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Rainer Falk hat gut lachen: Er und sein Team vom Abenteuerspielplatz Günthersburg sind mit dem Stadtteilpreis ausgezeichnet worden.

Stadtteilpreis

Ausgezeichneter Abenteuerspielplatz Günthersburg

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Für vorbildliches Engagement im Nordend ist der Abenteuerspielplatz Günthersburg beim Neujahrsempfang des Ortsbeirates 3 gestern ausgezeichnet worden.

Das schönste Geburtstagsgeschenk hat Rainer Falk schon bekommen: Am Freitagabend, einen Tag vor seinem 57. Geburtstag, ist der Abenteuerspielplatz Günthersburg mit dem Stadtteilpreis ausgezeichnet worden. Falk leitet das Spielgelände am Ende der Wetteraustraße seit mittlerweile 23 Jahren. „Mein Herzblut hängt am Abenteuerspielplatz. Ich bin seit 1992, also von Anfang an dabei, finde es natürlich ganz toll und nehme das als Anerkennung für unsere Arbeit“, freute er sich, dass es im zweiten Anlauf für den Abenteuerspielplatz geklappt habe.

„Warum hätten wir uns nicht nochmal bewerben sollen“, sagte der Spielplatzleiter mit einem Lächeln auf den Lippen. Da der Abenteuerspielplatz Günthersburg nicht nur an seinem angestammten Gelände, sondern im ganzen Stadtteil verteilt, mit verschiedenen Veranstaltungen vertreten sei, habe er den Preis auch verdient.

Appell an die Stadt

Dem stimmte Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) in ihrer Laudatio zu und führte beispielhaft Martinsfeuer und Kinderflohmarkt mit jeweils tausenden Besuchern im Günthersburgpark auf. Offiziell werde der Preis zwar an den Verein Abenteuerspielplatz Riederwald, der das Spielgelände im Nordend betreibe, verliehen. Dem Ortsbeirat gehe es aber besonders um die Würdigung des Abenteuerspielplatzes Günthersburg. „Wir wollen mit der Preisverleihung ein politisches Signal setzen, wie wichtig uns dieser Spielplatz aus sozialen und ökologischen Gründen ist“, schickte Guder einen eindeutigen

Appell an die Stadt

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Diese plant zwischen Autobahn 661 und Friedberger Landstraße das Ernst-May-Viertel sowie unterhalb des Wasserparks das Innovationsquartier mit großflächiger Wohnbebauung (wir berichteten). Das Geld aus der Vermarktung der Grundstücke soll für den Bau der geplanten Einhausung der A 661 zwischen Preungesheim und Bornheim verwendet werden. Freizeitgärten und Abenteuerspielplatz müssten nach jetzigem Stand für das Bauvorhaben weichen. Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) hat aber versprochen, einen alternativen Standort für den Abenteuerspielplatz zu suchen.

Im Stadtteil hoffen aber Eltern, Kinder, verschiedenste Initiativen, Stadtteilpolitiker und natürlich auch Falk selbst, dass das Spielgelände am jetzigen Standort bleiben kann. „Das Gelände ist eine Oase für unser dicht besiedeltes Nordend. Es ist ein Ort, wo Kinder toben, hämmern, bauen und spielen können. Und Eltern wissen ihre Kinder hier sicher aufgehoben“, würdigte Guder das pädagogische Konzept des Teams um Rainer Falk.

„Wir verschließen uns nicht grundsätzlich gegen das Projekt“, erklärte Michael Paris, Geschäftsführer des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald. Allerdings stellt er Bedingungen und hat deshalb bereits einen Katalog mit drei zentralen Forderungen für eine Verlagerung des Spielgeländes formuliert: Das Ersatzgelände soll 5000 Quadratmeter groß sein und damit der für pädagogisch betreute Abenteuerspielplätze durchschnittlich notwendigen Fläche entsprechen. Zudem soll es innerhalb des Innovationsquartiers liegen. Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen müssten ebenso vorhanden sein wie ein Zaun und entsprechende Bepflanzung. Und schließlich soll ein „Spiel- und Wetterschutzhaus“ errichtet werden.

Bereit für Neuanfang

„Wir sind bereit, an anderer Stelle neu anzufangen, auch wenn es schade wäre. Aber wir trauen uns das zu“, sagt Falk auch stellvertretend für seinen Kollegen Holger Wiegel – sie beide haben eine volle Stelle und die nötige Erfahrung für diesen Schritt. Falk kam einst als Praktikant dazu und hat seither jeden einzelnen Baum auf dem Gelände gepflanzt.

Rund 10 000 Kinder besuchen das Spielgelände jährlich – Tendenz steigend. Denn der dort geleisteten Arbeit werde in den nächsten Jahren laut Falk ein immer höherer gesellschaftlicher Stellenwert beigemessen. Der Grund: Im Zuge des Ausbaus des Pakts am Nachmittag – der Betreuung von Schulkindern nach dem Unterricht – rechnet er damit, dass umliegende Schulen das Angebot stärker nutzen werden, unabhängig vom künftigen Standort.

Der Abenteuerspielplatz Günthersburg hatte sich bereits im vergangenen Jahr für den Stadtteilpreis beworben. Damals wurde allerdings der ehemalige grüne Ortsvorsteher Jörg Harraschain bevorzugt – was einen heftigen Streit auslöste. Denn wie Manfred Zieran (ÖkoLinx) kritisierte, hätten Grüne, CDU und Freie Wähler die Empfehlung der Vergabekommission, die sich aus Mitglieder der Ortsbeirats-Fraktionen zusammensetzt, ignoriert. Die Konsequenz aus den Querelen: In diesem Jahr wurde erstmals überhaupt öffentlich über den Preisträger abgestimmt, in all den Jahren zuvor war die Abstimmung nicht öffentlich gewesen.

2015 hatten sich neben dem Abenteuerspielplatz die Christuskirche am Merianplatz sowie der Verein „Glück ist jetzt“ im Baumweg beworben. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert.

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