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Der Hund ?Miss White?, ein bildschöner Husky, absolviert hier in aller Ruhe eine Kontaktübung mit Veronika Martin (knieend) von der Rettungshundestaffel des BRH Rettungshunde Rhein-Main.

Hunde-Casting

Als ausgebildetes Team können Vier- und Zweibeiner Leben retten

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Hund und Halter können Lebensretter sein – als ehrenamtliches Team einer Rettungshundestaffel. Der Verein Rettungshunde Rhein-Main organisierte gestern ein „Casting“, bei dem Zwei- und Vierbeiner testeten, ob sie für eine Rettungshundeausbildung infrage kommen.

Fanny ist 13 Monate jung, sie ist ein Fundtier, kam vor drei Monaten aus Italien zu ihrer neuen Familie nach Eschborn und ist noch schüchtern. Monika Brockmann ist mit ihr auf dem Übungsplatz des Vereins für Polizei- und Schutzhunde Frankfurt-Schwanheim 1922, der neben dem Kobelt-Zoo liegt. Heute organisiert dort die Rettungshunde Rhein-Main, ein „Casting“.

„Das machen wir einmal im Jahr“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Claudia Schönzart. Gesucht werden Kandidaten für die Rettungshundestaffel. Dabei geht’s nicht nur um die Hunde, sondern auch um ihre Halter. „Beide bilden immer ein Team aus Hundeführer und Rettungshund“, so Schönzart. Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre.

14 Hundebesitzer sind gekommen. Vereinsmitglieder beobachten, wie sich die Hunde und ihre Besitzer verhalten. „Wir schauen etwa, wie experimentier- und kontaktfreudig und wie selbstbewusst ein Hund ist“, sagt Schönzart. Aber auch, inwieweit ein Halter seinen Hund motivieren kann, etwas zu tun, was für ihn nicht selbstverständlich ist. In einem Parcours werden die Hunde mit Alltagssituationen konfrontiert, etwa Begegnungen mit Joggern oder Radfahrern. Fanny meistert das gut. An einer weiteren Station geht um Vertrauen: Der Hund soll in einem Bollerwagen gezogen werden und darin sitzen- oder liegenbleiben. Fanny findet das Gefährt unheimlich. Kurz ist sie aber dazu bereit. Dann ist Schluss. „Wichtig ist, dass der Hund die Aufgaben freiwillig angeht und sie nicht unter Druck bewältigen muss“, sagt Ute Simon-Bunz. Sie ist Ausbildungsleiterin für die Teams aus Hund und Halter und beobachtet alles. „In der Zusammenarbeit lernen die Hunde von ihren Führern und umgekehrt.“ Monika Brockmann wünscht sich, dass Fanny eine Aufgabe bekommt. „Dass sie jetzt noch nicht die Voraussetzungen mitbringt, ist nicht wichtig. Vielmehr ist es schön zu sehen, wie sie die Aufgaben gemeistert hat“, sagt sie. Heute habe sie gezeigt, wie viel sie schon gelernt hat.

Ein wichtige Voraussetzung für die Ausbildung zum Rettungshund, die zwei bis drei Jahre dauert, ist, dass der Vierbeiner seine Begleithundeprüfung abgelegt hat. Zeit ist ein weiterer Faktor, denn die Ausbildung läuft regelmäßig. „Wir treffen uns zweimal wöchentlich. Einmal abends unter der Woche und fast den ganzen Sonntag“, so Schönzart. Sonntags geht es in den Wald, nicht nur in Frankfurt, sondern bis nach Höchst im Odenwald, um an unterschiedlichen Orten zu trainieren. „Teams suchen Vermisste in der Fläche, besonders in Wäldern“, sagt Schönzart. Zurzeit gibt es 17 Teams mit 20 Hunden in der Staffel des vor mehr als 30 Jahren gegründeten Vereins.

Die zweijährige Border-Collie-Hündin Bonnie hat Spaß im Bollerwagen. Sie bleibt sitzen und lässt sich von Frauchen Kathrin Adlfinger-Fiessler ziehen. Diese hat zufällig vom Casting erfahren und ist mit ihrem Mann Jörg Fiessler gekommen. Beide können sich vorstellen, die Ausbildung zum Rettungshund und Hundeführer zu machen. Doch an diesem Tag wird noch nichts entschieden, weder vonseiten des Vereins noch von den potenziellen Teams.

„Die Teams, die für die Ausbildung in Fragen kommen, werden wir direkt ansprechen. Sie haben dann die Gelegenheit in einer sechswöchigen

Schnupperphase

zu prüfen, ob sie die Ausbildung machen möchten und wie sie diese in ihren Alltag integrieren können“, erklärt Schönzart. Die Ausbildung selbst kostet die Teilnehmer nichts. Der Verein finanziert sich über Spenden.

Weitere Informationen hierzu gibt es unter im Internet.

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