Bälle, Bembel und Bouletten: Die neu gegründeten Schwanheimer "Bouligans" mit dem "Mainlust"-Wirt Louie Hölzinger (ganz rechts) an der Spitze haben Gastspielerin Wing Yee Tsui ins Metier eingewiesen.
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Bälle, Bembel und Bouletten: Die neu gegründeten Schwanheimer "Bouligans" mit dem "Mainlust"-Wirt Louie Hölzinger (ganz rechts) an der Spitze haben Gastspielerin Wing Yee Tsui ins Metier eingewiesen.

Schwanheim: Voll im Trend

Bälle, Bembel und Bouletten: Jetzt kommen die "Bouligans"

  • Holger Vonhof
    VonHolger Vonhof
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Erste Freizeit-Truppe hat den neuen Platz der TuS angenommen - Vereins-Zuwachs ist absehbar

Dass Louie Hölzinger Sport macht, hätten wohl die wenigsten gedacht. Der Wirt des Traditionslokals "Mainlust" gehört nicht zum drahtigen, sonnengebräunten Sportler-Phänotyp, hat berufsbedingt etwas Bluthochdruck. Doch jetzt sportelt er jeden Montag: Die neue Boule-Bahn der Turn- und Spielvereinigung (TuS) Schwanheim macht's möglich. Und zeigt: Das Angebot wird angenommen und bringt Menschen dazu, sich etwas mehr zu bewegen. Auch wenn der rauschebärtige Folkrocker-Wirt am Boule-Sport eher das Gesellige liebt: Gekühlten Apfelwein hat er dabei, warme Frikadellen und Leberkäs'.

Beim Stammtisch den Namen erdacht

Auch seine Mitstreiter sind an ein paar fröhlichen Stunden interessiert. Es sind "Mitglieder des permanent tagenden Stammtischs", grinst Hölzinger. Und wie das so ist bei Stammtischen, wurde auch ein passender Name gefunden: die "Bouligans". Seine Partnerin, die "Mainlust"-Wirtin Claudia Olinski ist dabei, dann die Gäste Jörg Hahn, Konstantin Kalveram, Alexander Weingardt, Christian Fredebeil. Es ist Urlaubszeit; als Ersatz für Hahn stößt an diesem Montagvormittag Georg Munzer dazu, und Weingardt hat Wing Yee Tsui mitgebracht, die sich das erste mal an Boule versucht. Bernd Georg, Abteilungsleiter Badminton und Hausverwaltungsrat der TuS, hat gerade aufgeschlossen und den vor etwas über einer Woche erst eröffneten Platz noch schnell in Schuss gebracht. Er freut sich darüber, dass die 6 mal 13 Meter große Anlage hinter der TuS-Turnhalle an der Saarbrücker Straße auf so großes Interesse gestoßen ist - der nächste Boule-Platz ist am Höchster Mainufer, neben dem Ochsenturm.

Bis Ende September darf auf der TuS-Anlage jeder nach Voranmeldung kostenfrei spielen. Danach wird es entweder eine kleine Platzmiete geben, oder der Beitritt zum Verein wird obligatorisch. "Das ist bei 10 Euro im Monat machbar, zumal man für das Geld alle Sportangebote des Vereins nutzen kann", sagt Georg. Bislang sei dem Verein ein neues Mitglied explizit wegen der Boule-Bahn beigetreten; Louie Hölzinger und Claudia Olinski haben ihre Beitrittsanträge schon ausgefüllt. "Die ersten fünf neuen Mitglieder erhalten bei Eintritt ein attraktives Boule-Set mit sechs Kugeln als Willkommensgeschenk", lockt Bernd Georg.

Der Spaß steht im Mittelpunkt

Derweil hat Louie Hölzinger allen erst einmal die Gerippten gefüllt. "Letzte Woche gab es Rotwein", sagt er - Boule oder auch Pétanque ist eben ein geselliges Spiel, bei dem es auch ein Gläschen zwischendurch geben darf. An die genauen Regeln arbeiten sich die "Bouligans" noch heran; auch eigene Kugeln hat noch nicht jeder - egal. Ziel des Spiels ist es, die glänzenden Wurfgeschosse möglichst nah an das "Schweinchen" - eine kleine Holzkugel - heranzubringen. "Beim Werfen muss der Handrücken nach oben zeigen, und man darf nicht rollen", erklärt Alexander Weingardt. Wing Yee Tsui probiert es aus, und: Es klappt gut. Die Teams werfen jeweils abwechselnd und versuchen, möglichst nahe an das Schweinchen heranzukommen - oder die Bälle der anderen abzudrängen. Nachdem alle Kugeln platziert sind, gibt es nur für das Team Punkte, das mit einer oder mehreren Kugeln dem Ziel am nächsten ist. Gezählt werden nur die Kugeln des Teams, die näher am Ziel liegen als die erste Kugel der Gegner.

Von der Flaischlenstraße aus äugen einige Passanten durch den Zaun. Der Duft der Bouletten tut sein übriges: Mancher, der auf seinen Besorgungswegen vorbeiläuft oder -radelt, würde gerne mitmachen. Den Spielern an der Bahn schmecken Ebbelwoi und Leberkäs-Semmeln.

Wer auch Boule bei der TuS in Schwanheim spielen möchte, muss per E-Mail reservieren unter georgbernd@gmx.de. hv

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