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Die Trockenheit hat die Ahorne im Rebstockpark so geschwächt, dass sie wehrlos gegen den Pilz wurden. Da bleibt nur fällen.

Rußrindenkrankheit

200 Bäume müssen in Frankfurt fallen

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Im Rebstockwäldchen grassiert die Rußrindenkrankheit. Die Autobahn wird am Donnerstag teilweise für die Fällarbeiten gesperrt.

Der Regen der vergangenen Wochen hatte etwas Tröstliches: Wenigstens hilft er den Bäumen sich zu erholen, sagten sich die Menschen. Umso trauriger, was das Grünflächenamt am Montagabend verbreiten ließ: „200 Bäume müssen gefällt werden“, stand über der Pressemitteilung, und zwar im ohnehin nicht gerade üppig bewaldeten Rebstockpark.

Am heutigen Mittwoch kommen die Forstarbeiter, bis Freitag sollen alle kranken Bäume gefällt sein. Am Donnerstag wird deshalb eine Spur der Autobahn 648 von 9.30 bis 15 Uhr gesperrt.

„200 Bäume, das ist schon hart in so einem kleinen Gebiet“, sagt am Dienstagmorgen Thomas Gutmann von den Grünen im Ortsbeirat 2. „Aber es war nichts zu machen“, bedauert Simone Jacob, die Sprecherin des Grünflächenamts. Es ist wieder die Rußrindenkrankheit, ein Baumleiden, das vor wenigen Jahren kaum jemand kannte, ehe es in epidemischer Art und Weise Ahorne umbrachte. Zehntausende Bäume mussten hessenweit fallen, geschwächt von der monatelangen Trockenheit in Zeiten der Klimakrise, wehrlos gegen den Pilz.

Jetzt also das Rebstockwäldchen zwischen Leonardo-da-Vinci-Allee, Autobahnabfahrt zum Katharinenkreisel, Angelika-Machinek-Straße und der bestehenden Bebauung.

Betroffen sind zunächst die abgestorbenen Bäume an den Rändern des für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Waldgebiets. „Es geht jetzt zunächst darum, dass keine Stämme auf die Straßen oder ins Wohngebiet fallen“, sagt Jacob. Im Innern des Wäldchens gebe es weitere kranke Bäume, die aber vorerst stehen bleiben könnten. Die meisten der abgestorbenen Bäume haben einen Stammdurchmesser um die 25 Zentimeter, einzelne auch bis 45 Zentimeter.

„Es tut uns um jeden einzelnen Baum leid, der jetzt auf Grund der Rußrindenkrankheit gefällt werden muss“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Wir spüren die Folgen des Klimawandels.“ Herausforderung der Zukunft sei es, die passenden Bäume für das sich verändernde Klima zu finden.

Das Rebstockwäldchen ist erst seit dem Frühjahr im städtischen Besitz. Es stammt aus der Konkursmasse des Philipp-Holzmann-Konzerns. „Seit wir hier wohnen, ist der Wald zu“, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen für sich behalten will. In der Nähe sollen 1000 neue Wohnungen gebaut werden. „Es hieß immer, das Wäldchen bleibt bestehen. Sonst haben wir ja hier nichts zum Erholen.“ Doch schon seit geraumer Zeit würden immer wieder Bäume in der ganzen Umgebung gefällt. Die Rußrindenkrankheit hatte auch schon im vorigen Jahr zugeschlagen. Eine Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt des Grüns. „Wo sollen wir hin?“, fragt die Anwohnerin. „Der See ist hinüber, im Sommer wird hier auf jedem Quadratmeter gegrillt. Der Wald war unsere einzige Hoffnung.“ Wo Ersatz geschaffen werden soll, ist nicht klar.

Das Grünflächenamt betont, das jetzt von Fällungen betroffene Areal habe nichts mit dem geplanten Wohnbaugebiet zu tun; die Bäume dort stünden auf Privatgrund und seien nicht von der Stadt untersucht worden. Der stellvertretende Leiter der Forstabteilung, Peter Rodenfels, gehe aber davon aus, dass auch im Baugebiet Ahorne von der Rußrindenkrankheit befallen seien.

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