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Ist ein Wiederholungstäter: Andreas Heinzel hat mit „Herr Neumann will auf den Olymp“ ein weiteres Buch veröffentlicht. Foto: Enrico Sauda

Stadtgeflüster

Frankfurter Autor Andreas Heinzel will auf den Olymp

Autor Andreas Heinzel aus dem Nordend hat es wieder getan. Er setzte sich vor seinen Rechner und tippte und tippte und tippte.

Frankfurt - Autor Andreas Heinzel aus dem Nordend hat es wieder getan. Er setzte sich vor seinen Rechner und tippte und tippte und tippte. Das Ergebnis trägt den Titel „Herr Neumann will auf den Olymp“ und ist im Mainbook-Verlag erschienen. Das Werk ist kein Krimi, verspricht aber, eine spannende und auch belustigende Lektüre zu werden.

Vor gut zwei Jahren fing der 57-Jährige an, an dem Buch zu schreiben, das wie sein Vorgänger eine Satire ist. Darin geht es um einen sehr, sehr ambitionierten Oberbürgermeister namens Neumann, der eine Vision von Frankfurt hat. Er denkt groß. Frankfurt, das ist für Neumann nicht nur die Stadt. Nein, das ganze Rhein-Main-Gebiet, das ist Frankfurt. Und der OB hat ein erklärtes Ziel: Er möchte die Olympischen Sommerspiele in die Mainmetropole holen. Dabei muss er sich aber mit einigen Gegnern rumschlagen – etwa der Kindergärtnerin, die auf die Barrikaden geht, dem amerikanischen Burgerbrat-Konzern, der auf den deutschen Markt kommen will, dem Rentner, der dort wohnt, wo später das olympische Dorf entstehen soll. Und schließlich gibt es auch Gegenspieler im Rathaus.

„Es gibt in der Handlung keine Parallelen in der Wirklichkeit und es gibt auch keine realen Vorbilder für die Figur des Oberbürgermeisters“, stellt Heinzel klar, der seit mehr als 30 Jahren als Werbetexter arbeitet. Früher war er angestellt, jetzt ist er freiberuflich tätig. „Sonst wäre das mit den Büchern auch nicht zu machen“, sagt der Familienvater. Denn: „In einem Angestelltenverhältnis hat man wenig Muse, längere Werke zu schreiben.“

Die Idee zum ersten Buch „Die Monarchos“ hatte er in einer Phase, „in der ich nicht so doll gebucht war“. Da hatte er Zeit und Lust, sich hinzusetzen und über dem Stoff zu grübeln. Und so setzte er sich 2016 hin und probierte es einfach mal aus. „Ich habe die komplette Story im Kopf, den Anfang und das Ziel. Das Dazwischen ergibt sich beim Schreiben“, sagt Heinzel, der für nationale und internationale Werbeagenturen arbeitet und immer wieder auch als (Werbe)Sprecher – unter anderem im Radio – zu hören ist. „Wenn ich die Zeit habe, dann schreibe ich von 8 bis 14 Uhr.“

Dass er keinen Krimi oder keinen Entwicklungsroman verfasste, liege schlicht und einfach daran, „dass mir die Satire am meisten liegt. Humor, das ist ein wesentliches Element meines Schreibens, Arbeitens und in meinem Leben“, sagt Heinzel. Satire, findet der Schriftsteller, dürfe alles, „weil sie sich per se herausnimmt, alles bis ins Groteske hin zu übertreiben“. Über seine Satire sagt er: „Da kann man schmunzeln, ich bin nicht böse.“

Als sein „großes Vorbild“ bezeichnet er den bereits verstorbenen Kabarettisten und Autor Matthias Beltz. „Ein Meister seines Fachs und ein Meister der Sprache. Ich habe ihn x-Mal gesehen, aber nie kennengelernt.“

Die Freude am Schreiben sei bei ihm berufsbedingt, sagt Heinzel, der Germanistik, Politikwissenschaften und Geschichte studiert hat. Besonderen Spaß hatte er beim Verfassen der Dialoge in diesem Buch. Was auch eine Herausforderung darstellte, denn „die Sätze dürfen nicht geschrieben klingen“, meint Heinzel kritisch. Schließlich schuf er das Wort „Schlafmünzen“ – so werden die alten Münzen bezeichnet, die noch nicht in die neue Währung umgetauscht wurden. „Ich stand damit sogar auf der Liste der Wörter des Jahres“, erklärt Heinzel.Seine Frau und seine beiden Kinder finden es super, dass der Papa schreibt. Der trägt übrigens ein graues Shirt mit der Aufschrift „Make Frankfurt Great“ (Mach’ Frankfurt groß). Klar, das ist eine Anspielung auf US-Präsident Donald Trump, aber auch die Maxime seines Protagonisten Balthasar Neumann. es

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