1. Startseite
  2. Frankfurt

Rätsel um stundenlangen Stromausfall in Frankfurt endlich gelöst

Erstellt:

Von: Michael Forst

Kommentare

Die Umspannanlage am Mainufer in Höchst will die Süwag umbauen und modernisieren.
Die Umspannanlage am Mainufer in Höchst will die Süwag umbauen und modernisieren. © Süwag

Rund 11.000 Haushalte im Frankfurter Westen waren ohne Strom. Doch wo lag das Problem? Nun gibt es endlich die Antwort.

Das Rätsel um den Auslöser für den großen Stromausfall, der im Oktober vergangenen Jahres 11 000 Haushalte im Frankfurter Westen über viele Stunde lahm gelegt hatte, ist gelüftet: "Ein Spannungswandler war defekt, hat technisch versagt", erklärte Süwag-Vorstand Markus Kuhn auf der gestrigen Pressekonferenz des Energieversorgers auf Anfrage dieser Zeitung.

Noch im Januar, als Süwag-Vertreter auf Einladung des Ortsbeirates 6 (Frankfurter Westen) zum stundenlangen Blackout in den westlichen Stadtteilen informierten, hatten sie die genaue Ursache nicht nennen können. Doch intensive Untersuchungen im eigenen Technikzentrum hätten nun Klarheit gebracht, sagte Kuhn. Übrigens auch darüber, "dass es bei der Wartung des Gerätes keinerlei Lücken gegeben habe oder Hinweise vorher, die auf einen Defekt hindeuteten", wie er hinzufügte.

Nach Stromausfall in Frankfurt: Zwei Millionen für neue Kabelstrecken

Der Ausbau des 110-Kilovolt-Stromnetzes und die nachhaltige Sicherung der Energieversorgung im Frankfurter Westen ist nach Kuhns Worten auch schon vor dem Stromausfall am 26. Oktober ein wichtiges Thema für die Süwag gewesen. "Es laufen umfangreiche Aktivitäten, um den wachsenden Leistungsbedarfen gerecht zu werden und damit eine hohe Versorgungszuverlässigkeit in den städtischen Gebieten Frankfurts sicherzustellen", erklärte er. Dazu gehöre auch der Umbau und die Modernisierung der Umspannanlage in Höchst, für die alleine 8,5 Millionen Euro in Anlagentechnik und zusätzliche Erneuerung von Kabelstrecken, die zur Anlage führen, mit rund zwei Millionen Euro aufgewendet werden.

Süwag investierte nach Kuhns Angaben in den vergangenen Jahren durchschnittlich 100 Millionen Euro in ihre Netze. Die Umspannwerke Höchst und Westerbach, die für die Versorgung der westlichen Vororte Frankfurts verantwortlich sind, werden laut Kuhn derzeit modernisiert und erweitert. Während der Umbauarbeiten in den Umspannwerken werde die Versorgungszuverlässigkeit durch eine mobile Schaltanlage abgesichert.

Nach stundenlangen Stromausfall in Frankfurt: Modernisierungsmaßnahmen geplant

Um auch zukünftig Erneuerungs- und Umbaumaßnahmen sicher durchführen zu können, beschaffe die Syna - Netztochter der Süwag - zwei weitere mobile Schaltanlagen, die im Bedarfsfall eingesetzt werden könnten.

"Im Kabelnetz der Syna wurden bereits erste Maßnahmen durchgeführt und damit die Versorgungszuverlässigkeit in Frankfurt weiter erhöht", erklärte Kuhn weiter. In den nächsten Monaten würden weitergehende Umbau- und Erweiterungsarbeiten in der elektrischen Infrastruktur der Mittelspannung - gemeint sind Kabel und Stationen - in den betroffenen Stadtteilen durchgeführt.

So werden insgesamt 15 Ortsnetzstationen modernisiert und fünf Ortsnetzstationen zu digitalen Stationen erneuert.

Stromversorgung in Frankfurt: Netz soll digital überwacht werden

Als Teil dieser Modernisierung würden zusätzlich intelligente und digitale Komponenten verbaut, die eine Überwachung des Netzes in Echtzeit ermöglichen. Kuhn: "Damit kann auf mögliche entstehende Engpässe reagiert werden, die Auslastung des Netzes überwacht und gesteuert werden".

Durch die Maßnahmen könne die Syna die erwarteten Zuwächse durch Last- und Einspeiseerhöhungen, bedingt etwa durch die beliebter werdende Elektromobilität, technisch umsetzen und die Versorgungszuverlässigkeit erhöhen.

Der Süwag ist es nach Worten Markus Kuhns wichtig, den Netzausbau voranzutreiben und so die steigenden Bedarfe in der Rhein-Main-Region zu erfüllen - dazu gehörten das Wachstum der Rechenzentren, die Zunahme der Elektromobilität und die Digitalisierung. (Michael Forst)

Auch interessant

Kommentare