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Versteht jetzt keinen Spaß: Thomas Bäppler-Wolf.

Christopher-Street-Day

Bäppi La Belle zeigt Blogger an

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Wer austeilt, der muss auch einstecken können. Das dachte sich Blogger Oliver B. und veröffentlichte vor ziemlich genau einem Jahr im Internet in

Wer austeilt, der muss auch einstecken können. Das dachte sich Blogger Oliver B. und veröffentlichte vor ziemlich genau einem Jahr im Internet in den Text mit dem Titel „Brücken in die Fresse schlagen“. Darin setzt B. sich mit Travestie-Künstler Bäppi La Belle als Moderator beim Christopher-Street-Day auseinander.

Doch in dieser Beziehung versteht der Frankfurter Hüne keinen Spaß. Prompt brachte das Oliver B. einen Strafantrag wegen Beleidigung ein, den Thomas Bäppler-Wolf , wie Bäppi La Belle mit bürgerlichem Namen heißt, stellte.

Grund: In dem Text bezeichnet B. Bäppler-Wolf als „Schwachkopf“ sowie als „offensichtlich verblödeten Selbstdarsteller“. Das wollte Bäppler-Wolf nicht auf sich sitzen lassen. B. wurde schließlich auf Antrag der Amtsanwaltschaft bereits zu 20 Tagessätzen à 60 Euro verdonnert. Dagegen wurde Einspruch eingelegt.

Nun tobt der Grabenkampf, und in gut zwei Wochen kommt es zum Aufeinandertreffen der beiden Streithähne. Denn Bäppi muss als Zeuge in dieser Sache vor Gericht aussagen.

In dem Strafbefehlstext heißt es als Begründung für die Tagessätze: „Dadurch brachten Sie ihre Miss- beziehungsweise Nichtachtung des Zeugen gegenüber einem nicht überschaubaren Empfängerkreis zum Ausdruck und verletzten den Zeugen in seinem Ehrgefühl.“ Das sieht Bäppi La Belle auch so. Er gibt zwar an: „Ich teile schon aus, das stimmt.“ Doch im selben Satz relativiert er seine Aussage: „Aber ich stelle niemanden in die rechte Ecke und beschimpfe ihn als Nazi.“

Das bewertet B.s Anwalt, Karl-Christian Schelzke , anders und schreibt in einer E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt, seinem Mandanten sei es darum gegangen, „widersprüchliches Verhalten zu kritisieren, dass seiner Meinung nach darin besteht, weil sich Herr Bäppler-Wolf einerseits für Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben engagiert, andererseits aber keine Toleranz gegenüber anderen gesellschaftlichen Randgruppen zeigt“.

„Ich habe mich über die Art und Weise geärgert, wie da mit meiner Person umgegangen wird“, äußert sich Bäppi La Belle, der angibt, Oliver B. nicht zu kennen.

Doch auch in diesem Fall gehen die Meinungen auseinander. B.s Anwalt, der La Belle als „kräftig Austeilenden“ bezeichnet und einige Auszüge aus „Bäppi’s Klartext“, einer Seite in dem sozialen Netzwerk „Facebook“ zitiert, argumentiert: „Wer in der aufgezeigten Art und Weise im Internet unterwegs ist, muss sich auch kritische, ja auch überspitzte Bemerkungen gefallen lassen. Originalton Bäppler-Wolf im vorgenannten Artikel: ,In meinen Shows bekommen alle ihr Fett weg.’ Wer so agiert, darf sich nicht wundern, wenn auch er einmal sein Fett abbekommt. Mit Strafanzeigen und Strafanträgen zu reagieren, zeugt von keiner von einem Kabarettisten zu erwartenden Gelassenheit.“

Bäppler gelassen: „Wenn er sich öffentlich bei mir entschuldigt, dann ist die Sache erledigt.“

(es)

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