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Der zehnjährige Bennet ist ein herausragendes Schach-Nachwuchstalent.

Herausragende Schüler

Zug um Zug zum Ausnahmetalent

Die einen sind besonders gut in Mathe, die anderen in Deutsch und wiederum andere in Sport. In Frankfurt gibt es viele herausragende Schüler – wir haben ein paar von ihnen getroffen.

Durchschnittlich zehn Stunden in der Woche sitzt Bennet Hagner vor dem Schachbrett. „Mit vier Jahren habe ich angefangen, Schach zu spielen“, sagt der Zehnjährige. Sein bislang größter Triumph: der Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der Klasse der U 10-Junioren vor wenigen Wochen.

Mehrmals pro Woche trainiert er in seinem Verein, dem Frankfurter Turnverein 1860 im Ostend, einmal wöchentlich kommt zudem ein Heimtrainer zu den Hagners nach Hause, um Bennet optimal auf Turniere vorzubereiten. „Und am Wochenende bin ich oft bei Seminaren“, erklärt Bennet. Nicht selten trainiert er dann bis zu zwölf Stunden an zwei Tagen. Doch das intensive Training zahlt sich aus: Er wurde schon Hessenmeister und nahm sogar an einer Welt- und an einer Europameisterschaft teil.

Bei der Weltmeisterschaft vergangenes Jahr in Brasilien landete der Zehnjährige auf dem 36. Platz von rund 100 Teilnehmern. „Das ist das vordere Mittelfeld“, sagt Hendrik Raab, einer von Bennets Trainern. Der gesamte Turnverein sei sehr stolz auf den jungen Schachprofi. „Es ist das erste Mal, dass eines unserer Mitglieder die deutsche Meisterschaft gewonnen hat“, so Raab. „Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass jemand in so jungen Jahren schon so gut ist.“

Sein nächstes großes Turnier bestreitet Bennet im November. Dann reist er zur Weltmeisterschaft nach Santiago de Compostela in Spanien, tritt dort gegen die weltbesten Schachspieler in seiner Altersklasse an. Sein Ziel? „Ich möchte besser sein, als ich zuvor eingestuft worden bin.“ Denn beim Schach hat jeder Spieler eine Wertungszahl, die sich von dem Abschneiden in bisherigen Turnieren ableitet. „Viele der anderen Spieler sind unterbewertet, weil sie nicht an so vielen Turnieren teilnehmen“, erläutert Bennet.

Auch in den Sommerferien opfert der Schüler, der im Sommer aufs Adorno-Gymnasium wechselt, seine Zeit für sein Hobby. „Ich bin zehn Tage lang bei den europäischen Jugendmannschaftsmeisterschaften in Bad Blankenburg“, erzählt er. Dort tritt er mit einem Team seines Vereins gegen andere Jugendliche an. Aber: „Allein gewinnen macht trotzdem mehr Spaß“, gibt er zu.

Auf sich allein gestellt war die elfjährige Emily vom Goethe-Gymnasium. Die Schülerin reiste am Mittwoch nach Berlin, um dort das Land Hessen beim Vorlese-Wettbewerb zu repräsentieren. Zuvor setzte sie sich an ihrer Schule, dann im Stadtteil, im Bezirk und schließlich in ganz Hessen gegen andere Vorleser durch. „Beim Lesen ist man in eine andere Welt hineinversetzt“, erklärt sie. „Abends lese ich meistens zum Entspannen, und manchmal lese ich auch meinem kleinen Bruder etwas vor.“

Bei den Wettbewerben muss sie häufig Texte vorlesen, die ihr fremd sind. Darauf kann sie sich aber ganz gut vorbereiten. „Meine Mutter kauft mir manchmal neue Bücher, damit ich daraus lesen kann“, sagt sie. Emily ist die erste Schülerin vom Goethe-Gymnasium, die sich für das Finale in Berlin qualifiziert hat. „Ich war noch nie in Berlin“, erzählte sie vor dem Wettbewerb. „Am meisten freue ich mich auf die anderen Teilnehmer, mit denen hat man immer viel Spaß.“ Zwar konnte sich die Frankfurterin nicht gegen ihre Mitstreiterin Victoria Schaay aus Nordrhein-Westfalen durchsetzen. „Doch die Stimmung war sehr gut und wir haben alle sehr gut vorgelesen, was es der Jury sehr schwer machte.“

Das Steckenpferd der Bettinaschüler Ivo Bossert (12) und David Steinschen (13) hingegen ist Mathe. Sie haben beim internationalen Känguru-Wettbewerb mitgemacht – und besonders gut abgeschnitten. Ivo gehört demnach zu den bundesweit besten 0,85 Prozent aller Teilnehmer und David sogar zu den besten 0,5 Prozent.

„Ich habe mich eigentlich nicht wirklich auf den Test vorbereitet“, sagt David. Die Vorliebe für Mathematik liege bei ihm in den Genen, sein zweites Lieblingsfach ist Physik. „Ich möchte später Elektroingenieur werden“, erklärt der Siebtklässler. Auch Sechstklässler Ivo ist ein richtiges Mathe-Ass. „Mir gefällt es einfach, nachzudenken und logische Zusammenhänge zu erkennen“, sagt der Zwölfjährige. Auch er hat sich nicht großartig auf den Test vorbereitet. „Wenn man im Unterricht aufpasst, ist es eigentlich gar nicht so schwierig“, erklärt er.

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