau der U5 muss erneut angepasst werden

Nun soll diesen August die Vergabe des Vorhabens an einen Projektsteuerer erfolgen, erklärt Oesterlings Referent Thomas Erhart. 2023 solle dann das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, also die Genehmigung beantragt werden. Die weiteren anderthalb Jahre Planungszeit seien notwendig, weil sich inzwischen Vorgaben geändert hätten. So müssten die Pläne angepasst werden an neue Brandschutzvorschriften für die Häuser neben der Strecke sowie an neue Vorgaben der Stadt selbst für den Bau von Radwegen.

Allerdings: Dass all das noch erledigt werden muss, hatte der Magistrat schon im März 2018 den Stadtverordneten angekündigt. Und weiter: "Eine Fertigstellung der Stadtbahnlinie zum Frankfurter Berg könnte voraussichtlich dennoch bis zum Jahr 2022 erfolgen." Dieser Zeitplan ist heute aber Makulatur.

U5-Ausbau: U-Bahn erreicht den Frankfurter Berg erst 2028

Damit der Projektsteuerer nun die Pläne zügig zur Genehmigungsreife bringen kann, will die Stadt so wenig wie möglich ändern. Daher soll die Endstation am S-Bahnhof wie bisher geplant gebaut werden, erklärt Klaus Oesterling. Das hat einen Nachteil: Will die Stadt eines Tages die U5 noch weiter verlängern, muss entweder der Fußgängersteg zum S-Bahnsteig oder gleich die ganze Station abgerissen und neu gebaut werden. Genau diese Verlängerung hat das Stadtparlament erst im März beschlossen: die U5 soll eines Tages vom Frankfurter Berg via Bonames zum Ben-Gurion-Ring in Nieder-Eschbach fahren. So ist es im Nahverkehrsplan in der "Planungsstufe 2" mit einer Realisierung nach 2030 aufgeführt. Das sei "nur ein Hinweis", sagt der Dezernent. Die Planung der Endstation noch zu ändern, "war nicht mehr machbar".

Dem neuen Zeitplan zufolge wird die U5 aber ohnehin erst 2028 den Frankfurter Berg erreichen. Diesen Termin nennt Oesterlings Referent Erhart. Drei Jahre zuvor könnten die Bauarbeiten beginnen, also 2025. Just in diesem Jahr soll am anderen Streckenende nach mehrjähriger Verspätung, wegen Problemen beim Tunnelbau, die U5 ins Europaviertel rollen. Und selbst der enorm aufwendige Ausbau der S6 überholt das im Vergleich kleine U5-Projekt: Ab 2024 soll die S-Bahn von Frankfurt-West bis Bad Vilbel via Frankfurter Berg auf eigenen Gleisen unterwegs sein. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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